Nachdem diese Jugendbuchreihe wirklich überall vertreten ist, musste auch ich doch mal reinschnuppern und bin nun hinterher ganz zufrieden, aber auch nicht voll von den Socken gehauen worden.
Kurz zum Inhalt: Die 16-jährige Gwendolyn lebt in einer ziemlich verrückten Familie. Doch so richtig verrückt wird es erst, als sie ihren ersten Zeitsprung in ein früheres London macht. Das Zeitreise-Gen ist ein Familiengeheimniss und ausgerechnet sie soll es nun haben! Für Gwen beginnt ein ziemlich großes Abenteuer, bei dem die Liebe nicht zu kurz kommen soll...
Es handelt sich um ein Jugendbuch, daher war ich nicht verwundert, dass die Schrift sehr groß ist und die Sprache natürlich auch eher einfach gehalten wurde. Ich bewerte daher hauptsächlich den Inhalt, denn eigentlich weiß man ja, worauf man sich bei einem Jugendbuch vom sprachlichen her einlässt. Die Aufmachung ist, wie hier ja schon erwähnt wurde, wirklich wunderschön.
Inhaltlich bietet das Buch allerdings anfangs weniger als ich erwartet hatte. Der Klappentext sagt sehr viel vorher, z.B. dass Gwendolyn in der Zeit reist und sogar, dass sie sich in Gideon verliebt, was erst 100 Seiten vor Ende so richtig durchkommt. Dies nimmt dann natürlich schonmal den größten Teil der Spannung einfach weg. So beobachtet der Leser mehr oder weniger gespannt Gwen am Anfang ihrer Zeitsprünge und die damit verbundene Aufregung in ihrer Familie. Ganz nett, aber nichts außergewöhnliches.
Erst als sich das Buch schon dem Ende neigt, gibt es einige Wendungen, die Spannung bringen und die mich nun natürlich auch dazu veranlassen, mir die Folgebände (Saphirblau und Smaragdgrün) auch noch auszuleihen. Besonders fies ist natürlich, dass das Buch vollkommen offen endet, auch das ist ein Grund, dass ich die nächsten Bücher besorgen werde, denn gerade wenn man in Gwens Geschichte eintaucht, ist das Buch auch schon vorbei.
Eigentlich gibt es wirklich nicht so viel zu sagen, ohne etwas von der doch eigentlich sehr knappen Handlung an sich zu verraten. Das Buch kam mir anfangs durch den weitgehenden Klappentext langatmig vor, aber zum Ende hin, wird es wirklich noch recht gut. Zum Ende hin konnte ich das Buch überhaupt nicht aus der Hand legen und war richtig traurig, als ich es plötzlich durch hatte. So komme ich natürlich nicht umher auch die folgenden Bücher noch zu lesen.
Jugendbücher gehen anfänglich sicher etwas langsamer vor, trotzdem ist es sehr doof, dass mir der Klappentext doch wirklich so viel vom Lesevergnügen genommen hat. Ich hoffe aber trotzdem, durch die neuen Wendungen, auf 2 sehr spannende Folgebände. Ich glaube einige gute Andeutungen in den für mich etwas längeren Passagen erkannt zu haben, wo ich wirklich hoffe, dass Kerstin Gier diese in den nächsten 2 Bänden aufgreift.
Insgesamt ist der Roman für Jugendliche, vor allem natürlich Mädchen, sicher super zu empfehlen. Für Erwachsene bietet er vielleicht etwas zu wenig Spannung, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass dies der ideale Roman für Mutter und Tochter wäre, um hinterher darüber ewig zu diskutieren.
Wer also nicht grade noch im Jugendalter steckt und auch keine Tochter damit beglücken möchte, sollte sich das Buch vielleicht lieber erstmal ausleihen. Das Buch würde ich mir allein nicht kaufen, allerdings setze ich volles Vertrauen auf die Folgebände und könnte mir gut vorstellen, dass Rubinrot, als etwas langsamer Einführungsroman, dann durchaus gut zu akzeptieren ist.
Grundsätzlich aber durchaus empfehlenswert, vor allem für alle, die mal wieder Lust auf ein Jugendbuch und eine neue Trilogie mit einer außergewöhnlichen Liebe haben.