Im ersten Kapitel werden zunächst einmal die wichtigsten Figuren vorgestellt und der Plot vorbereitet, wodurch ich leicht in die Geschichte einsteigen konnte. Lucy entschließt sich wieder zu Dates zu haben, nachdem ihre Schwester gerade eine Tochter entbunden hat. Ihr wird klar, dass sie selbst gern Kinder möchte, was ohne einen Mann für sie undenkbar ist.
Doch die Ehemänner in Lucys Familie sterben alle recht jung, ihr Ehemann war der vierte. Ihre beiden Tanten und ihre Mutter sind ebenfalls relativ jung zu Witwen geworden und da ihr aller Mädchenname Black ist, werden sie auch die „Black Widows“ genannt. Die Black Widows betreiben eine Bäckerei namens „Bunnys“, in der Lucy für das Brotbacken zuständig ist. Aber eigentlich möchte sie die Bäckerei in ein hübsches Cafe umwandeln, in dem es leckere Kuchen und Kaffee gibt, in einen Ort der Begegnung und Gemütlichkeit. Ihre Tanten sperren sich jedoch gegen eine Veränderung.
Sehr erfrischend sind dann die Verkupplungsversuche von Lucys Tanten, die sie einfach jedem männlichen Kunden als gute Partie anpreisen, der die Bäckerei betritt. Lucys Tanten sind einfach einmalig! Überhaupt sind sämtliche Nebencharaktere von Kristan Higgins wundervoll gezeichnet worden – die mit den verstorbenen Ehemännern Kontakt aufnehmende Grinelda, der einsame Mr. Dombrwoski, der jeden Tag in die Bäckerei kommt, sich alles zeigen lässt und dann doch immer wieder dasselbe kauft, Parker und Nicky, die Lucy Halt geben und natürlich die Familie Mirabelli. Sie sind Jimmys und Ethans Eltern und einfach sehr sympathisch, total nett und liebenswert. Zu Lucy haben sie ein sehr gutes Verhältnis, auch nach Jimmys Tod. Solche Schwiegereltern würde ich mir auch wünschen!
Außerdem hat Lucy eine Katze namens Fat Mikey, die immer mal wieder auftaucht und für ein bisschen Ablenkung sorgt. Dann erfahren wir, dass Lucy es liebt, tolle Desserts zuzubereiten, sie aber nach dem Tod ihres Mannes selbst nicht mehr isst. Es ist ihr zudem unmöglich den Friedhof, auf dem ihr Mann begraben liegt, zu betreten, da sie Panikattacken bekommt. Daher geht sie immer um den Friedhof herum, was teilweise schon recht viel Zeit in Anspruch nimmt.
Es hat mir gut gefallen auch etwas über Lucys Vergangenheit zu erfahren, die in kurzen Abschnitten und teilweise recht lustigen Anekdoten (White Russian Fiasko!) erzählt wird. Und auch die kurzen alltäglichen Dialoge, wie Mr. Dombrowskis Besuche in der Bäckerei, haben mir besonders gefallen, weil sie der Geschichte einen ganz besonderen Charme verleihen.
Und dann ist da natürlich noch Ethan. Er ist der Bruder von Jimmy und Lucys bester Freund. Er war nach Jimmys Tod für sie da und versteht sich besser mit ihrer Familie als mit seiner eigenen. Jeden Freitagabend kommt er zur „Happy Hour“ in die Bäckerei und trinkt Cocktails mit den Black Widows, die er mit seinem Charme längst für sich gewonnen hat.
Leider ist Ethan schon fast ein Übermann. Ich weiß nicht genau, wie ich das erklären soll, ohne schon zu viel zu verraten… Aber andererseits ist er fast sein ganzes Leben lang immer nur der Zweite nach Jimmy, nicht nur für Lucy sondern auch für seine Eltern – „The next best thing“ eben.
Immer wenn ich dachte, jetzt endlich haben sie sich gefunden, geschah wieder etwas, das die Sache verkomplizierte und es ist wieder nichts geworden. Dadurch entstanden für mich ab und zu einige Längen, die ich aber nicht weiter schlimm fand. Das wundervolle, herzerwärmende Ende kommt dafür ganz auf und lässt sie vergessen. Die Geschichte lässt mich nun ein wenig wehmütig zurück und mein Entschluss steht fest: das wird sicherlich nicht das letzte Buch von Kristan Higgins in meinem Regal sein!
Die Sprache ist relativ einfach gehalten und ich hatte keinerlei Probleme damit. Für Anfänger eventuell etwas schwierig, aber mit etwas Geduld und ein wenig blättern im Wörterbuch sicher absolut machbar.