Leser-Rezension zu „Das Grab ist erst der Anfang” von Kathy Reichs
am 2.03.2010
Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht, auch wenn das Buch nicht total schlecht ist...
Wie bei allen Bänden der Reihe, habe ich dem neuen Buch schon sehr entgegen gefiebert und die Kurzinfo klang auch richtig gut. Leider ist meine Begeisterung nach den ersten, noch sehr fesselnden Seiten, immer kleiner geworden. Man könnte fast meinen, Kathy Reichs ging es beim Schreiben genauso... Einerseits widmet sie sich dieses Mal wieder sehr, für mein Gefühl zu sehr, der Forensik. Es ist zwar immer interessant, den Untersuchungen zu folgen, aber mir war das hier oft zu ausführlich. Es ergaben sich dadurch recht zähe Passagen, die das Weiterlesen eher schwer machten.
Am meisten geärgert habe ich mich allerdings darüber, dass Tempes Denunziant sowas von klar auszumachen ist. Kaum ist die Person aufgetaucht, weiß man, das es der/die Betreffende sein muss. Ab dem Punkt war die Luft raus, auch wenn man noch nicht alle Fakten kennt. Wenn es wenigstens privaten Bereich der Anthropologin einige Veränderungen und Entwicklungen geben würde, hätte ich ja noch damit leben können, aber dem ist leider nicht so. Man tritt auf der Stelle, was ziemlich frustrierend ist...
Sogar die von mir so geliebten Plänkeleien zwischen Tempe und Ryan ließen ihre bisherige Qualität vermissen. Alles klingt so lasch und emotionslos, ich kam den Charakteren dieses Mal einfach nicht nah.
Alles in allem hält man einen sehr durchschnittlichen Krimi in den Händen, der mich nicht wirklich packen konnte. Das kann Kathy Reichs besser und ich hoffe, sie findet im nächsten Buch zu ihrem alten Schwung zurück.

