Ich bin eine berufstätige Mutter, mein Mann ist viel unterwegs, unsere Tochter geht seit sie 5 1/2 Monate alt ist in die KiTa, wir leben in einem Macholand (jetzt im Vergleich zu Schweden) und nein, ich konnte nicht immer wieder zustimmend nicken, wie mir in der Kurzbeschreibung vorhergesagt wurde.
Ehrlich gesagt hatte ich beim Lesen dieses Buchs das Gefühl, dass die Autorin gar nicht so recht weiss, worüber sie sich beschwert. Über ihre eigene Naivität vielleicht?
Jemand der glaubt Babymilchnahrung bekäme man nur auf Rezept in der Apotheke, hat sich definitiv nicht auf die Tatsache, dass er bald ein Kind haben wird, vorbereitet. Genausowenig jemand, der vor der Geburt glaubt, es wäre kein Problem, wenn der Partner danach 8 Wochen geschäftlich unterwegs ist. Ich meine, sowas spricht man doch vorher ab, oder? Das kommt doch nicht von heute auf morgen.
Und dann arbeitet sie hochschwanger auch noch wie verrückt, obwohl sie davon immer wieder Blutungen bekommt und Gefahr läuft das Kind zu verlieren, nur um sich gleichberechtigt zu fühlen? Also nein, damit kann ich mich nun wirklich nicht identifizieren.
Allzuviel spricht sie dann auch im Endeffekt gar nicht über die fehlende Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Das zentrale Thema des Romans ist ihre verkorkste Kindheit und die schreckliche Ehe ihrer Eltern.
Nun ja, vielleicht habe ich das Buch auch nicht verstanden, weil ich eine der bitterfotzigen unterdrückten Frauen bin, die sich wohl oder übel in ihr armseeliges Leben als Nichts gefügt haben.
:-) Sorry, aber dieses Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen.
PS: Sprachlich und erzähltechnisch ist an dem ganzen nichts auszusetzen.
PS.PS: Dass ich Autorin und Protagonistin in einen Topf werfe, liegt daran, dass das Buch angeblich weitgehend autobiografisch sein soll.