Rezension verfasst vor 3 Monaten
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Celine hat mit seiner "Reise" sicherlich bei dem ein oder anderen Kollegen und auch Leser für Panikattacken gesorgt. Heute, in den Zeiten der Postmoderne, wo alles erlaubt ist, kann man das vielleicht nicht mehr so recht nachvollziehen, doch damals, sicherlich! Meine Herren! Celine erzählt (erzählt er überhaupt?) unchronologisch, unzusammenhängend, und erst sein Protagonist! Ein uneitler, demotivierter Träumer, ein Feigling, der von Ruhm und Ehre und Werten unbeeindruckt bleibt. Natürlich kann man das Buch als eine allumfassende Kritik der Verhältnisse, unter dem Eindruck des ersten Weltkrieges verfasst, lesen, im Sinn hatte Celine bestimmt aber etwas ganz anderes; durch die Augen seines Protagonisten sehen wir das Leben, als das, was es ist: Eine vertrackte Groteske, deren gänzlichen Umfang wir mit unseren spärlichen Sinnen nicht erfassen können. Irgendwie tappen wir immer im Dunkeln, und er zeigt uns das. Nichts ist richtig, aber auch nichts ganz falsch. Jede Entscheidung hat Konsequenzen, jedes Glück einen Preis. Das Buch ist, gänzlich entgegen vielen Meinungen, weder sonderlich nihilistisch noch misantrophisch. Es ist vor allem immer noch aktuell, weil es das menschliche Leben aus einer orbitalen Perspektive betrachtet, sozusagen aus einer Warte heraus destilliert. Und da bleibt nicht viel Löbliches übrig, was er sagen oder schreiben hätte können.
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