Rezension verfasst vor 7 Monaten
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Wer Alice in die Tiefen des Kaninchenbaus folgt, taucht nicht nur ab in wunderschöne und unschuldige Kindheitserinnerungen, sondern erlebt eine Konfrontation mit phantastischen Abbildern seines Unterbewusstseins, die sich mit jedem Ereignis drastisch steigern und eine Reflexion dessen abverlangen, was einerseits wirkt wie ein hübsches Märchen, sich aber schnell als ein wahres Horrorszenario entpuppt. Alice ist mehr als ein Kinderbuch, es ist ein Roman, welcher der Realität den Boden entzieht, die Vorstellungskraft beflügelt wie es selten Geschriebenes gelungen schafft. Hinzu findet man bei jeder neuen Lektüre des Klassikers neue und unentdeckte Wegweiser, die den Zauber und die Verstörtheit der ersten kindlichen Lektüre wieder herbeiführen als wäre man noch immer als kleines Kind allein gelassen mit der Grinsekatze, dem Hutmacher oder der Herzkönigin. Verrückt, verstört, absurd, aber am Ende immer wieder verzaubernd. Magie braucht keine faulen Tricks, nur einfach gute Schriftsteller.
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