"Heikles Thema rutscht in die Oberflächlichkeit ab …"
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Inhalt:
“Abends um 10″ erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Frankie, der langsam immer deutlicher spürt, wie anders seine Familie doch ist, obwohl er gerade dies am liebsten vermeiden würde. Seine Mutter verlässt seit Jahren nicht mehr das Haus und seine Geschwister rebellieren oder versteinern, während sich sein Vater in Arbeit stürzt. Doch gerade dieser Unterschied zu anderen Familien wird ihm erst so richtig deutlich, als er Sydney kennenlernt, seine neue Mitschülerin, die vollkommen anders ist als er, ebenso wie ihre verrückte Mutter. Aber selbst die quirlige Sydney kann Frankie nur bedingt von seinen ganzen Gedanken abhalten, denn er spürt immer wieder Ängste und bekommt Panik, wie seine Mutter zu enden, sie im Stich zulassen. Als Sydneys Mutter wieder wegziehen will, spricht Fankie zum ersten Mal seine Ängste aus …
Meinung:
Eigentlich dachte ich, dass “Abends um 10″ ein Jugendbuch wäre, auch wegen der empfohlenen Altersangabe. Allerdings muss ich direkt zu Anfang sagen, dass die Geschichte zwar schwach ist, aber man mit zwölf, dreizehn, vierzehn den Hintergrund des Buches wohl weitaus weniger versteht, als ich es beim Lesen getan habe. Außerdem wurde selbst mir das Buch zu langweilig …
Das Geschichte handelt von dem jungen Frankie, der dazu neigt sich über jede Kleinigkeiten Sorgen zu machen. Mit seinem Freund Gig hat er eigentlich jede Menge Spaß, aber trotzdem verfolgen ihn seine Ängste und er hat immer mehr die Befürchtung, dass er so ein Freak wie seine Mutter werden könnte und nur noch Zuhause bleibt. Als Sydney, seine neue Mitschülerin, in die Stadt zieht, ändert sich diese brenzlige Lage, denn in ihrer Umgebung fühlt er sich anders. Aber als Sydney gegen Ende erneut umziehen muss, bekommt Frankie unglaublich Angst und spricht zum ersten Mal die Probleme an.
Vorweg: Die Geschichte ist im gewissen Sinne schon tragisch und irgendwie auch traurig. Das liegt einfach an dieser beklemmenden Art und Weise, wie der Roman erzählt wird. Dazu kommt auch immer wieder die Problematik mit der Mutter, die anscheinend unter ziemlichen Ängsten lebt, die außerhalb ihres Heimes ihr Leben bestimmen (Zwangsängste). Dennoch fehlt es diesem Buch komplett an einer ausgearbeiteten Story, denn das Buch ist unglaublich langweilig zu lesen. Spannung gibt es in dem Plot gar keine und demnach hätte ich das Buch mit zwölf und weiter aufwärts einfach zur Seite gelegt, denn die Geschichte um die Problematik in der Familie zielt wohl eher auf älteres Publikum ab.
Obwohl diese tragische Geschichte recht interessant ist und das Thema mich berührt hat, immerhin hört man immer wieder in den Nachrichten von solchen Angstpatienten, hat das Buch aus meinen Augen nicht einmal ein richtiges Ende. Damit will ich nicht zwischen einem guten und schlechten Ende unterscheiden, sondern sagen, dass das Ende ziemlich unbefriedigend war. Frankie spricht endlich die Probleme an, redet mit seiner Mutter und wird zum Ende hin wieder verschoben. Die Antwort “Wir reden in nächster Zeit viel mehr” finde ich alles anders als gelungen. Nicht, dass der Roman dadurch noch öder und trockener zu lesen war! Die Geschichte ist, trotz des heiklen Themas einfach nur oberflächig.
Das hat mich ziemlich gestört, denn Frankie hat dauernd Angst und schwelgt nur in Erinnerungen, daraus besteht ein Großteil der Handlung, denn Frankie erzählt Seitenweise und schweift durchgehend vom Thema ab. Dazu kommt dann die flache Handlung und keinerlei Tiefgang in den Dialogen, was recht typisch sein kann für ein Jugendbuch. Aber dann ist das Thema wohl einfach falsch gewählt worden.
Das einzig gute, was mir an diesem Buch gefallen hat, war die Art und Weise von Frankie, abgesehen von den Ängsten ist er echt intelligent, kann gut zeichnen, Sport treiben und Sprachen lernen/sprechen, wobei ich das mit zwölf etwas übertrieben finde. Trotzdem war das die einzige Würze beim Lesen. Ansonsten ist spannende Handlung kaum vorhanden.
Der Schreibstil ist zäh, Frankie hat zu viele Gedanken auf einmal im Kopf, die er dem Leser dauerhaft vorkaut. Das einzig interessante waren die Endszenen der Kapitel in kursiv, wenn Frankie wieder seine Mutter etwas fragt, immer um zehn Uhr abends.
Das Cover ist hübsch und zieht an. Weitestgehend passen die Bilder, aber dennoch verspricht das Cover mehr als der Buchinhalt hergibt.
Fazit:
Kann man lesen, muss man aber nicht, passt hier perfekt. Das Thema ist kritisch und tragisch, aber die Umsetzung ist wenig gelungen. Vielleicht passt das Thema nicht zu einem Jugendbuch, da es dadurch einfach zu oberflächig wird. Das Buch liest sich deshalb sehr zäh, es gibt wenig Spannung, eigentlich nur traurige Gedanken und Gespräche, worauf ich gut hätte verzichten können — denn mich bewegt “Abends um 10″ kaum.