Rezension zu "Auf ganzer Linie" von Keith Lowe

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Ehana

Vor 1 Jahr

(9)

Selten ließ mich ein Buch so mit dem Protagonisten mitfiebern wie Keith Lowes Erstlingswerk "Auf ganzer Linie". Andy, seines Zeichens Noch-Junggeselle und U-Bahn-Fanatiker, begeht im Suff den, wie er glaubt, größten Fehler seines Lebens - er lässt sich auf die wahnwitzige Wette ein, an einem Tag - dem Tag vor seiner Hochzeit - sämtliche Stationen des Londoner U-Bahn-Netzes abzufahren. Und hätte er damit nicht schon genug Probleme, nein - sein Wetteinsatz besteht aus all den Unterlagen, die er für den Weg zu seiner Hochzeit und in die anschließenden Flitterwochen benötigen würde, und nun muss er sie an unterschiedlichen Orten in Londons U-Bahn-System wieder einsammeln. Auf Andys Odyssee durch Londons Untergrund begegnen ihm allerhand skurrile Gestalten mit ihren kleinen und großen Problemen - angefangen von Brian, dem Penner, bis hin zu Jimmy, den seine Freunde nackt mit Handschellen an eine Haltestange gekettet haben. Die Hindernisse, die Andy auf seiner Reise zu bewältigen hat, die herrlich schrägen Charaktere und Lowes flotte Schreibe lassen den Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen und am Schluss, durch das Mitfiebern gebildete Adrenalin aufgeputscht, fragen: Wie, das war's schon? Lange ist es her, dass ich ein Buch so verschlungen habe! Besonderes Vergnügen macht "Auf ganzer Linie" natürlich dann, wenn man, wie ich, bereits "vor Ort" war - London-Besucher werden sich schmunzelnd an den einen oder anderen Schauplatz der Geschichte erinnern. Und wer die Tube nicht kennt, wird nach der Lektüre dieses Buches sicherlich den Drang verspüren, einmal nach London zu reisen, mit der Underground zu fahren, und - wer weiß? - Andys Trip nachzuerleben. :-)

Autor: Keith Lowe
Buch: Auf ganzer Linie
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