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Vor 1 Jahr
(7)Protokoll einer ungewöhnlichen Seereise
Schweren Herzens muß die junge Mary Linley akzeptieren, daß ihr geliebter Vater bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen ist. Angetrieben vom ererbten Forscherdrang ihres Vaters, will sie sein begonnenes Werk fortführen. Doch als Frau ist ihr der Weg auf ein Schiff verwehrt, ebenso wie der Beruf einer Forscherin und Botanikerin. Gefangen in den Konventionen, die im England des 18.Jahrhunderts herrschen, bleibt der 19-jährigen nichts anderes übrig, als sich als Mann zu verkleiden, um sich so ihren Traum zu erfüllen.
Und so heuert sie unter dem Namen Marc Middelton auf dem Forschungsschiff "HMS Sailing Queen " als Zeichnerin für die Royal Society an. Schon bald realisiert sie, daß das harte Leben an Bord so gar nichts mit verklärter Seefahrerromantik zu tun hat. Der Alltag auf dem Schiff ist geprägt von Entbehrungen, Krankheiten und Tod.
Doch kann sich Mary auf Dauer als Frau selbstverleugnen? Oder wird gar im Laufe der Zeit einem der Männer die viel zu hohe Stimme, die zarte Haut und der feine Körperbau von "Marc" auffallen? Und was wird mit ihr geschehen, sollte sie enttarnt werden?
Die Geschichter der Mary Linley ist sehr eng an die Lebensgeschichte der französischen Naturforscherin und Botanikerin Jeanne Baret angelehnt. Vermutlich die erste Frau, die die Welt umseegelt hat. Gerade das macht auch den Reiz und die Stärke des Buches aus. Liv Winterberg hat einfach das Leben von Jeanne Baret und den Alltag an Bord eines Schiffes im 18.Jahrhundert hervorragend recherchiert und dies in ihrem Roman umgesetzt, sehr realitätsnahe und ohne romantische Schnörkel.
Die Autorin nimmt uns in ihrem Erstling auf eine abenteuerliche Reise rund um die Welt mit. Einziger Wermutstropfen, stellenweise hat mir etwas die Spannung gefehlt, doch das macht Liv Winterberg durch ihre bildhafte, lebendige und frische Sprache wieder wett. Man meint förmlich das Knarren der Wanten, das Schlagen der Wellen an die Schiffswand und das Flattern der Segel im Wind zu hören.
Besonders hervorheben möchte ich bei dem Buch neben dem sehr schönen und gelungenen Cover, die für ein Paperback doch recht hochwertige Ausstattung. So finde ich die Personenübersicht und die Weltkarte mit der eingezeichneten Fahrtroute des Forschungsschiffes zu Beginn des Buches sehr hilfreich zur besseren Orientierung. Das Glossar der Fachbegriffe und das kurze Porträt über Jeanne Baret am Ende tragen ihr übriges zu diesem Eindruck bei.
Ein Buch für Freunde historischer Abenteuerromane.
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