Meine Meinung
Wie ich bereits vor dem lesen des Buches feststellen musste, sind die Meinungen über das Buch eher mittelmäßig. Also bin ich auch mit nicht allzu großen Erwartungen an das Buch rangegangen. Zumal ich so wie so eher selten Bücher mit einem männlichen Protagonisten lese, da es mir da einfach immer etwas schwerer fällt, mich in die Geschichte reinzuversetzen.
Die ersten Seiten wurde ich allerdings positiv überrascht. Mir gefiel diese Idee sehr gut. Begleiter - nicht unbedingt Engel - die Verstorbene in den Himmer geleiten, indem sie eine Todestür öffnen. Besonders toll fand ich die Umsetzung des Weges in den Himmer, im Buch "die Passage" genannt. Dort durchlebt der Tote noch einmal sein Leben (in Form von einem Theater, Bildern.. und anderen Dingen), sowohl die positiven als auch negativen Dinge. Am Schluss gibt es eine kleine Prüfung.
Dann wars das dann aber auch mit meiner Begeisterung, denn die Umsetzung dieser Geschichte (welche eigentlich viel Potential hatte), war einfach eher mittelmäßig.
Der Klappentext passt eigentlich schon zu der Geschichte, aber irgendwie auch nicht. Denn Calders "Gefühle" für Alexandra sind nur der letzte Stoß, der den Stein ins Rollen bringt. Im eigentlichen Teil der Geschichte geht es garnicht mehr darum. Der Klappentext ließ mich vermuten, dass es um eine Liebesgeschichte zwischen einem Begleiter (Calder) und einem lebenden Menschen (Alexandra) geht. Weit gefehlt, auch wenn die Gefühle nicht ganz auf der Strecke bleiben.
So viel sei gesagt: Alexandra ist die letzte Kaiserin von Russland und es dreht sich in der Geschichte viel um die Romanows, besonders um ein paar der Kinder - eine von ihnen kennt man schon aus einem Kinderfilm.. nämlich Anastasia.
Ebenfalls eine große Rolle spielt Grigori Rasputin, allerdings eine ganz Andere, als zum Beispiel in dem Kinderfilm.
Zu einem großen Teil ging es in diesem Buch auch um die Geschichte dieser Familie, einschließlich ihrer Ermordung und "das Danach". Alles miterlebt aus der Sicht von Calder, auch wenn das Buch keine Ich-Erzählung ist.
Das Ganze lehnt sich an einige geschichtliche Fakten und nutzt einen ganz bestimmten Teil davon: "Die Legende, dass Anastasia überlebt haben könnte, hielt sich lange. Als 1994 die Leichen der Romanows exhumiert wurden, fehlten tatsächlich zwei Körper. Noch bis 2007 war nicht eindeutig geklärt, ob die Leiche von Anastasia oder Maria fehlte. Am 24. August 2007 gab ein russisches Archäologenteam an, im Juli 2007 die sterblichen Überreste des Zarewitsch Alexej und seiner Schwester Maria gefunden zu haben, was durch eine DNS-Analyse bestätigt wurde. Demnach handelte es sich bei den bereits 1991 aufgefundenen Leichen um die Körper des Zaren und seiner Gemahlin sowie der Töchter Anastasia, Olga und Tatjana." (Quelle Wikipedia)
Wäre es nicht Maria gewesen, würde das wirklich wunderbar zum Buch passen.
Ich finde die Geschichte der Romanows interessant, wie auch die Idee im Buch. Leider hat es aber mit er Spannung so garnicht hingehauen. Die Geschichte ist leider relativ langweilig erzählt. Zwischendurch passiert zwar immer mal wieder etwas.. aber so schnell wie die Spannung kam, war sie auch wieder weg.
Noch dazu ist Calder leider ein sehr unbeholfener Charakter, was zum größten Teil wohl daran liegt, dass er sich nur Bruchstückhaft an sein menschliches Leben erinnern kann. Er wirkt blass, so wie eigentlich auch die anderen Charaktere. Mal sind sie so, mal wieder ganz anders und so wie so nur sehr oberflächlich in der Beschreibung. Irgendwie nicht ganz ausgereift und einfach zu Gunsten der Handlung hingedreht, wie es gerade am besten passte.
Das Ende ist auch nicht wirklich befriedigend. Ein wichtiger Teil wurde nicht zu Ende erzählt, was man bei der Seitenzahl aber ruhig hätte tun können. Wahrscheinlich wurde dieser Teil der Geschichte aber so wie so nur eingebaut um Spannung zu erzeugen.
Was aber auf jeden Fall noch erwähnenswert ist, ist der schöne Schreibstil. Die Autorin erzählt ihre Geschicht sehr bildhaft und mit viel Liebe zum Detail und einer großen Portion Geduld. Das hat mir sehr gut gefallen und so manche Schwachstelle ausgebessert.
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Fazit
Ein sehr durchschnittliches Buch mit einer tollen Idee, die leider nicht so gut umgesetzt wurde, dafür aber mit einem wunderbaren Schreibstil geschmückt ist.