Leser-Rezension zu „Liebst du mich” von Luis Leante
am 12.05.2009
Schon nach dem ersten Kapitel habe ich mich darüber gefreut, dass ich nach diesem Buch gegriffen habe. Glücklicherweise habe ich mich nicht von dem Titel abschrecken lassen. „Liebst Du mich“ ist kein „kitschiger“ Liebesroman, obwohl der Titel und in Teilen auch die Klappentexte dies im ersten Augenblick vermuten lassen.
Angelockt hat mich das Cover. Das hat etwas von Wüsten-Abenteuer versprochen. Und dieses Versprechen hält das Buch von der ersten bis zur letzten Seite, ohne dass die Spannung nachlässt!
Ausgangspunkt der Geschichte ist die Jugendliebe von Montse und Santiago in Barcelona. Aber diese Beziehung scheitert bereits nach einem Sommer an Missverständen und der unterschiedlichen Herkunft der beiden (sie Tochter aus gutem Hause, er arbeitsloser Automechaniker). Santiago geht nach diesem Sommer als Legionär in die von Spanien besetzte Westsahara. Dort findet er bald mehr Zugehörigkeit bei den Saharaui als bei seinen spanischen Landsleuten. Montse wird Ärztin, heiratet und lebt ein von den Eltern gewünschtes Leben in Spanien.
Nach fünfundzwanzig Jahren macht sie sich auf die Suche nach Santiago und reist in die Wüste Nordafrikas.
Auf knapp 300 Seiten bietet dieser Roman wirklich alles: eine Liebesgeschichte, Abenteuer, eine exotische Landschaft, Freundschaft. Problemlos schafft der Autor es, zwischen den Zeiten, Orten und Perspektiven der Geschichte zu springen und schließlich alles zu einem Ende zusammenzuführen, das glücklicherweise alles andere als rührselig ist. Wunderbar geschrieben, die Spannung hält bis zur letzten Seite und wegen mir hätte das Buch auch noch 200 Seiten länger sein können.

