Daniel Grigori. Luce sieht ihn in der Besserungsanstalt, wo sie nun hingehen darf, das erste Mal. Er ist unglaublich attraktiv, aber auch distanziert - und der Mittelfinger hilft auch nicht wirklich, dass Lucinda ihn gleich nett findet. Und doch ist sie sich sicher, dass sie ihn irgendwoher kennt ...
Aber immer, wenn die Schatten sie wieder bedrohen, ist Daniel zur Stelle und rettet ihr so mehrfach das Leben. Und langsam, aber sicher lernen sich beide besser kennen - und somit auch das dunkle Geheimnis, das beide umgibt.
Sie konnte den Blick nicht davon abwenden. Die Flügel wirbelten in allen Farben der Welt um sie herum, dass ihr der Kopf davon schmerzte. Sie suchte mit den Augen nach einem Halt, aber da waren nur noch das glühende Rot des Sonnenuntergangs und das dunkler werdende Blau des Abendhimmels. Dann sah sie nach unten.
Der Boden unter ihren Füßen.
Unendlich tief unter ihr.
Allgemein
Ich war gerade bei Amazon. Habe geschaut, wie viel es denn kostet. Und in der einen Rezension stand: "Außen hui, innen pfui". Ich musste grinsen und dachte, dass man es so natürlich auch ausdrücken könne - nur, dass das zweite meiner Meinung nach nicht stimmt.
Ich habe bisher fast nur schlechtes über das Buch gehört. Ich konnte mich nie überwinden, es zu holen. Bis ich es für 5€ bekam. Und ich muss zugeben: reiner Coverkauf! Ich LIEBE das Cover. Und es passt auch so ziemlich gut.
Ich habe mich während des Lesens immer wieder gefragt, was wohl so schlecht sein sollte. Ganz am Anfang, als Arriane auftauchte, hatte ich noch schreckliche Angst, dass die ganze Besserungsanstalt-Geschichte der von "House of Night" ähneln könnte. Aber dem war nicht so. Stattdessen ähnelte sie "Angel Eyes", war aber weitaus besser umgesetzt als diese. Ich könnte noch mehr dazu sagen, aber ich will jetzt nicht spoilern. Auf jeden Fall fand ich die Ähnlichkeit trotzdem immer noch etwas nervig. Als die Geschichte diese Wendung nahm, war ich wirklich etwas enttäuscht - auch, wenn es von der Handlung her eigentlich immer spannend bleibt.
Natürlich, "Engelsnacht" war nicht perfekt. Ich hatte so meine Probleme, aber soooo schlimm waren sie jetzt auch nicht. Zum Beispiel, als dann plötzlich auch noch Gabbe und Arriane Engel sind. Man muss es auch nicht gleich übertreiben! Natürlich gibt es einen Sinn, aber ... Argh.
Ich weiß nicht, ob ich weiterlesen werde, die vier Teile. Wenn ich es umsonst oder wieder so billig bekomme, sicher. Sonst bin ich nicht davon überzeugt - ich kaufe mir eigentlich nur Bücher, die in meinen Augen wirklich perfekt sind. Und davon ist "Engelsnacht" trotz des Covers weit weg.
Charaktere
Also entgegen meiner Befürchtungen war Luce nett. Ich mochte sie ziemlich doll. Natürlich, sie ist schon etwas angeknackst, aber sonst?! Da kann ich mich dagegen eher über Daniel und Cam aufregen.
Cam fand ich eigentlich ziemlich nett. Klar, man merkte immer, dass da was im Busch war, aber sonst?! Klar, nett war er nur bis zu der "Höllen"-Stelle, ab da war er das typische Ekel, aber na ja.
Daniel ... Mhm. Ich würde jetzt ja OBERFLÄCHLICH schreiben, aber das kam eher durch die Autorin so raus. Schwierig schwierig. Auf jeden Fall mochte ich irgendwie beide Typen nicht. Klar, Daniel hat alles aus einem guten Grund heraus getan, aber überzeugt hat es mich dennoch nicht.
Eben das typische Gut-Schlecht-Bild. Was ziemlich genervt hat.
Schreibstil
Ich war zuerst wirklich überrascht. Ich dachte, das Buch sei mal wieder aus der Ich-Perspektive geschrieben - aber dem war nicht so. Schön auktorial, mal wieder zur Abwechslung. Auch, wenn ich befürchte, dass es aus Luces Sicht besser geworden wäre.
Der Schreibstil war relativ gewöhnungsbedürftig. Manchmal gab es jene bekannte "HÄ?!"-Stellen, aber auch Stellen, wo ich kichern musste ... Er war durchwachsen.
Der erste Satz
Um Mitternacht zeichnete er dann zuletzt die Augen.
Fazit
Das Buch war wohl eher ein Coverkauf. Der Inhalt ist keine neue Idee, aber ganz gut umgesetzt - und trotzdem nicht so berauschend. Die Charaktere sind flach, der Schreibstil durchwachsen ...