Leser-Rezension zu „Bitterfotze” von Maria Sveland
am 23.03.2010
Sara hat es satt, das Leben hat sie erschöpft und auf ihren Mann kann sie nicht wirklich verlassen. Er arbeitet und sie kümmert sich um deren Kind. Als ihr alles zu viel wird, fliegt sie nach Teneriffa und beginnt eine Art der inneren Abrechnung mit ihrem Leben.
Warum bekommen Frauen weniger Gehalt? Warum haben es Männer leichter? Warum ist es schlimm, wenn die Mutter das Kind vernachlässigt, dem Vater dies aber immer verziehen wird? Warum können Frauen nicht Beruf und Kinder haben und werden stattdessen in alte Rollen gedrängt? All diesen Fragen und den Fragen aus ihrer Kindheit geht sie nach. Und am Ende fliegt sie mit ihrer neuen und eigentlich alten Erkenntnis nach Hause.
Das Buch hat einige gute Ansätze, sicherlich sind die Themen , die dort angesprochen werden wahr. Dennoch ist "Bitterfotze" über viele Passagen wirklich mehr als nur bitter zu lesen. Es ist in Teilen eine knallharte Quittung für die Gesellschaft, die mir manchmal ein wenig überwürzt zu sein scheint. Es ist ein sozialkritisches Buch, dass noch immer die Mängel der Gesellschaft aufweist, dennoch ist es manchmal genau dieses "zu viel", das dem Buch das Ernsthafte nimmt. Das ist eigentlich schade, denn an sich ist es ein gutes Buch.

