Rezension verfasst vor 10 Monaten
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Inhalt:
Sophie hat endlich ihr Glück und ihre Familie gefunden. Fünf Jahre sind seit den schrecklichen Ereignissen vergangen und nur noch zwei müssen vergehen, um sicherzustellen, dass Aurora ein normales Menschenmädchen bleibt.
Doch auf einmal überschlagen sich die Ereignisse. Während Nathan verschwindet und jemand Auroras Kräfte freisetzt, erfüllen sie alle in ihrer Furcht eine vorherbestimmte Rolle, die einem großen Masterplan dient. Puzzlestück für Puzzlestück wird zusammengesetzt, ohne dass es jemand durchschauen kann.
Bis Sophie sich ihrem schlimmsten Feind gegenüber steht und ihr ehemaliger Widersacher Caspar mit einem Mal ihr wichtigster Verbündeter wird.
Meine Meinung:
Mit „Der Fluch der Abendröte“ hat Leah Cohn eine würdige Fortsetzung geschaffen. Es gibt zwar einige Schwachstellen, doch von diesen abgesehen, erwartet einem hier ein großes Erlebnis um die Kräfte der Unsterblichen.
Leah Cohn hat scheinbar von jeder gerade angesagten Richtung ein kleines Stückchen herausgepickt und dann neu zusammengewürfelt in ihrer Geschichte verarbeitet.
So ist „Der Fluch der Abendröte“ im weitesten Sinne ein Roman über Engel, gleichzeitig über Unsterbliche und noch viele andere mythische Wesen und traditionelle Gestalten.
Die Handlung bestach vor allen Dingen durch ihre vielen Wendungen und Überraschungen. Diese wiederum konnten durch die Perspektivenwechsel entstehen, die Leah Cohn mit geschickten Mitteln extrem anreicherte und zum nervenaufreibenden Hochseilakt werden ließ.
Manchmal wünschte ich mir jedoch, die Handlung würde ein wenig zügiger voranschreiten. So viel Einzigartigkeiten und Highlights sie zwar besitzt, artete sie viel zu oft in zu detaillierten Beschreibungen und Schilderungen der jeweiligen emotionalen Gefühlszustände aus.
Sophie ist eine starke Protagonistin, die manchmal ein wenig naiv ist und ihre schwachen Momente erleben muss. Ihre Glaubwürdigkeit litt bei mir sehr, da sie einfach zu oft aus heiterem Himmel in Ohnmacht viel und die „wichtigen“ Dinge zu gerne ihrem Partner Nathan überlassen hätte.
Auroras Wesen ist ein einziges Geheimnis und das Rätselraten hat mich beschwingt dieses Buch bis zum Ende zu lesen. Denn die Rolle der Unsterblichen, die in feindliche Lager unterteilt sind, welche wiederum verschiedene Stufen und Abspaltungen haben, boten viele Möglichkeiten einzelne Handlungsfäden zu vertiefen und Spekulationen anzustellen.
Das Cover ist wie schon sein Vorgänger wunderschön gestaltet und passt sich dem Inhalt wunderbar an. Die Farben sind stimmig und ließen mich voller Vorfreude kribbelig an dieses Buch denken.
Leah Cohns Schreibstil schildert ereignisreich, was passiert. Manchmal ist es zu viel des Guten. Dennoch verliert sie das eigentliche Ziel nie aus den Augen. Somit hat mich ihre Fortsetzung nicht enttäuscht und obgleich mir Nathan zu wenig beleuchtet und blass im Hintergrund schien, nahm ein anderer eine größere Rolle ein und wandelte seine gesamte Gesinnung. So bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge in der Fortsetzung entwickeln, auf die ich mich nun unheimlich freue.
Mein Fazit:
„Der Fluch der Abendröte“ ist ein Roman, den es kein zweites Mal zu finden gibt. Denn trotz einiger Unstimmigkeiten beweist er großes Potenzial und besaß immerhin soviel Magie meine Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken und mich bis zum Schluss mitfiebernd jeden Satz zu lesen.
Allerdings sollte man unter Umständen eine LeserIn mit Durchhaltevermögen sein, denn bei einigen Durstrecken ist Ausdauer gefragt.
Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann es mit diesem Werk definitiv versuchen, denn er ist eine großartige Lektüre, auch ohne „Der Kuss des Morgenlichts“ vorher gelesen zu haben. Es fehlen dann zwar einige Vorkenntnisse, doch den Plot kann man mühelos verstehen und sich ins Geschehen hineinsteigern.
„Der Fluch der Abendröte“ ist ein Roman, der es in sich hat. Obwohl mir der letzte Kick noch fehlte, sind die Weichen für einen finalen, dritten Band gelegt und ich weiß, dass dieser Roman irgendetwas in sich trägt, was gelesen werden möchte.
Deswegen vergebe ich verdiente 4 Sterne, denn Leah Cohn hat eine verzaubernde Atmosphäre geschaffen.
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