Graceling
(Die Beschenkte)
Kristin Cashore
'It was a land of seven kingdoms. Seven kingdoms, and seven thoroughly unpredictable kings.'
Wie es sich wohl anfühlt, mit der Gabe des Tötens beschenkt, die Aura einer Unbesiegbaren zu verbreiten? Lady Katsa empfindet es mehr als Fluch denn als Segen. Zwar vermag sie mit Hilfe ihrer Autorität Gutes zu bewirken, doch es muss stets in aller Heimlichkeit geschehen: Seit dem Tod ihrer Eltern nämlich beansprucht König Randa Katsas Fähigkeit für seine niederen Zwecke, obwohl sie die Rolle des furchterregenden Racheengels verabscheut. Erst ihre Bekanntschaft mit einem anderen Beschenkten gibt Katsa endlich die nötige Kraft, aus Randas „Käfig“ auszubrechen.
Anfänglich ist Bo, jüngster Prinz der Lienid und auf der Suche nach seinem Großvater, der Heldin ein Rätsel: Augenscheinlich mit der Gabe des Kämpfens beschenkt, fordert er Katsa nie ernsthaft heraus. Im Gegenteil: Bo hält eher seine zweite Wange hin, statt sie bei einem – wenngleich spielerischen – Gegenangriff zu verletzen. Aus einer vorsichtigen Annäherung wird, dank Bo’s unerschütterlichem Glauben an Katsas weichen Kern, Freundschaft. Gemeinsam spüren sie den Entführer von Bo’s Großvater auf und durchkreuzen infolgedessen die Pläne eines bestialischen Mörders: eines Königs mit der Gabe, die Gedanken der Menschen so zu manipulieren, dass sie an seine Unschuld glauben. Wer, wenn nicht zwei nach Gerechtigkeit strebende Beschenkte, aus deren Freundschaft allmählich Liebe erwuchs, könnten seinem entsetzlichen Treiben ein Ende bereiten?
Cover:
Die Hardcovervariante finde ich hier leider nicht so schön, weswegen ich froh bin, dass ich das Taschenbuch habe. Das Cover mag ich umso mehr. Zwar reizt mich auch das deutsche Cover mit diesen Haaren, dass ist irgendwie ungewöhnlich und hat etwas. Dazu noch das tolle Ornament. Allerdings gefällt es mir in der englischen Variante, dass man Katsa ganz sieht. Ich find die Haltung toll, die wilden Haare, die sie immer laufend stören, die Winterlandschaft ist mehr als passend und ich finde auch, dass der Titel gut in Szene gerückt ist. Bei der deutschen Ausgabe finde ich das eher etwas störend, dass es da so mitten durch die Haare geht.
Jedenfalls vergebe ich für 'mein Taschenbuchcover' Cover:
4 Sterne
Leseeindruck:
Ich bin damals über eine Rezi zu 'Die Beschenkte' gestolpert. Die Rezi las sich nicht umwerfend, aber ansprechend. Das Thema mit den 'beschenkten Gaben' also den verschiedenen 'Graces' die die Leute in den sieben Königreichen haben können, dass hat mich sofort für sich gewinnen können. Solche kleinen magischen Details, eine mysteriöse Story und ne gute Portion Liebe, dass kann mich sofort begeistern. Dazu kam, dass ich gerne Reihen lese und das Cover mich ebenso zu faszinieren wusste. (Das zu Teil 2: Die Flammende sogar noch mehr) Also habe ichs mir gleich mal gewünscht.
Ich habe dann aber zu Weihnachten den zweiten Teil 'Fire' bekommen und jetzt endlich dank eines 5€ Gewinngutscheins mir den ersten Teil (gebraucht) zugelegt, um die Reihe lesen zu können.
Der Schreibstil von Kristin Cashore (ich kann wieder nur den englischen Schreibstil bewerten) ist echt wunderbar. Er erinnert mich sehr und das sofort an den von Juliet Marillier und sie ist meine Lieblingsautorin. Soll heißen: ich war schwer und bin schwer verliebt in Mrs. Cashore *-* :))
Sehr flüssig fliegt man durch die Seiten und erlebt viel Gefühl, eine detailierte Gedankeneinsicht und eine Protagonistin, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Nach Außen wie eine starke, unbesiegbare Wildkatze, innen drin verloren, beinah ängstlich, weil ihre Gabe, zu töten, so oft schon für Zwecke missbraucht wurde, die sie nicht gut heißen kann.
Obwohl die Autorin sehr detailiert beschreibt, wird es nie langweilig. Ich fand selbst die langen Reisebeschreibungen angenehm zu lesen und ich dachte oft (ging mir schon nach 150 Seiten so) mein Gott, wie viel kommt da denn noch, weil ich immer den Eindruck hatte, ich müsste inhaltsmäßich schon mindestens das Doppelte gelesen haben. Also keine leeren Worte, sondern richtig viel Inhalt, viel Gefühl eine superschöne, sich langsam entwickelnde, romantische Lovestory und natürlich Geheimnisse und jede Menge Spannung. Ein bisschen Drama gibt es auch und so hat das Buch eigentlich wirklich alles, was ich mir wünsche.
Einziger kleiner Kritikpunkt ist das Ende. Das ist verhältnismäßig kurz, dafür dass der Rest einem so lang vorkommt. Hier wäre ich gerne noch etwas mehr in die Romantik eingetaucht, die sich dann aufbaut und hätte die positive Stimmung genossen. Die ist nach dem 'Drama' etwas zu kurz, zu gerafft für meinen Geschmack ausgefallen.
Die Figuren sind mir indess so ans Herz gewachsen, dass ich hoffe, sie tauchen in den Folgebänden noch auf, auch wenn es so aussieht, als ginge es in Fire, um eine neue Protagonistin. Besonders gefreut hat mich jedoch, dass Bitterblue im dritten Teil (der heißt auch Bitterblue) ihren Auftritt als Frau bekommt. (Sie ist hier ein junges Mädchen, das von Katsa gerettet wird. Warum kann ich nicht verraten :D )
FAZIT:
Eine magische, gefühlsgeladene, wunderschön geschriebene und rundherum harmonische Geschichte, die nicht nur Fantasyliebhaber begeistern wird. Absolut empfehlenswerter Reihenbeginn, den ich jedem nur ans Herz legen kann. Gebt euch der Lese-Grace hin und lasst euch verzaubern!
Ich vergebe für Graceling:
4 und 1/2 Sterne
Einen halben muss ich aufgrund des zu kurz ausgefallenen Endes, dass mich nicht ganz befriedigen konnte, abziehen.