Leser-Rezension zu „Catch of the Day” von Kristan Higgins
am 25.01.2012
Maggie ist dreißig Jahre alt, lebt gemeinsam mit ihrem Golden Retriever Colonel in einer Kleinstadt namens Gideons Cove und ist Single. Diesem Umstand möchte ganz Gideons Cove abhelfen und organisiert immer wieder Dates für sie. Leider verlaufen diese häufig desaströs und da sich Nachrichten in einem kleinen Ort schnell verbreiten, sorgt Maggie regelmäßig für Lacher.
So auch, als sie sich in den neu zugezogenen Tim verguckt, dabei aber leider die Information verpasst hat, dass er der neue Priester ist. Womit sie wieder einmal für viel Gelächter gesorgt hat…
Gideons Cove ist ein kleines Fischerdorf, in dem jeder jeden kennt, hier wird sich noch gegenseitig geholfen und man kümmert sich umeinander. Das gefällt mir wirklich gut! Es hat so was uriges und gemütliches. Maggie ist Besitzerin von Joe’s Diner, dem Treffpunkt im Ort. Auch wenn ihre Mutter sich nicht recht mit diesem Umstand abfinden kann, ist Maggie doch stolz darauf, was sie erreicht hat.
Ich stelle mir das wirklich nett vor, wenn man in einem so kleinen Dorf Besitzer eines Diners ist. Man trifft jeden Tag viele Menschen und wenn es mal ruhiger ist, kann man sich mit ihnen an den Tresen setzen und ne Runde schnacken^^. Hört sich für mich sehr gemütlich an.
Natürlich darf man dann kein Problem damit haben, dass jeder so ziemlich alles über einen weiß und sich Neuigkeiten wie von selbst verbreiten. Aber das macht auch irgendwie den Charme einer solchen Kleinstadt aus.
Maggie ist etwas Besonderes. Außerdem lässt sie kein Fettnäpfchen aus und macht sich regelmäßig zur Lachnummer des Orts. Sie war mir von Anfang an sympathisch und ich konnte mich gut mit ihr identifizieren. Sie liebt ihre Familie und ihren Hund –ihr ständiger Begleiter und Tröster- über alles und wünscht sich auch eine eigene Familie und ein Leben, wie es ihre Zwillingsschwester Christy führt.
Und Malone… Oh mein Gott. Malone ist so… wow! Er ist ganz anders als anfangs erwartet.
Er ist ein sehr interessanter und nicht ganz einfacher Charakter. Sehr intensiv. Ganz ungewöhnlich und mal was völlig anderes. Er redet nicht besonders viel und zeigt manchmal sogar überhaupt keine Reaktion. Nachdem ich Evis Rezension zu diesem Buch gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf ihn und zunächst etwas verwirrt, weil er zu Anfang der Geschichte so gut wie gar nicht vorkommt. Aber das ändert sich später und ich muss sagen, ich bin wirklich absolut begeistert. Ich verstehe total, warum Evi nur wegen Malone dem Buch einen Stern mehr gegeben hat. Allein schon wegen ihm lohnt es sich, das Buch zu lesen.
Auch alle anderen Charaktere in Gideons Cove sind ebenfalls wirklich liebenswert – sie alle haben ihre Eigenheiten und eine eigene Persönlichkeit. An dieser Stelle ein großes Kompliment an die Autorin, die es geschafft hat, eine ganze Stadt mit tollen und vor allem glaubwürdigen Personen zu füllen, die auch wirklich Einfluss auf die Geschichte nehmen.
Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, der Schreibstil ist sehr angenehm. Man bekommt beim Lesen selbst ein leichtes Kribbeln im Bauch^^ Das Cover finde ich sehr ansprechend und besonders schön finde ich, dass hier tatsächlich ein Golden Retriever abgebildet ist und nicht „irgendein anderer süßer Hund“ wie das ja leider manchmal der Fall ist. Colonel ist der typische, nette Golden Retriever – sehr gut getroffen, auch wenn er mehr eine hintergründige Rolle einnimmt.

