Der zweite Teil der Midnight- Breed Reihe um die Stammeskrieger und ihren Kampf gegen die Abtrünnigen ihrer Art, legt den Fokus auf den Krieger Dante, dieser sich nach einem Einsatz schwer verletzt in eine Tierarztpraxis schleppt. Dort rettet ihm das Blut der Tierärztin Tess das Leben. Erst zu spät bemerkt er wer Tess wirklich ist. Eine Stammesgefährtin, gezeichnet mit dem Mal und der besonderen Gabe zu Heilen, sodass sie nun unwiderruflich die Seine ist, ohne zu wissen wer und was er ist, geschweige denn in welche dunkle Welt er sie hineingezogen hat.
Mit Dante und Tess treffen zwei sehr interessante Charaktere aufeinander, die Beide mit den Schatten ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben und sich durch besondere Fähigkeiten auszeichnen, diese sie jedoch mehr als Fluch als eine Gabe ansehen.
Tess hasst ihre Gabe, sieht sie als etwas Böses an, durch diese sie ihre Hände mit Blut befleckt hat, wenn auch mit dem eines Schuldigen, nagt die Gewissheit einen Menschen wissentlich das Leben genommen zu haben an ihr. Aus Angst und Abscheu sich selbst gegenüber, verbarg sie stets ihre besondere Heilkunst. Sie hatte keine leichte Vergangenheit, die Mutter alkoholkrank und der Stiefvater mit einem unnatürlichem Interesse an ihr, sodass sie auch heute noch unter dem was sie durchmachen musste zu leiden hat. Trotz ihres „gebrochenen Wesens“ ist sie keineswegs schwach, setzt sich für Andere ein und versucht zu helfen wo sie nur kann. Und auch Dante hat mit dem Schmerz der Vergangenheit zu kämpfen, vermachte ihm doch seine Mutter die Gabe der Visionen, diese ihm immer häufiger seinen eigenen qualvollen Tod aufzeigen. Zusammen geben die Zwei ein schönes Paar ab, wenn auch ihre sich entwickelnde Beziehung auf einem Geheimnis aufgebaut wird. Denn durch Dantes Unachtsamkeit bei der ersten zufälligen Begegnung trinkt er von Tess und macht sie zu der Seine und durch einen Angriff im späteren Verlauf des Geschehens, bei diesem Tess lebensbedrohlich verletzt wird, trifft er erneut eigenmächtig die Entscheidung für sie. Er gibt ihr von seinem Blut zu Trinken, wodurch er ihr damit zwar das Leben rettet, aber sie dadurch nun endgültig an sich gebunden hat. Er bereut zwar sie an sich gebunden zu haben, wollte er doch nie eine Gefährtin haben, sie einfach so sterben lassen konnte er aber auch nicht, denn je mehr Zeit er mit ihre verbringt, desto weniger kann er sich ihr entziehen. Und auch Tess fühlt sich mehr und mehr zu ihm hingezogen, genießt die gemeinsame Zeit mit ihm, wo er doch auch Verständnis für das hat was sie getan hat. Jedoch hatte sie was das Band anbelangt, von Beginn an keine Wahl, was sie ihm nachdem sie die Wahrheit über sich und ihn erfährt auch zum Vorwurf macht und sich zunächst einmal von ihm abwendet. Beide haben mit ihrer schweren Vergangenheit zu kämpfen, müssen lernen mit dieser umzugehen und den Alltag zu bewältigen, der durch ihr unbeabsichtigtes, unzerstörbares Band zusätzlich erschwert wird, sodass sich beide zunächst einmal gegen dieses Band und die sich entwickelnden Gefühle wehren. Wobei auch hier wieder der harte Krieger etwas länger braucht um sich dies einzugestehen und Tess erst sehr spät von Dantes wahrer Natur erfährt, was ich ein bisschen schade fand, da Tess sich nur recht kurzweilig mit der offengelegten Wahrheit und den sich daraus ergebenden Konsequenzen auseinandersetzen konnte.
War ich vom ersten Teil leider sehr enttäuscht gewesen, konnte mich dieser Teil was seine Charaktere, deren Umgang miteinander und das Geschehen viel mehr überzeugen und teils auch begeistern. Das Geschehen ist von Beginn an spannungsgeladen und packend, die Beziehung von Dante und Tess überzeugend und durch ihre besonderen Gaben und auch Situation mit der von Dante allein gewählten Entscheidung der Blutsverbindung mitreißend. Was die Kampfszenen anbelangt, sind diese aggressiver und teils auch blutiger als im ersten Teil und zeigen deutlich die Entwicklung des Krieges zwischen denen die der unkontrollierbaren Blutlust widerstehen und derer die ihr nachgeben. Die Handlung ist rasanter, nimmt von den ersten Seiten an Fahrt auf und überzeugt durch spannende Unterhaltung und dramatischen Wendungen, die viel mehr Tiefe haben als die im Vorgängerteil. Denn die Feinde organisieren sich, sammeln ihre Gefolgschaft durch eine Droge, diese Vampire zu Rogues macht, diese unfähig sind ihren Blutdurst unter Kontrolle zu halten. So bekommt man hier durch Perspektivwechsel auch mehr Einblicke in die Gedanken und Handlungen der Feinde, sowie auch die der anderen Krieger, die einer nach dem anderen in den folgenden Bänden in den Mittelpunkt rücken werden.
„Gefangene des Blutes“ zeichnet sich durch düstere Spannung, anhaltende Action und einer überzeugenden, romantischen Liebesgeschichte aus, die Lust auf mehr macht und defintiv eine Steigerung zu Teil 1 ist. Bin sehr gespannt wie es weitergeht.