Rezension zu "Als der Tag begann" von Liz Murray

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ninchen1809

Vor 2 Jahren

(14)

Liz Murray erzählt in ihrer Autobiographie von ihrer Kindheit, ihrer Jugend und ihrem steinigen und harten Weg raus aus der Misere zu einem besseren Leben.

Liz Murray wird 1980 in der Bronx als zweites Kind zweier drogensüchtiger Hippieeltern geboren. Die Eltern warten monatlich auf ihren Scheck von der Sozialhilfe um diesen für Drogen zu verprassen, welche sie ungehemmt vor den Augen der Kinder konsumieren. Die Kinder leben in Dreck und Elend, Hunger ist ein ewiger Begleiter ihrer Kindheit. Liz besucht die Schule selten bis gar nicht und stößt dabei nicht auf wirkliches Interesse der Eltern. Dennoch liebt Liz ihre Eltern und die Eltern lieben ihre Kinder, aber eben auf ihre eigene Weise. Als die Mutter an Aids erkrankt und ihre Eltern sich trennen, beginnt eine neue, aber auch sehr unschöne Phase ihres Lebens. Liz muss ins Heim, lebt aber auch für einige Zeit bei ihrer Mutter und deren Freund und ist zu guter Letzt sogar obdachlos. Der entscheidende Wendepunkt in ihrem Leben ist der Tod ihrer Mutter und die Erkenntnis, dass sie mit ihrem drogensüchtigen Freund nicht so enden will wie ihre Eltern. Also nimmt sie ihr Leben in die Hand…

Die Autobiographie ist sehr glaubwürdig, kraftvoll und einfach geschrieben. Liz Murray geht sehr detailliert auf die einzelnen Begebenheiten ihrer Kindheit und Jugend ein.
Sie trifft mit dieser Geschichte direkt ins Herz des Lesers ohne in Kitsch abzugleiten. Das Buch hat mich aufgrund seines autobiographischen Hintergrundes nicht mehr losgelassen.
Zum einen habe ich tiefes Mitgefühl mit der kleinen hungernden Liz empfunden, die sich nach Zuneigung der Eltern sehnt und sich als kleines Kind für ihre drogenabhängigen Eltern verantwortlich fühlt. Zum anderen habe ich sie auch für ihre Willensstärke nach dem Tod ihrer Mutter bewundert, einfach für ihre Kraft unter das „alte“ Leben einen Schlussstrich zu ziehen und „neu“ zu beginnen und ihre Vorhaben durchzuziehen. Besonders beeindruckt hat mich die Hilfsbereitschaft ihrer Freunde, ehrlicher und wirklicher Freunde.
Das Buch stimmt sehr nachdenklich über das eigene behütete Leben und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Autor: Liz Murray
Buch: Als der Tag begann
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