Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Die Schrecken des Krieges, eine große Liebe und ein bitterer Verlust ...
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„Er streichelt meine Hand. Zart und liebevoll. Er küsst sie mit fieberheißen Lippen und schaut mich eindringlich an. (...) „Erfülle mir den Wunsch, den letzten. Schwöre, dass du keinem anderen Mann gehören wirst, bis an dein Ende.“"
Mit diesen Worten beginnt Leonie Biallas spannende Erzählung, die die wahren Lebensgeschichte einer mutigen, außergewöhnlichen Frau wiedergibt.
Kathrin stammt aus einer wohlhabenden Familie und verbringt dennoch keine unbeschwerte, sorgenfreie Jugend. Denn inmitten des Krieges wird sie Zeugin unvorstellbarer Zerstörung und erlebt ständig ungeahnte Ausnahmesituationen, wie etwa die zahlreichen Nächte in speziellen Luftschutzkellern. Obwohl sie in der deutschen Hauptstadt lebt, bleibt ihre Familie glücklicherweise vom Krieg und auch vom Chaos danach relativ unberührt. In dieser Zeit lernt die junge Frau, ihren zukünftigen Mann Johannes kennen, der viel älter ist als Kathrin und aus erster Ehe sogar schon eine Tochter hat. Nie mehr wollte er einer Frau vertrauen, da er in seiner Beziehung zu sehr verletzt wurde. Eine Tatsache, mit der Kathrin in späteren Jahren sehr zu kämpfen haben wird. Aber Johannes ist von dem jungen Mädchen derart begeistert, dass er seine Prinzipien schnell vergisst und eine Partnerschaft mit ihr eingeht. Kathrin ihrerseits ist ebenfalls begeistert von dem jungen Mann, sodass eine Hochzeit relativ bald beschlossene Sache ist. Nun steht Kathrins Leben eine drastische Änderung bevor.
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Sie zieht von der Großstadt in ein idyllisches, bayrisches Dorf zu Johannes Eltern und muss nun Arbeiten verrichten, die sie bisher nicht kannte. Zusätzlich kommt der Besitzanspruch ihres Mannes ans Licht, der es ihr unmöglich macht, mit anderen Männern zu tanzen, Nachbarn zu treffen oder aber auch ohne ihn mit einer Freundin einen Nachmittag zu verbringen. Kathrin, die ihren Mann bedingungslos liebt, fügt sich seinen Wünschen vollkommen. Niemals gibt es einen Streit in ihrer Beziehung, weswegen die beiden von allen Außenstehenden bewundert werden. Johannes ist aber auch ständig darum bemüht, alle Wünsche seiner Püppi, wie er Kathrin liebevoll nennt, zu erfüllen. Nachdem den beiden keine Kinder geschenkt wurden, fällt der Entschluss zur Adoption. Zudem erlaubt es Johannes nach einiger Zeit, dass seine Frau arbeiten darf und erfüllt ihr somit einen weiteren Wunsch. Kathrin lernt mit den Eigenheiten ihres Mannes umzugehen und gibt sich ihm völlig hin. Sie führt ein geregeltes Leben und denkt nicht viel über ihre eigene Existenz nach, bis zu dem Tag, als Johannes plötzlich stirbt und sie durch den Verlust vor der völligen Verzweiflung und Selbstaufgabe steht.
Wird sie nun das Versprechen an ihren sterbenden Mann halten und ein Leben in totaler Einsamkeit leben können? Oder kommt es vielmehr zu einer ungeahnten Wende?
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Leonie Biallas beschreibt sehr eindrucksvoll das Leben ihrer Protagonistin und spielt dabei mit verschiedenen Erzählperspektiven. Der Text ist angenehm lesbar und gegliedert in ein Leben vor und nach diesem Versprechen am Sterbebett. Hochinteressant ist die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Frau, deren Leben lange Zeit ausschließlich auf ihren Mann ausgerichtet war. So kann der Leser insbesondere im zweiten Teil des Buches verfolgen, welche Änderungen sich in Kathrins Charakter ergeben und wie sie letztlich aber auch durch den Einfluss ihres Mannes persönlich wachsen konnte.
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Fazit: Ein interessanter Text, der den gesellschaftlichen, sozialen, historischen und psychoanalytischen Bereich eines Lebens auf eindrucksvolle Weise beleuchtet.
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