Leser-Rezension zu „Gottes leere Hand” von Marianne Efinger
am 12.07.2010
Manuel ist ein Glasknochenmann und ist zum x-ten Mal dort, wo er eigentlich nie mehr sein wollte: im Krankenhaus. Hier bekommt er eine Erkältung, die für ihn jedoch tödlich enden kann. Er spürt, dass sein Tag gekommen ist und möchte sich noch rechtzeitig von seinem besten Freund verabschieden…
Im selben Krankenhaus arbeitet die Krankenschwester Dagmar, die zurzeit in einer Krise ist, weil sie nicht weiß, ob dieser Job überhaupt das ist, was sie wirklich will.
Auch im selben Krankenhaus liegt als Patient der alte Mann Wendelin Weihrauch, den alle für verrückt erklären, und der Manuel anbietet ihn zu holen, wenn er dazu bereit ist…
Marianne Efinger zeigt hier den Tod in einem ganz anderen Licht und zwar nicht länger als Feind des Menschen sondern vielmehr als Erlösung oder als Heimkehr dorthin, wo man herkommt. Das Buch lässt einen auch erkennen, dass sterben nicht nur grausam sein muss, sondern auch schön sein kann. Auch zeigt die Geschichte sehr gut, dass die wichtigste Aufgabe der Ärzte nicht unbedingt die ist, einen Menschen möglichst lange am Leben zu halten, sondern oft eher die sein sollte, ihn in Ruhe und Frieden möglichst würdevoll sterben zu lassen ohne dass er vor seinem Tod zu viele Schmerzen ertragen muss.
Der Roman ist zwar nicht lustig und auch nicht sonderlich romantisch, zeigt aber, was die wichtigen Dinge im Leben sind beziehungsweise sein sollten, nämlich dass es nicht am wichtigsten ist, ein möglichst langes Leben zu leben, sondern ein möglichst glückliches, Menschen um sich zu haben, die einem viel bedeuten und zumindest einen Teil seiner Träume verwirklichen zu können.

