Leser-Rezension zu „Gute Geister” von Kathryn Stockett
am 8.02.2012
Gute Geister habe ich aufgrund von Empfehlungen von Lesekumpaninen gelesen und bin... muss ich gestehen, wirklich überrascht.
Gute Geister erzählt praktisch von einer Grenzgeschichte wie es sie 1962 nicht gab und nicht vorstellbar war. Hauptpersonen bilden hierbei die junge Skeeter, eine weiße Frau, die nach dem Studium ihre Tage auf der elterlichen Baumwollfarm verbringt, Aibeleen, eine farbige Angestellte die sich um Kinder und den Haushalt kümmert und Minny, ebenfalls eine farbige Angestellte mit einer ziemlich großen Klappe. Skeeter, die eigentlich Eugenia heißt, die mit ihrem Leben nicht glücklich ist, sie soll an irgendeinen Snob verkuppelt werden, weil sie noch immer nicht unter der Haube ist und das ihrer Mutter sehr missfällt, möchte einfach nur weg und in die Stadt ziehen. Sie alle drei sind verschiedener als sie sein könnten und genau deswegen führt sich ihr weg zusammen. Sie beschließen gemeinsam, gegen die Konventionen ihrer Zeit zu verstoßen und etwas zu wagen. Einen Roman aus der Sicht der farbigen Angestellten zu schreiben. „Gute Geister“.
Wie gesagt, war ich von Gute Geister wirklich überrascht. Einerseits habe ich durch die Rezensionen wirklich viel erwartet, andererseits war ich skeptisch, ob der Roman wirklich meinen Geschmack trifft. Das hat er, definitiv. Die Charaktere kommen so real und echt herrüber, dass ich mich manchmal fragte, ob ich da nicht gerade dabei bin und das alles selbst erlebte. Die Geschichten der einzelnen Mädchen gehen unter die Haut, sind teilweise wirklich sehr traurig und teilweise wirklich hervorragend geschrieben.
Die Charaktere laden zum mitfühlen ein, die Personen, die von den Angestellten nicht gemocht werden, waren mir ebenso unsympathisch (verdammte Miss Hilly...) und trotzdem mussten sie einfach dabei sein, um das ganze am Leben zu erhalten. Der Titel Gute Geister passt hierbei wirklich wie die Faust aufs Auge. Nicht nur, weil das Buch im Buch (haha) auch so heißt, sondern einfach, weil die farbigen Angestellten um die sich alles dreht, und ohne die nichts laufen würde, einfach nur als „Gute Geister“ zu bezeichnen sind. Ich beeindruckt von Skeeters Interesse für diese Personen, was wohl zu einem großen Teil auch an ihrer verschwundenen eigenen farbigen Vertrauten liegen mochte. Sie setzt sich wirklich für sie ein.
Mein einziger Wermutstropfen ist, dass sich einige Kapitel für meinen Geschmack zusehr hinziehen, bzw. zu... langatmig beschrieben sind. Das macht im Grunde nicht viel aus, weil es sich trotzdem flüssig und gut lesen lässt, aber ich hätte mir einige Szenen noch peppiger vorgestellt. Besonders mochte ich die Einstellungen wenn Skeeter bei Aibee war, oder die Mischung aus Celia und Minny! Göttlich!
Gute Geister war definitiv nichts, was ich bereut habe zu lesen.

