Rezension zu "Bodyfinder" von Kimberly Derting

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sddsina

Vor 1 Jahr

(6)

Obwohl dieses Buch eindeutig für Jugendliche empfohlen wird, wollte ich es doch nach dem recht vielversprechenden Klappentext lesen. Da ich schon öfter auch gute Erfahrungen mit Jugendbüchern gemacht habe, war ich gespannt auf dieses sehr spezielle Thema.
Letztlich bin ich nicht so begeistert wie ich gern wäre, auch wenn das Buch durchaus romantischen Unterhaltungswert hatte - mehr als einmal lesen würde ich es nicht.

Zum Inhalt: Violet hat eine besondere Gabe von denen nur ihre Familie und ihr bester Freund Jay wissen. Sie hört das "Echo" der Toten, eine Auro, die jedes tote Lebewesen verströmt. Diese Gabe ist alles andere als ein Segen, denn sie spürt die Leiche eines toten Mädchens auf.
Wie sich später herausstellen soll, geht ein Serienmörder in Violets Heimatstadt um und er hat sie bereits bemerkt und sieht in ihr eine Bedrohung für seine sonst so perfekten Morde.

Im Vordergrund des Buches steht natürlich die Protagonistin Violet, die mit ihrer besonderen Gabe immer wieder in Schwierigkeiten gerät. Daneben geht es aber auch viel um die typischen Probleme einer Teenagerin, insbesondere die Liebe zu ihrem besten Freund Jay wird den größten Teil des Buches einnehmen.
Genau da wurde es für mich aber auch schon schwierig, denn die Liebe zwischen den Beiden ist ganz typische erste Teenagerliebe. Seitenlang geht es immer darum, dass Violet nicht glaubt, dass Jay sie liebt und Jay geht es da ganz ähnlich und am Ende ist Violet dann ganz überrascht, dass er sie schon die ganze Zeit wollte. Sehr überraschungslos. Zwar romantisch, vor allem, da die Charaktere auch schön und liebevoll gezeichnet sind, aber leider nichts wodurch sich bei mir wirklich Spannung erzeugen ließ.

Neben dieser Liebesgeschichte rückt der Serienmörder irgendwie total in den Hintergrund. Die Angst von Violet wird zwar von der Autorin gut beschrieben und der Leser kann auch richtig mit ihr fühlen, aber daneben gab es für die Opfer und den Mörder viel zu wenig Beschreibungen.
Die Opfer werden schnell ausgewählt und sterben in recht kurzen Abständen, sodass mir eigentlich nur ein Mädchen wirklich in Erinnerung blieb, da Violet länger deswegen unter Schock stand und sie mehrfach erwähnt wurde. Die anderen Opfer gehen ziemlich unter, man erfährt als Leser nur vom Verschwinden, dann gibt es eine kurze Sequenz wo der Mörder in seinen Worten erzählt, wie er ein neues Opfer fand und kurze Zeit später sind die Mädchen dann einfach tot. Das erzählt leider jeder Thriller und auch jeder Krimi einfühlsamer und spannender.
Leider gab es am Ende auch nie irgendein richtiges Motiv für den Mörder, was für mich dann sogar am schlimmsten war. Natürlich ist dies ein Jugendbuch und der Autor muss nicht zu sehr ins Detail gehen über irgendwelche schlimmen Kindheiten oder einfach krankhaft, perverse Neigungen. Trotzdem muss es doch irgendeine Erklärung geben, warum er mordet. Von der Polizeiarbeit bekommt man als Leser fast nichts mit, alles bleibt total oberflächlich und am Ende war es dann irgendein Typ, den Violet mal ganz kurz gesehen hat, von dem wir aber noch nicht einmal einen Namen erfahren. Dann wird nur noch erwähnt, dass er seit Jahren immer wieder Mädchen tötet, aber die große Frage: WARUM eigentlich?! wird bis zum Schluss für mich nicht beantwortet. Mehr als Schade, denn der Mörder hat für mich einiges angedeutet, aus dem man richtig was hätte machen können.

Fazit: Die Liebesgeschichte war sicher süß und ich kann auch nicht sagen, dass ich das Lesen des Buches gar nicht genossen habe. Wer aber mehr auf Spannung durch einen Serienmörder gehofft hat, der ist an dieser Stelle nicht wirklich gut beraten.
Ich denke, selbst die meisten Jugendlichen finden die Mörderauflösung nicht wirklich befriedigend, aber immerhin bleibt noch die Romantik, die im Buch nie zu kurz kam. Jeder Erwachsene, der hier aber mal kurz nachdenkt und hinterfragt, wird sich aber letztlich am fehlenden Motiv und den ganzen oberflächlichen Beschreibungen stören.

Manchmal ist es eben doch besser ein paar Seiten mehr zu investieren und bei Beschreibungen in die Tiefe zu gehen.
Für 14-jährige ist das Buch wohl nicht schlecht. Für Spannungssuchende und kritischere Leser ist es einfach zu durchschaubar und oberflächlich. Eingeschränkt empfehlenswert, wenn gerade mal wieder nichts anderes zum Lesen im Bücherregal zu finden ist.

Autor: Kimberly Derting
Buch: Bodyfinder
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