Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Malcolm Todd, Archäologe und Dozent an so bekannten Universitäten wie Oxford, Exeter und New York, hat mit dieser beim Theiss Verlag vorgelegten Zusammenfassung aller relevanten und aktuellen Forschungsergebnisse zu den Germanen eine sehr gelungene Darstellung geschrieben. Die Sprache ist anspruchsvoll, aber nicht akademisch überhöht. Auch ein interessierter Laie kann sich gut in die Materie einlesen. Todd widmet sich zunächst der Geographie, klärt die bekanntesten und wichtigsten Begriffe, erörtert die Gesellschaftsstruktur, soweit sie aus archäologischen Funden oder Schriftquellen der Römer rekonstruierbar sind. In einem weiteren Kapitel geht er auf die immens wichtige Konfrontation der Römer mit den Germanen ein, beleuchtet hier nicht nur den Gallienfeldzug des Caesar, sondern widmet sich auch den Eroberungsfeldzügen seines Adoptivsohnes, des Kaisers Augustus, bis hin zu den ersten Germanen, die nach der Angliederung Germaniens an das römische Großreich innerhalb des römischen Staatsapparates und Heeres Karriere machten. Des Weiteren sind Kulturformen, Bestattungsriten, Todesvorstellung, Handel und Diplomatie, Religion, Kunst und Handwerk von Bedeutung. Archäologische Funde werden von s/w Abbildungen begleitet, leider nicht viele. Einen separaten Bildteil enthält das Buch ebenfalls nicht, aber das schadet nur bedingt. Die Stofffülle wiegt das Fehlende auf. Den zweiten Teil des Buches bildet eine ausführliche Darstellung aller bekannten Germanenstämme, wie den West- und Ostgoten, den Sueben, Wandalen, Franken, Alamannen, Burgunder, Sachsen, Friesen... Auch hier stellt er die Geschichte der einzelnen Stämme anhand archäologischer Funde zusammen, bespricht größere und kleinere Ballungszentren, kulturelle Besonderheiten.
Das Buch besticht meiner Meinung nach durch seine Detailfülle. Der Autor schafft es, eine für einen historisch-interessierten Laien wie für einen Wissenschaftler gleichermaßen informative Darstellung zu schreiben. Als fundierte Einführung in die germanische Kultur genauso empfehlenswert wie für das wissenschaftliche Arbeiten an Universität oder Forschung.
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