Gabrielle, aufgewachsen in einer Pflegefamilie, arbeitet als erfolgreiche Fotografin in New York, dennoch ist sie nicht glücklich. Sie fühlte sich nie vollständig, nicht wirklich dazugehörig und bis Heute auch fehl am Platz. Lediglich das Fotografieren füllt ihr, ihre sonst so innere Leere. Sie folgt beim Fotografieren stets einfach ihrer Intuition, diese sie auch zu dem grausigen Mord führt, diesen sie mit ihrem Handy festgehalten hat und durch diesen Lucan auf sie aufmerksam wird. Denn das Geheimnis seiner Art darf unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit gelangen und durch ihre Bilder, ist Gabrielle ein Leck das so schnell wie möglich geschlossen werden muss, sodass er sich ihrer annimmt um das Problem zu beseitigen. Gabrielle hat die Gabe mehr zu sehen als alle Anderen, auch wenn ihr die Wahre Bedeutung dessen, erst durch die Begegnung mit Lucan und ihrer wahren Herkunft klar wird. So hat ihre Intuition sie unbeabsichtigt, bis zu den geheimen Verstecken des Feindes der Stammesvampire herangebracht, wodurch diese es natürlich auf sie abgesehen haben und Lucan keine andere Wahl hat, als für ihren Schutz zu sorgen und sie dadurch in seine dunkle Welt zieht. In eine Welt voller Blut und Gewalt, abgeschirmt von den Menschen, in dieser eine Gruppe von Kriegern sich zusammengetan hat, um gegen Jene ihrer eigenen Rasse vorzugehen, diese sich ihrer Blutlust hingegeben haben und außer Kontrolle geraten sind. Die sogenannten Rogues, diese sich in einem Dauerzustand des Blutrauschs befinden. Anfällig sind aber auch die Gen- Eins Vampire, die ersten Kinder der ersten Vampire überhaupt, wie der Anführer dieser Kriegergruppe in Gestalt von Lucas Thorne, dieser sich als Detective ausgibt, um an das belastende Material von Gabrielle zu gelangen. Er hat mit seinem immer stärker werdenden Drang sich dem Blutrausch völlig hinzugeben zu kämpfen. Als er dann auch noch entdeckt, dass Gabrielle eine Stammesgefährtin ist, Jene menschliche Frau, dazu auserkoren mit einem Vampir eine Bindung für die Ewigkeit einzugehen, hat er keine andere Wahl als sie unter seinen Schutz zu stellen, zumal ihr verführerischer Jasminduft in nicht mehr loslässt.
Meine Erwartungen an den ersten Teil der Midnight- Breed Serie von Lara Adrian waren hoch, vielleicht ein wenig zu hoch, denn das Buch hat mich nicht so überzeugt wie erwartet.
Was mir gut gefallen hat, ist die Geschichte der Vampire an sich, ihre Herkunft, ihre Kultur und ihre Sitten, dieses sich von den üblichen Vampiren völlig unterscheiden, bis auf die typische Sonnenallergie und dem Blut. Denn bei der Autorin stammten die ersten Vampire von einem anderen Planeten, also Außerirdische die auf die Erde gekommen sind und erst durch die Menschen die Bezeichnung 'Vampir' bekamen. Zudem gibt es nur männliche Vampire, diese von besonderen Frauen, diese sich durch ein bestimmtes Erkennungsmal und Gaben auszeichnen geboren werden, den sogenannten Stammesgefährtinnen. Die verwendete Sprache ist flüssig, oft Umgangssprachlich und einfach gestrickt, was mich jetzt aber nicht stört, da es passend verwendet wurde.
Leider hatte ich so meine Schwierigkeiten mit den beiden Hauptfiguren an sich, sodass es teilweise ein wenig ermüdend war die Annährung der Beiden zueinander zu lesen, da ich nicht wirklich mit ihnen sympathisieren konnte. Gabrielle war sehr von Gefühlsschwankungen bestimmt, oft jedoch sehr jammrig, zu wenig kämpferisch, die Eigenständigkeit fehlte, was sich auch erst so gegen Mitte des Buches langsam änderte. Nichts destotrotz blieb sie mir einfach zu blass, ohne wirklich Tiefe. Und auch Lucan war mir zu beherrscht von seinen Launen, mal lässt er die Nähe zu Gabrielle zu, dann wieder weist er sie in ihre Schranken mit brutaler, grober Offenheit, er weiß nicht was er will und lässt es an Gabrielle aus, diese es mir für meinen Geschmack einfach zu leicht hinnimmt. Es fehlte mir das Besondere bei den Beiden, etwas greifbares, was sie realistischer erscheinen lässt und auch zusammen konnten sie mich als Paar leider nicht ganz Überzeugen, was vielleicht an dem ein wenig zu langwierig gestalteten Anfang liegt, hauptsächlich gefüllt von der plötzlich vorhandenen Leidenschaft der Beiden zueinander und keinem wirklichem Handlungsgeschehen. So fehlte zu Beginn auch ein wirklicher Spannungsbogen, er entsteht erst als Gabrielle in den Schutz der Kriegerunterkunft gelangt . Dort nimmt die Handlung auch erst wirklich ihren Lauf, unter Einbezug der anderen Krieger und Stammesgefährtinnen, die sehr viel sympathischer und interessanter gespickt waren und dem ganzen mehr Schwung und Spannung entgegenbrachten. So wurde dadurch auch das ganze Geschehen Aufgewertet und die Neugierde auf die Nebenfiguren weckte das Interesse auf den weiteren Verlauf des Geschehens, der ganz gut war, aber noch viel Platz nach oben lässt.
"Geliebte der Nacht" der Einstieg zur Midnight- Breed Serie, weist ein interessantes Grundgerüst bestehend aus einer Kriegergruppe von Vampiren die von Außerirdischen abstammen auf, mit einem leider schwachen, nicht überzeugendem Hauptfigurenpaar und einem zu Beginn kaum vorhandenen Spannungsbogen, dieser sich erst ab der Mitte des Buches abzeichnet. Dafür aber mit interessanten Nebencharakteren, diese der Reihe nach in den Mittelpunkt der folgenden Bücher rücken werden und für eine vielversprechende Fortsetzung des Handlungrahmens sprechen. Das Potenzial dazu ist auf jeden Fall da.
Ich werde trotz der Enttäuschung an der Reihe dranbleiben und sie auch in der richtigen Reihenfolge lesen, sodass als nächstes Dante am Zug ist, dieser mir schon in diesem Teil ein Grinsen beim Lesen beschert hat.
2,5 von 5 Sternen