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Vor 10 Monaten
(16)Intelligent, abgedreht und herrlich komisch - Unterhaltungsliteratur vom feinsten!
Carolin ist 26 und gerade Witwe geworden. Am liebsten würde sie den ganzen Tag in Selbstmitleid baden, doch das ist gar nicht so einfach, wenn sie sich mit dem Sohn ihres Mannes (der blöderweise auch noch ihr Ex-Freund ist) und seiner schrecklichen Familie um ein nicht unbeträchtliches Erbe streiten muss, von dem sie bisher nichts gewusst hat. Wie gut dass ihr ihre herzensgute Schwester Mimi und ein süßer (aber leider schwuler) Apotheker zur Seite stehen...
In Wahrheit wird viel mehr gelogen war mein erster Kerstin-Gier-Roman für Erwachsene und ich muss sagen: Ich bin begeistert. Das Buch ist kurzweilig, witzig und leicht verrückt- genau das Richtige für vergnügliche Lesestunden.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Carolin erzählt, die einen nach und nach in ihr verrücktes Leben und ihre aktuelle Lage einführt.
Carolin ist hochbegabt, hat schon drei abgeschlossenen Studien, aber noch nie gearbeitet. Dafür hat sie den Vater ihres Ex-Freundes geheiratet und ist mit ihm durch die Welt gezogen. Jetzt ist Karl gestorben und Carolin ist am Boden zerstört, denn Karl war einer der wenigen Männer, die sie trotz ihres IQs von 158 geliebt haben - eben so, wie sie ist.
Nun kommt sie bei ihrer Schwester Mimi unter (die übrigens die Freundin von Constanze aus der Mütter-Mafia-Reihe ist) und muss sich mit Leo, ihrem Ex, der ihr nie verziehen hat, dass sie seinen Vater geheiratet hat, und seinem schmierigen Onkel Thomas um das Erbe streiten, dass Karl ihr zu seinen Lebzeiten doch glatt verschwiegen hatte.
Und dann sind da auch noch diese nervigen Besuche bei der absolut unfähigen dafür aber umso neugierigeren Psychologin Katrin K. Karthaus-Kürtens (die ihren Sohn Keanu genannt hat!)...
So eine Geschichte liest man nicht alle Tage, nicht wahr?
Natürlich findet man hier keine authentische Beschreibung des Lebens einer trauernden Witwe (wobei ich das nicht beurteilen kann, ich war ja noch nie eine), sondern eher humorvolle Literatur. Kerstin Gier ist es aber wunderbar gelungen, das ganze nicht ins Lächerliche zu ziehen oder sich über solche Todesfälle lustig zu machen.
Sowohl Carolin, als auch ihre Schwester Mimi und deren Mann sind absolut sympathische Personen, wenn sie auch alle leichte Macken haben. Supernett und witzig fand ich auch den Apotheker (den Carolin auch noch so nennt, als sie schon seinen Namen kennt). Karls Familie (vor allem Onkel Thomas) waren dagegen unerträglich, aber selbst die haben mich des öfteren zum Lachen gebracht.
Was ich schade fand war, dass ich leider überhaupt nicht verstanden habe, wieso Carolin sich in Karl verliebt hat. Nicht dass ich Vorurteile geneüber Frauen hätte, die einen wesentlich älteren Mann heiraten, aber ich konnte ihre Gefühle nicht nachvollziehen, was es mir dann natürlich auch schwerer machte, ihre Trauer zu verstehen (und dass liegt nich daran, dass ich noch so jung bin!).
Den Spaß, den ich beim Lesen hatte, hat das allerdings nicht großartig getrübt.
Das Ende fand ich übrigens perfekt. Es war nicht so, wie man erwartet hätte und die ein oder andere findet es vielleicht nicht befriedigend, aber ich finde es genau richtig, denn ein bisschen realistisch müssen wir ja bleiben - schließlich ist Carolin gerade erst Witwe geworden.
Fazit: Kurzweilig, originell und wirklich witzig. Mein erster Roman von Kerstin Gier für Erwachsenen hat mich begeistert und macht Lust auf mehr. 4 1/2 Sterne!
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