Leser-Rezension zu „Peking-Koma” von Ma Jian
am 7.07.2011
Ein junger Mann liegt zehn Jahre im Wachkoma. Er hört und spürt seine Umgebung ohne dass diese es bemerkt. Von seinem Bett aus erlebt und schildert er die Umwälzungen in Peking in diesen zehn Jahren. Auf einer zweiten Ebene erzählt er seine Geschichte bis zum Juni 1989. So nahm er als Student an den Demonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking teil und wurde von einem Schuss so schwer verletzt, dass er den Rest seines Lebens im Koma verbringt.
Ob vor oder nach 1989 – sein gesellschaftliches Umfeld ist geprägt von Gewalt, Willkür, Ohnmacht und Grausamkeit. Der hervorragend geschriebene Roman lässt wenig Hoffnung auf eine große politische Veränderung in China zu und hinterlässt den Leser in reichlich melancholischer Stimmung. Dennoch absolut empfehlenswert!

