In “A certain slant of light” geht es vorrangig um die Liebesgeschichte zwischen Helen und James.
Helen ist ein sogenannter “Light”, ein Geist und schon seit sehr vielen Jahren tot. Doch die Erde kann sie nicht verlassen und so ist sie an einen “Host” gebunden. Ihr derzeitiger Host ist ein Englischlehrer, dem sie auch als Muse dient. Allerdings kann sie niemand sehen und ist für ihre Umgebung Luft. Bis eines Tages im Englischunterricht Helen plötzlich von einem Jungen angesehen wird!
Es stellt sich heraus, dass der Junge, James, ebenfalls ein Light ist, aber hingegen zu Helen, hat er keinen Host, sondern hat sich den Körper eines Jugendlichen angeeignet, der “seelenlos” war und fast an einer Überdosis gestorben wäre.
Relativ schnell entwickeln sie Gefühle füreinander und um ihre Beziehung ausleben zu können, müssen sie Helen auch einen Körper beschaffen, was gar nicht so einfach ist…
Aufgrund vieler begeisterter Meinungen habe ich mir das Buch gekauft und ich habe mich sehr auf das Lesen gefreut, doch ich muss gestehen, ich bin doch etwas enttäuscht.
Die Grundidee finde ich wirklich sehr toll und originell. Ebenso wie es interessant ist, dass Helen und James beide mit Ende 20/Anfang 30 Jahre gestorben sind und daher schon lange aus dem Teenageralter raus sind, aber dadurch, dass sie sich jugendliche Körper nehmen, mit eben diesen Problemen umgehen müssen. Denn die Körper waren zwar seelenlos, aber noch nicht ganz tot und daher müssen sie die Leben der Personen weiterführen, was sich als recht schwierig erweist, z.B. bei James, dessen Körper ziemlich fertig ist durch den Drogenmissbrauch und Helen, die nun in einer sehr religiös, ja fanatischen Familie leben muss. Doch damit nicht genug, kommen langsam auch Erinnerung von Helen selbst dazu…
Und durch eben diese verschiedene Sachen, die Helen und James durchmachen müssen, erscheinen die beiden Hauptcharaktere sehr vielschichtig und gut ausgearbeitet. Doch leider wirken dadurch die Nebencharaktere etwas “flach”.
Mein größter Kritikpunkt ist jedoch, dass ich es viel zu kurz fand. Das Buch hat nichtmal 300 Seiten, dabei würde der Inhalt locker für 400-500 Seiten reichen. Durch die Kürze geht die Beziehung zwischen Helen und James viel zu schnell voran. Kaum kennen gelernt, schon verliebt und auf der Suche nach einem Körper. Hier hätte ich mir doch etwas mehr Tiefe gewünscht und eine detaillierte, glaubwürdigere Ausarbeitung.
Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und ich fand es sehr angenehm. Ich habe es in relativ kurzer Zeit gelesen, obwohl ich für Bücher in Fremdsprachen wesentlich länger brauche als für deutsche Romane.
“A certain slant of light” erscheint etwa Mitte März auf Deutsch unter dem Titel “Silberlicht” im Pan-Verlag.
Leider hatte ich zu große Erwartungen an “A certain slant of light“, sodass es mich nicht ganz überzeugen konnte, ich es aber dennoch recht gerne gelesen habe.