Seebachs schwarze Katzen von Kathrin Schmidt - Inhaltsangabe
Kathrin Schmidt zeigt in ihrem spannungsreichen Roman, wie mächtig die Vergangenheit wirken und auf welche Abwege sie führen kann. Bert Willer möchte seinen Sohn David überraschen: Er hat eine Reise nach Teneriffa gebucht und hofft, dort dem verschlossenen Jungen wieder näher zu kommen. Beide sind aufeinander angewiesen, seit Willers Frau Lou unangekündigt aus dem Leben schied, leiden aber jeder für sich allein. Kurz vor dem Abflug stößt David auf Aktenmaterial, das unmittelbar mit seinem Vater zu tun hat. Zwar versteht er längst nicht alles, doch genug, um seinen Vater als einen früheren Mitarbeiter der Staatssicherheit zu erkennen und zu erahnen, in welcher Mission dieser damals unterwegs war. Die Akten verzeichnen nämlich mehrere Frauen, in deren Leben sich Bert Willer hineinbegeben hat, um mit ihnen intim zu werden und an intime Kenntnisse zu gelangen. David scheut die Konfrontation und ahnt nicht, dass sein Vater selbst von der Erinnerung an seine Einsätze und besonders an eine Frau heimgesucht wird: Bejla war über Jahre seine Nebenfrau, und ihr Leben ist auf beunruhigende Weise mit dem seinen verknüpft. Kathrin Schmidt erzählt ein rätselhaftes Familienschicksal und macht mit ihrem sinnlichen Realismus erfahrbar, wohin ein Vertrauensbruch führen kann.
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Rezension verfasst vor 1 Jahr
(15)
"Ein Roman um Liebe und Verrat vor dem Hintergrund deutscher Geschichte" und "Wie lustvoll die deutsche Sprache sein kann!"
Solcherarten wurde dieser Roman im Klappentext verkauft. Nach ein paar Seiten sehnte ich mich nach lustvollen Momenten im Lesen des Dudens zurück.
Kathrin Schmidt immerhin Mitglied des P.E.N. Zentrums Deutschland und 2009 mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnet und wird sogar mit Günter Grass verglichen.
Günter Grass lese ich gerne, er hat eine klare Sprache im Vergleich zu Kathrin Schmidt. Es ist schwierig mein Unvermögen zu schildern, dieses Buch zu begreifen ja auch lustvoll zu lesen.
Es gibt Momente wo die Geschichte dahinfliesst, wo die Worte Sinn machen, aber größtenteils hält sich die Autorin im Innern der Akteure auf und schichtete Worte um Worte auf und macht diese regelrecht sprachlos.
Auch sind die Querverweise und Vergleiche derart hanebüchen, dass ich als Leser den Faden zum Buch und den Akteuren verliere. Traumsequenzen mit erotischen Aktionen mit Hunden sind mir fremd, auch wie sie unvermittelt aus der Luft geschildert werden dient nicht dem Verständnis.
Eine Geschichte um Liebe und Verrat gibt es nicht und auch keine lustvolle Erfahrungen als Leser. Gerne las ich Walser mit seinen verständlichen Allegorien und Sprachwitz, doch hier habe ich versagt.
Kunst oder Krampf?
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Ute Seiberth
5682 Eselsohren
Rezension verfasst vor 2 Jahren
(15)
Ich bin leider etwas enttäuscht, weil ich eigentlich erwartet hatte, dass vielleicht die
ehemalige Spitzel-Tätigkeit des Vaters dem Sohn gegenüber etwas mehr Gewicht hätte in diesem Roman.Dem war nicht so,stattdessen werden die ehemaligen observierten Frauen und Geliebten des Vaters kräftig durcheinandergewirbelt und ich finde, das erschwert ganz schon das Lesen.Der witzige und zum Teil skurrile Ton der Erzählung hat mir gut gefallen nur etwas weniger Chaos bei den Figuren wäre mir lieber gewesen!
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