Rezension zu "Chuzpe" von Lily Brett

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Gunda

Vor 1 Jahr

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Einen gewissen Sinn für subtilen Wortwitz kann man der Autorin nicht absprechen, aber ihre Figuren bleiben blutleer, der Leser baut keine wirkliche Beziehung zu ihnen auf. Auch die Handlung "entwickelt" sich nicht, sie wiederholt sich nur immer wieder. Ruth ist von Anfang bis Ende AUF DIESELBE WEISE leicht neurotisch, hat Angst, dass ihr Vater sich verzetteln könnte, aber nicht den Mut, ihm das klipp und klar zu sagen (warum eigentlich nicht? Weil ihr Vater in Auschwitz war?) stattdessen heult sie sich bei ihrem IMMER liebevollen Ehemann am Telefon aus und erzählt ihren weiblichen Mit-Protagonisten und ihren Kindern JEDES MAL das Gleiche, beschreibt Zofias Aussehen, ihre Brüste und ihre Haare, ihre Kleidung, obwohl der Leser das nun schon bis zum Erbrechen kennt. Und es entsteht kein bisschen echter Konflikt in dem Ganzen, alles plätschert so oberflächlich vor sich hin ...
UND ich hatte mir bei dem Titel etwas Tiefergehendes versprochen, etwas, das vielleicht ethische oder religiöse Konflikte widerspiegeln würde.

Insgesamt inhaltlich flach, zumindest auf die Länge des Buches bezogen.
Formal teilweise nett trockenhumorig, teilweise durch recht simple Formulierungen aber schlicht langweilig. Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem so wenig mit der Sprache gespielt wird wie hier. Wenn bei wörtlicher Rede größtenteils mit "sagte/fragte/antwortete" gearbeitet wird, mag das ein (mir nicht zusagendes) Stilmittel sein oder aber ein Hinweis darauf, dass die Autorin sich um einen anderen Lektor oder Übersetzer bemühen sollte.

Autor: Lily Brett
Buch: Chuzpe
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