Inhalt:
Keine Sekunde bleibt Gwendolyn Shepherd Zeit, um sich über die Ereignisse der letzten Tage Gedanken zu machen, seit sie erfahren hat, dass sie in die Vergangenheit reisen kann. Von einem Abenteuer ins Nächste wird sie gestürzt und gerät dabei immer tiefer in die Geheimnisse ihrer Familie vor. Doch von Aufklärung kann nicht die Rede sein, stattdessen begleitet sie auf Schritt und Tritt der redselige Wasserspeierdämon Xemerius und mit ihrer Liebe zu Gideon ist das auch so eine Sache, denn sein Verhalten bringt ihre Gefühle völlig durcheinander …
Meinung:
Gwendolyn Shepherd besitzt eine besondere Gabe: Sie kann in die Vergangenheit reisen. In ihrer Familie ist das nichts Ungewöhnliches, denn dort vererbt sich in der weiblichen Blutlinie ein Zeitreise-Gen. Allerdings weiß das Mädchen erst seit einigen Tagen von ihrer Bestimmung, denn fälschlicher vermutete man, dass ihre Cousine Charlotte das Gen geerbt hätte. Nichtsdestotrotz muss sie gemeinsam mit Gideon de Villier – in dessen Familie ein Teil der männlichen Mitglieder ebenfalls in der Zeit reisen können – das Blut aller zwölf Zeitreisenden zusammenbringen, damit das Geheimnis des Chronografen entschlüsselt werden kann.
Doch welches Geheimnis sich dahinter verbirgt weiß niemand so genau und Gwendolyn am allerwenigsten. Sie kann niemandem wirklich vertrauen, denn die Wächter trauen ihr nicht über den Weg, benötigen aber ihre Hilfe. Gideon ist einerseits so liebenswert zu ihr sobald sie alleine sind und andererseits distanziert und widerlich, wenn Andere anwesend sind. Gwendolyn steht zwischen ihren eigenen Gefühlen, denen sie nicht trauen soll, zwischen ihrer Familie, den vielen Geheimnissen und den Fragen, auf die sie keine Antwort hat. Einzig ihre beste Freundin Leslie und ihr neuer Freund Xemerius, ein Wasserspeierdämon, stehen ihr bedingungslos zur Seite.
Im zweiten Band der „Liebe geht durch alle Zeiten“-Reihe verstricken sich die Geheimnisse immer weiter ineinander. Nicht nur die Zeitreisen führen zu Verwirrung und neuen Ereignissen, die wie Puzzlestücke langsam ein Gesamtbild ergeben, sondern auch Gwendolyns Misstrauen wächst. Dennoch gewinnt sie neue Freunde, denen sie vertrauen kann. Da wäre zum einen der Wasserspeier Xemerius, der als Dämon nur von Gwen gesehen werden kann, und zum anderen ihr Großvater Lucas, den sie in der Vergangenheit besucht und der ihr in der Gegenwart einen Hinweis hinterlassen hat.
Besonders gut hat mir gefallen, dass Gwendolyn sich in Saphirblau weiterentwickelt. Sie macht nicht nur das, was ihr gesagt wird, sondern versucht auf eigene Faust zu handeln, um hinter all die verborgen gehaltenen Geheimnisse zu kommen und rastet dabei auch schon mal aus. Sie wirkt authentisch und man kann ihr Verhalten und ihre Gefühle als Leser vollkommen nachvollziehen. Daneben sind Xemerius‘ lustige Kommentare eine erfrischende Abwechslung, die für heitere Momente neben all den Gefahren und Ungewissheiten sorgen.
Aber auch die Liebe kommt in diesem Buch nicht zu kurz. Gwendolyns Gefühle für Gideon werden immer stärker, doch sie kann mit seinem Verhalten nicht viel anfangen. Es verletzt sie, dass er abweisend und teilweise sogar richtig widerlich zu ihr ist, sobald ein Mitglied der Wächter anwesend ist. Doch hinter seinem Verhalten steckt mehr, als sie anfangs ahnen kann. Dennoch muss Gwen sich die Frage stellen, ob sie ihm vertrauen kann.
Fazit:
Mit Saphirblau hat Kerstin Gier eine wunderschöne Fortsetzung geschrieben, die noch spannender und deren Handlung noch komplexer als im ersten Band ist. Es gibt neue liebenswerte Figuren, die Gwendolyn auf ihrer Suche nach der Wahrheit unterstützen. Die Zeitreisen meistert sie auf nicht gerade zeitgenössische Art und Weise, was für den Leser aber umso unterhaltsamer ist. Sie versucht auf eigene Faust hinter die Geheimnisse der Zeitreisenden zu gelangen und muss dabei auch noch mit ihren Gefühlen ringen.