Rezension verfasst vor 8 Monaten
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Die beiden Schwestern Beth und Erica erben das Gut Storton Manor, nachdem ihre Großmutter verstorben ist. Ob sie die Auflage, dort zu leben, um das Erbe antreten zu können, auch erfüllen könne, wollen sie durch ein paar Wochen „Probewohnen“ herausfinden. Über Weihnachten versuchen sie nun für sich die Entscheidung zu treffen. Dass sie das letzte Mal dort waren, ist 23 Jahre her und auf den letzten Sommern, die sie in ihrer Kindheit dort verbracht haben, liegt ein dunkler Schatten – ihr Cousin Henry ist verschwunden.
Während Beth aber unter Depressionen leidet und Erica vermutet, dass diese mit dem Verschwinden von Henry zusammenhängen, scheinen sich immer mehr Erinnerungsfetzen in Ericas Gedächtnis zu schleichen. Denn anders als ihre Schwester hat sie vergessen, was damals passiert ist. Dass sie dann auch ihren Freund aus eben diesen Kindertagen wiedertreffen, ist dabei auch recht hilfreich.
Neben diesem Handlungsstrang gibt es noch den der Urgroßmutter der beiden Schwestern, der aufklärt, warum sowohl Urgroßmutter als auch Großmutter unnahbar und lieblos waren.
Katherine Webb schafft es dabei die Figuren glaubhaft darzustellen – und ich habe selbst mit Caroline mitgelitten, denn wer so erzogen wurde wie sie, kann im Grunde nicht anders reagieren; die Schicksalsschläge, die sie verdauen muss, bringen einiges an Mitleid zutage. Auch die Landschaft wird nicht zu deutlich, aber deutlich genug dargestellt, um der Phantasie auf die Sprünge zu helfen, aber dennoch genug Spielraum zu lassen. Auch Ericas Verlangen danach, die Erinnerungsfetzen zusammensetzen zu können, ist verständlich und fast greifbar.
Alles in allem ein fesselnder Roman mit zwei großen Geheimnissen, glaubhaften Figuren und einem tollen Schreibstil. Ich konnte ihn kaum aus der Hand legen, und er hat mich selbst nachts noch beschäftigt, obwohl ich eigentlich versucht habe zu schlafen.
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