Leser-Rezension zu „Gott” von Manfred Lütz
am 26.08.2010
Im Religionsunterricht stimmten wir darüber ab, welches Buch wir als Lektüre lesen. Aufgrund des modernen, toll gestalteten Covers, sowie des Klappentextes, der für ein "spannendes Lesevergnügen" "für Atheisten und Gottesgläubige und für solche, die es werden wollen" wirbt, entschied ich mich für Manfred Lütz' "GOTT" abzustimmen. Vielleicht habe ich es auch nur missverstanden, da ich nun weder Theologe, noch (Natur-)Wissenschaftler, Hirnforscher oder Psychologe bin, doch ich erwartete wirklich eine skeptische und unvoreingenommene Beleuchtung aller Vor- und Nachteile, Widersprüche und Fakten des Theismus bzw. des Atheismus. Das eine Existenz Gottes nicht zweifelsfrei Bewiesen oder Wiederlegt werden kann ist mir durchaus klar, doch ich erhoffte durch dieses Buch eine rationale Darstellung aller wichtigen Für und Wider und vorgelegt zu bekommen, um mir hinterher meine persönliche Meinung zum Thema Gott bilden zu können.
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Wie dem auch sei, das Buch gewann die Abstimmung, wir begannen es zu lesen, und wirklich - die ersten Seiten und Kapitel schienen auch zu halten, was er verspricht. Doch nach und nach stellte sich immer mehr heraus, das dieses Buch wohl eher für das Christentum warb, und dass die persönliche Meinung, die der Leser am Schluss des Buches haben sollte, die ist, das es Gott gebe und der Katholizismus die einzige wahre Möglichkeit wäre. Zumindest kommt es mir so vor.
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Kurzzeitig erfreut war ich, durch eine Abhandlung über die großen Weltreligionen, doch bereits nach kurzer Zeit verfiel Lütz wieder in seine oberflächliche Rethorik, stellte fest, dass diese anderen Weisheitslehren "mit großer Tiefe über den Menschen und die Welt nachdenken, ohne auf Gott Bezug zu nehmen" (S. 99) Beendet damit das Thema abrupt, ohne tiefer in die Materie einzudringen und resultiert dann, gewohnt um Lässigkeit bemüht "Wir haben in einem Schnelldurchgang alle Religionen der Welt [...] auf die Frage nach Gott hin abgesucht. Das Ergebnis war erstaunlich dürftig." (S.100) Toll, das ist aber doch auch nicht anders zu erwarten, denn wer kann schon in einem Schnelldurchgang die Frage nach Gott beantworten, egal in welcher Religion. Und das war nur ein Beispiel, für seine wortgewandten Ausführungen, die dann, wenn sie nicht seiner Meinung entsprechen, bald beendet werden, um anschließend die einzige Wahrheit seines Christentums hervorzuheben.
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Mein Eindruck von diesem Buch ist, dass Lütz den Leser zu seinem Glauben überreden will. Wenn man, wie ich, das Buch (als zwar getaufter Katholik, doch noch auf der Suche nach der Wahrheit)liest um Antworten zu bekommen, steht man hinterher genauso da wie vorher. Wenn man das Buch als gläubiger Katholik liest könnte man jedoch in seinem Glauben gestärkt das Buch zufrieden aus der Hand legen.
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Zweii Sterne erhält dieses Buch trotzdem von mir, zum Einen wegen dem sehr guten Cover, und zum Anderen wegen dem leicht verständlichem Schreibstil und den teilweise wirklich interessanten und witzigen Erzählungen, ohne die ich das Buch wohl nie zuende hätte lesen können.

