Leser-Rezension zu „Der Geschmack von Apfelkernen” von Katharina Hagena
am 11.09.2011
In "Der Geschmack von Apfelkernen" geht es um eine junge Frau, die zur Beerdigung ihrer Großmutter in das Haus ihrer Kindheit zurück kehrt. Seit Jahren war sie nicht mehr da und will sich auch nicht mit diesem Haus und allem, was daran hängt, auseinander setzen. Erst allmählich kann sie sich wieder für die Vergangenheit öffnen und fördert natürlich auch einige Geheimnisse zu Tage, die schwer auf der Familie lasten.
An dieses Buch hatte ich hohe Erwartungen, da ich einige Leute kenne, die davon sehr begeistert waren, aber es konnte sie nicht vollkommen erfüllen. Dies lag daran, dass ich die ersten sechzig Seiten einfach zäh und langweilig fand. Ich bin nicht in den Roman hinein gekommen, konnte mich nicht mit der Hauptfigur und ihrer Familie identifizieren, und fand die Handlung einfach unspannend. Ich war sogar schon kurz davor, das Buch wegzulegen.
Zum Glück habe ich das nicht getan, denn nach diesen ersten sechzig Seiten begeisterte es mich dann doch. Plötzlich nahm es richtig an Fahrt auf, und vor allem wurde ich nun auch endlich emotional angesprochen. Dies sogar sehr stark, denn ich konnte nun einige Parallelen zwischen der Hauptfigur und mir entdecken und ihre Handlungen nun viel besser nachvollziehen. Auch mit der Familie wurde ich warm. Die kleine Liebesgeschichte fand ich sehr gut gemacht.
Kurz gesagt: Die zwei letzten Drittel das Romans habe ich verschlungen, sie haben mich sehr begeistert, mich zum Lachen und Weinen gebracht. Ich fand sie wunderbar menschlich, realistisch, und trotzdem herzerwärmend. Das tröstete mich auch über den in meinen Augen schlechten Anfang hinweg, so dass ich vier Sterne vergebe.

