Rezension zu "Pandemonium" von Lauren Oliver

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capkirki

Vor 1 Jahr

(6)

Was für ein Ende! Und jetzt schon wieder so lange warten.

Kurz und knapp, “Pandemonium” ist ein würdiger Nachfolger für “Delirium”.

(Falls ihr Delirium noch nicht gelesen habt, diese Rezi könnte Hinweise und Spoiler enthalten, dann lieber nochmal wiederkommen, wenn ihr “Delirium” gelesen habt :) )

Das Buch ist aufgeteilt in “Now” und “Then”.
“Then” startet dort, wo “Delirium” geendet hat: Lena kurz nach ihrer Flucht mit Alex, wie sie sich durch die Wildnis schlägt, fast stirbt, von einer Gruppe “Invalids” gefunden und in ihrem Camp gesund gepflegt wird.
In diesem Camp findet Lena ihr neues zu Hause und neue Freunde, Raven, Blue, Tuck, Hunter ….und doch kann sie Alex nicht vergessen. Das Leben in der Wildnis ist nicht einfach, ständig droht Gefahr und der Winter kommt, die Gruppe muss weiterziehen, doch der Nachschub kommt nicht wie geplant und plötzlich muss die “neue Lena” wieder um ihr Leben kämpfen.

“Now” spielt ca. ein halbes Jahr später, in New York. Lena hat sich der “Resistance” angeschlossen und lebt jetzt unter den Geheilten, den “Zombies”, wie sie sie nennen. Sie nimmt an den DFA (Deliria-Free America) Meetings teil, denn für den Widerstand soll sie Julian Fineman im Auge behalten, er ist der Sohn des Anführers, schwer krank und trotzdem bereit, sich “heilen” zu lassen, auch wenn das sein Todesurteil sein könnte. Während einer groß angelegten Rally kommt es plötzlich zu einem Überfall einer anderen Widerstandsgruppe und Julian und Lena stecken plötzlich zusammen ganz tief in Schwierigkeiten….

Lauren Oliver ist auch hier wieder ein Buch gelungen, das den Leser emotional gefangen nimmt. Diesmal geht es nicht nur um die Liebe, sondern auch um Trauer, Verlust, Wut, Hass und die Art, damit umzugehen. Lena hat sich von der braven, schüchternen Schülerin zu einer wirklichen Kämpferin entwickelt, die für sich und ihre Überzeugungen einsteht. Sie hat auch kein Problem damit, sich im Notfall gegen die eigenen Freunde zu stellen, wenn sie der Meinung ist, dass diese den falschen Weg eingeschlagen haben. Dies hier ist ihre Geschichte und sie macht sie zu ihrer Geschichte.

Mit der Gruppe der “Invalids” und mit Julian werden einige interessante neue Charaktere eingeführt. Gerade Julien entwickelt sich zum perfekten Gegenpart für Lena. Sie können sich nicht ausstehen und müssen doch zusammenarbeiten, um zu überleben. Und beide merken, dass nur Vorurteile sie zu Feinden gemacht haben. Auch wenn ich mich – wie Lena – in Alex verliebt habe, mochte ich Julien. Er ist das Symbol dieser kranken Gesellschaft, eine Puppe, mit der sie spielen und der langsam, dank Lena, aus einer ganz anderen Art von Delirium erwacht.
Und das Ende… das Ende…. unfassbar! Wäre ich alleine gewesen, hätte ich nach dem letzten Satz wohl laut geschrien, es ist einfach…. aahhh…. lest selbst!

Klitzekleiner Kritikpunkt: ab und zu hat sich die Handlung etwas gezogen.
Es hätte schneller gehen können – dafür könnte ich einen halben Punkt abziehen, aber das Ende packt diesen halben Punkt locker wieder drauf und damit sind es 5 glänzende Sternchen.

Lieblingszitate:

“In approved places, every story serves a purpose. But forbidden books are so much more. Some of them are webs; you can feel your way along their threads, but just barely, into strange and dark corners. Some of them are balloons bobbing up through the sky: totally self-contained, and unreachable, but beautiful to watch.
And some of them- the best ones- are doors.”

„I read once about a kind of fungus that grows in trees. The fungus begins to encroach on the systems that carry water and nutrients up from the roots to the branches. It disables them one by one – it crowds them out. Soon, the fungus – and only the fungus – is carrying the water, and the chemicals, and everything else the tree needs to survive. At the same time it is decaying the tree slowly from within, truning it minute by minute to rot.
That is what hatred is. It will feed you and at the same time turn you to rot.
It is hard and deep and angular, a system of blockades. It is everything and total.
Hatred is a high tower. In the Wilds, I start to build, and to climb.”

Autor: Lauren Oliver
Buch: Pandemonium
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