Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Es war selbstverständlich für die junge Ärztin Eliska, die Kurierdienste für die Widerstandsbewegung gegen die Deutschen zu übernehmen. Es ist Ende des Jahres 1942 und das Protektorat Böhmen & Mähren ist besetzt. Doch als sie eines Tages eine Nachricht überbringen will, kommen ihr Wehrmachtssoldaten aus dem Mietshaus entgegen, in das sie den Umschlag hätte bringen sollen. Nur mit Mühe und der Hilfe eines alten Ehepaares, entkommt sie den Soldaten, die, wie sich später herausstellte, ihre Mitstreiter verhaftet und verschleppt hatten.
Schockiert flüchtet sich Eliska ins Krankenhaus, wo sie arbeitet und widmet sich dort ihrem ersten, eigenen Patienten Joza, einem Mann, den sie aus dem Gebirge hierhergebracht hatten, als er kaum noch lebte. Doch auch sie schwebt in Gefahr, die Deutschen durchkämmen die Häuser nach Mittätern und so erhält sie von einem Studienfreund und Mitstreiter einen neuen Ausweiß und somit eine neue Identität. Sie soll mit Joza nach Zelary gehen und ihn dort heiraten.
Anfänglich bricht für Eliska, die nun Hana heißt, eine Welt zusammen. Aus dem weltgewandten Brno verbannt, sieht sie sich in einer felskargen Einöde wieder, sie muss sich mit einem Mann verheiraten, dessen Geschichten sie zwar fasziniert hatten, den sie aber nie mehr als respektierte. Und vor allem: Wie lange würde es dauern, bis Joza sein wahres Gesicht zeigen würde und sie schlug, so, wie es die anderen Männer des Dorfes mit ihren Ehefrauen taten? Die Angst ließ Hana nicht zur Ruhe kommen.
Doch nichts von dem, sollte sich bewahrheiten. Joza, den ganz Zelary wegen seiner Sanftheit und übermenschlichen Kraft als Dorftrottel bezeichnete, gab sich als ruhiger und einfühlsamer Begleiter. Mit der Zeit gewöhnte sich die Städterin immer mehr an das Leben, das nun aus Hand- und Feldarbeit bestand, sowie darin, die Hausarbeit zu verrichten. Das sie von den Bewohnern bedingungslos aufgenommen wurde, sie zeigten ihr bereitwillig, was sie können und wissen musste, tat sein Übriges dazu. Und so gewöhnte sich Hana immer mehr an ihr verordnetes Leben, sie merkt, wie sehr ihr die rüden Dörfler ans Herz wachsen und wie sie sich für die Tiere und die Natur begeistern kann. Sie lernte Joza sogar zu lieben und es wäre ihr nicht einmal mehr im Traum eingefallen, Zelary zu verlassen.
Kveta Legátová schreibt einen wunderbaren Roman über das Erlernen und Entdecken des einfachen Daseins, vom Leben, wie es ursprünglicher nicht sein könnte. Und von einer Liebe, die anfangs schon zum Scheitern verurteilt schien, sich dann aber in eine innige Abhängigkeit echter Gefühle wandelte. Ein Buch, das sich in seiner sanften Wortgewandtheit spannend liest und einen nicht mehr loslässt.
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