DIE GESCHICHTE....
1 Jahr ist vergangen, seit Franziska´s Freund Maurice während einer Sommerparty erschlagen aufgefunden und die junge Franziska mit dem Mord belastet wurde. Seitdem leidet die 16-jährige unter einem postraumatischen Belastungssyndrom mit Amnesien und kann sich an nichts mehr erinnern, was in jener Sommernacht passiert ist und ob sie ihren Freund wirklich ermordet hat. Da Franziska nun aus der Untersuchungshaft entlassen wird, versucht sie, ihrem Erinnerungsvermögen auf die Sprünge zu verhelfen und besucht den Ort des Schreckens. Doch jemand versucht dies zu verhindern, denn Ziska erhält Drohbriefe...
Meine Meinung:
Nachdem mir "Sommerfrost" gut gefallen hat, wollte ich einen weiteren Jugendthriller von Manuela Martini ausprobieren. Handlungsschauplatz ist das bayrische Örtchen Kinding und die Geschichte umspannt einen Zeitraum von ca. 4, 5 Tagen.
Man wird gleich in das Geschehen hineingeworfen und es ist mir richtig schwer gefallen, mich in die Geschichte einzufinden. (Fran)Ziska wurde zieht es nach dem schrecklichen Ereignis des Vorjahres an den Ort des Geschehens zurück, doch sie wird nur von ihren Freundinnen freundlich aufgenommen. Immer wieder lässt Ziska die Ereignisse des Vorjahres Revue passieren, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Der Teenager erzählt uns, wie schwer sie es inmitten ihrer reichen Mitschüler hatte, wie sie nur aufgrund ihrer tollen Stimme in die Band von Leonie, Vivian und Maya aufgenommen wurde und wie froh sie war, dass sich der wunderbare Maurice für sie interessiert hat. Und plötzlich ist dieser Traum zu Ende...
Hauptperson Franziska Krause wird als Außenseiterin dargestellt. Während ihre Mitschüler und deren Familien in Geld schwimmen, haben Ziska´s Eltern eine Tankstelle gepachtet und sind alles andere als reich. Ziska tut alles, um die Clique von Leonie aufgenommen zu werden und ist überglücklich, als sich Maurice für sie interessiert. Doch dieses Glück endet in der Nacht beim Bootshaus jäh und Ziska fragt sich immer wieder, wie und warum sie Maurice getötet hat. Die Protagonisten wirken etwas farblos bzw. hölzern und lassen kein Klischee aus. Und Franziska hat es immer wieder geschafft, mich mit ihrer naiven Art zu nerven.
Die Begebenheiten, aus der Sicht von Ich-Erzählerin Franziska geschildert, driften immer wieder in die Vergangenheit ab, um uns die Geschehnisse vom Vorjahr begreiflich zu machen. Leider ist die Story von „Sommernachtsschrei“ nicht Besonderes und ebenfalls sehr klischeebehaftet sowie vorhersehbar, außerdem wird der Mord bzw. die Nachforschungen zur Nebensache degradiert. Unzählige langatmige Stellen lassen den Lesefluss immer wieder in´s Stocken geraten.
Die Schreibweise von Manuela Martini ist durchwegs flüssig gehalten und trotz der fehlenden Spannung lassen sich die 261 Seiten schnell lesen. Meisterwerk hat die Autorin hier allerdings keins erschaffen. Leider, denn aus der Geschichte hätte man viel mehr machen können. :(
FAZIT:
Wer einen spannungsgeladenen Jugendthriller lesen möchte, sollte besser die Finger von "Sommernachtsschrei" lassen. Denn weder Plot noch Charaktere sind besonders gut gelungen und laden zum Gähnen ein. Dafür vergebe ich 1 1/2 STERNE.