Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Sieht man sich ein bisschen um, kommt man unweigerlich zu dem Schluss: Die Welt ist ein Käfig voller Irrer! Diejenigen, bei denen offiziell keine psychiatrische Störung diagnostiziert wird, dürfen unbehelligt „Blödsinn“ machen, während außergewöhnliche Menschen, die an Depression oder Schizophrenie leiden, schwerer Stigmatisierung ausgesetzt sind. Warum es so ist und was man dagegen tun kann, zeigt Manfred Lutz auf unterhaltsame Weise auf.
Mehr Wissen über psychische Erkrankungen würde dabei helfen, Vorurteile abzubauen und Berührungsängsten entgegen zu wirken. Und damit ist man auch schon beim ersten Problem angelangt. Woher das Wissen nehmen? Bücher zum Thema gibt es freilich genug. Was die Leser mitbringen müssen, kann jedoch nicht jeder Durchschnittsbürger aufbringen: Sitzfleisch und Vorwissen.
Die dicken Schinken strotzen vor Fachausdrücken. Sie vernebeln mehr, als dass sie Aufklärung schaffen. Mit „Irre!“ beschreitet der Psychiater Lütz einen neuen Weg, um psychische Erkrankungen zu erklären - auf knapp 200 Seiten, in flotter humorvoller Schreibe. Offenbar ist es ihm mit der Demokratisierung des psychiatrischen Wissens ernst. Vor der Veröffentlichung ließ Lütz das vorliegende Buch nicht nur von führenden Experten, sondern auch von einem Metzger lesen, der streng auf Allgemeinverständlichkeit achtete!
Fazit: Dass sich anspruchsvolle Themen, fachliche Kompetenz und eingängiger Schreibstil nicht ausschließen müssen, demonstriert Lütz eindrucksvoll auf 185 Seiten, welche die Sicht vieler Menschen auf psychische Erkrankungen verändern werden.
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