Inhalt:
Er ist ihre große Liebe. Der attraktive, rätselhafte Julien hat die Welt der jungen Dawn auf den Kopf gestellt und jetzt will sie nichts weiter als mit ihm glücklich sein. Doch Julien sucht verzweifelt nach seinem verschwundenen Zwillingsbruder. Als Juliens ältester Todfeind auftaucht, spitzt sich diese Suche dramatisch zu und in der Halloween-Nacht muss nicht nur Dawn alles aufs Spiel setzen ...
Anmerkung: Ich habe mir die Freiheit genommen, die Bezeichnung "Higschool-Rebell" zu streichen. Julien wird in der Schule vielleicht als solcher gesehen, aber es einfach eine ziemlich blöde Beschreibung von ihm und vermittelt ein total falsches Bild.
Soviel dazu.
Aufmachung:
Naja... Also schlecht sieht das Cover ja nicht aus, aber besonders toll finde ich es auch nicht.
Es bringt die düstere Stimmung des Buches ganz gut rüber, die Ornamente im Hintergrund sind recht schön und die Farben sehen auch gut aus...
Trotzdem spricht mich das Gesamtbild nicht sonderlich an und würde mich nicht sofort zum Kauf verleiten. Dieses »romantische« Junge-und-Mädchen-Motiv ist einfach nicht mein Fall.
Meinung:
Da es bei mir schon etwas länger her ist, dass ich den ersten Teil gelesen habe, hatte ich anfangs so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Ich musste mir viele Dinge erst wieder ins Gedächtnis rufen, um die Zusammenhänge zu verstehen.
Nachdem ich aber erstmal wieder in die Welt von Julien und Dawn hineingekommen bin, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es praktisch verschlungen.
Die Geschichte spielt eigentlich in einer sehr kleinen Zeitspanne (vielleicht eine Woche), was aber keineswegs schlecht ist, da sich die Ereignisse in dieser kurzen Zeit überschlagen. Im Hinblick darauf, machen auch die ungewöhnlich langen Kapitel Sinn.
Die meiste Zeit über erlebt man die Geschehnisse aus Dawns Sicht, die mir - wie schon im ersten Band - sehr sympathisch ist. Man kann sich gut mit ihr identifizieren, weil sie - mal abgesehen von ihrer ungewöhnlichen Herkunft und ihrer ungewissen Zukunft - ein ganz normales Mädchen ist. Sie macht nicht immer alles richtig, kann sich ihre Fehler jedoch eingestehen.
Auch Juliens Charakter hat mir gut gefallen, weil er ebenfalls sein Päckchen tragen muss und nicht immer der perfekte Traumprinz ist, aber trotzdem seine weichen Seiten hat. Was seine Vergangenheit angeht, bleibt er zunächst sehr zugeknöpft, aber im Laufe der Geschichte erfährt man noch so einiges über ihn.
Nur seine Fürsorge gegenüber Dawn fand ich manchmal etwas übertrieben. Außerdem gestört hat mich seine schon fast "edwardartige" Zurückhaltung. (Ein Twilight-Vergleich muss sein, zumal klar ist, dass Edward Julien sowieso nicht das Wasser reichen kann.) Die sogenannten Liebesszenen hätten ruhig etwas mehr sein können. Oft habe ich das Bedürfnis gehabt: "Jetzt macht doch mal was!!!", zu rufen... Wenigstens war Dawn deswegen genauso frustriert wie ich.
Es war aber schön zu sehen, dass sie beiden, neben allem Anderen, auch normale Beziehungsprobleme haben und sich manchmal ziemlich zanken können.
Echte Spannung und Action kommen in diesem Buch aber auch nicht zu kurz. Ein völlig neuer Bösewicht tritt auf den Plan und macht Julien das Leben schwer. Ihn im Klapptext als seinen »ältesten Todfeind« zu bezeichnen, finde ich aber ein wenig übertrieben...
Außerdem gibt es dann ja noch das Problem mit Dawns Wandlung, die sie vielleicht niemals vollziehen wird. Und dann muss sie sich auch noch mit den "Heiratskandidaten", die man ihr vorbeischicken will, herumschlagen und auch in ihrem Freundeskreis gibt es wieder Krach.
Es finden sich aber auch lustige Stellen, die das Ganze etwas auflockern.
Nebenher bekommt man außerdem noch Hintergrundinformationen über die Geschichte und die Gepflogenheiten der Lamia, was wirklich interessant ist, obwohl man über einige Dinge nur den Kopf schütteln kann.
Die Kapitel, die aus der Sicht eines unbekannten geschrieben sind, fand ich auch sehr fesselnd. Man kann sich schnell denken, um wen es sich dabei handelt, was das ganze aber nur noch spannender macht.
Am Ende laufen die zwei Handlungssträge zusammen und es kommt zu einem packenden Finale. Dieses war zwar zufriedenstellend, ging mir aber trotzdem irgendwie zu schnell. Hier hatte ich leider das Gefühl, dass das Buch schon vorbei war, bevor es erst so richtig losging.
Viele Fragen bleiben allerdings offen, wodurch es noch jede Menge Stoff für eine Fortsetzung vorhanden ist.
Mit ihrem angenehmen Sachreibstil schafft es Lynn Raven mal wieder, den Leser in ihren Bann zu schlagen. Das Buch lässt sich wirklich sehr flüssig lesen und man kommt schnell voran.
Fazit:
Ein spannendes, mitreißendes Buch, das seinem Vorgänger in nichts nachsteht und Lust auf den dritten Band macht.