Rezension verfasst vor 18 Stunden
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Manche beschreiben dieses Buch kurz als "Rosamunde Pilcher mit Mord und Totschlag." Ich beschreibe das so:
Kate Morton ist eine der wenigen Autorinnen, die es schaffen, Romane zu schreiben, die weder kitschig noch emotional aufgesetzt noch inhaltlich leer sind, sondern viel Wahrheit über das Leben enthalten.
Die Australierin Cassandra und ihre Großmutter Nell befinden sich beide auf einer Reise in die Vergangenheit, jedoch zu verschiedenen Zeitpunkten. Nell, der ihr Vater kurz nach dem Tod ihrer Mutter in den 1970ern eröffnet, dass er nicht ihr leiblicher Vater ist und sie Anfang des 20. Jahrhunderts mutterseelenallein auf einem großen Passagierschiff nach Australien kam, sucht in England nach ihren wahren Wurzeln. 30 Jahre später stirbt Nell und hinterlässt ihrer Enkelin Cassandra ein rätselhaftes Cottage. Auch sie zieht es nach England, wo sie schier Unglaubliches entdeckt.
Zu alldem, auf einer dritten Erzählebene, erzählt Kate Morton die Geschichte der jungen Londoner Gerschichtenerzählerin Eliza, die nach dem tragischen Tod ihres Bruders und dem Verlust ihrer Mutter zu ihren bis dahin unbekannten adligen Verwandten auf einen Landsitz gebracht wird, wo ein geheimnisvolles Gartenlabyrinth ihr Leben für immer verändern wird. Dabei verknüpft die Autorin auf unglaublich kreative, aber auch sehr ansprechende Weise die Schicksale der drei Frauen. Sie macht das so gut, dass sie es sich leisten kann, immer wieder Parallelen zum Geheimen Garten zu ziehen und sogar Frances Hodgson Burnett persönlich in einer Szene auftauchen zu lassen.
Letztendlich geht es in diesem bewegenden und spannenden Roman um weit mehr als irgendein Familiengeheimnis. Vielmehr geht es um viele kleine, unerwartete Wendungen, um Lügen und Intrigen, Verbitterung und Wut, Liebe und Hass und das auf einem sprachlich so hohen Niveau, dass man als Leser fast meint, selbst durch den geheimnisvollen verborgenen Garten zu streifen und jedes Zeitgefühl verliert.
Kate Morton schafft es wirklich, die Spannung bis zum Ende aufrechtzuerhalten und erst am Ende alle Puzzleteile zusammenzufügen - in einem echten Knallerfinale, wie man es auch in ihren anderen Romanen findet. Ich habe es mehrmals gelesen, weil zwischendurch einiges von der vielschichtigen, aber zu jedem Zeitpunkt glaubwürdigen Handlung verloren geht. Ein wirklich intelligentes und faszinierendes Buch, von dem man stolz sein kann, es gelesen zu haben!
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