Marie-Aude Murail - Simpel
Produktinformationen:
Autor: Marie–Aude Murail
Titel: Simpel
Untertitel: -/-
Originaltitel: Simple
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl:295
Art: Taschenbuch
ISBN: 978-3-596-80649-2
Genre: Real Life, Kinder, Psychische Störung
Meine Altersempfehlung: 10+
Erster Satz:
Colbert beobachtete seinen Bruder von der Seite.
Rückentext:
Simpel spielt gerne mit Playmobil. Er spricht mit seinem Stoffhasen. Er sagt: „Hier sind alle blöd! wenn hier alle blöd sind, und er kann total schnell zählen: 7, 9, 12, B, tausend, hindert. Simpel ist zweiundzwanzig Jahre alt, doch mental ist er auf der Stufe eines dreijährigen Kindes. Gut, dass sich sein siebzehnjähriger Bruder um ihn kümmert. Doch Simpel zu betreuen ist alles andere als simpel. Und als die beiden Brüder in eine WG ziehen, da wird es erst recht kompliziert!
Über die Autorin:
Marie-Aude Murail stammt aus einer Schriftsteller-Familie aus Le Havre, Frankreich. Sie studierte Philosophie an der Sorbonne. Sie zählt zu den beliebtesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Frankreichs und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt.
2008 erhielt sie für „Simpel“ von der Jugendjury den Deutschen Jugendliteraturpreis.
Inhalt:
Simpel ist zweiundzwanzig, doch seelisch ein dreijähriger. Und sein siebzehnjähriger Bruder Colbert kümmert sich um ihn, damit er nicht nochmal in das schreckliche Irrenhaus muss, in das ihn sein Vater gesteckt hatte. Sie wohnen bei einer Tante, die Simpel nicht mag, und das sagt er ihr dann auch. „Du bist blöd. Und ich habe meinen Vervolver!“ Dann zieht er seinen Plastik-Revolver aus der Tasche. Und im nächsten Moment ist er wieder total nett und sagt „guckguck!“ Und zieht seinen Stoffhasen hervor. Monsieur Hasehase. Mit ihm spielt Simpel Playmobil und guckt nach, ob in seiner Uhr Mänzel leben, denn wie sonst sollten sich die Zeiger bewegen!?
Colbert macht sich auf die Suche nach einer WG, in der er und Simpel leben können. Und findet auch eine, deren Bewohner total nett sind. Enzo, Aria, Emmanuel und Corentin nehmen Simpels Behinderung it unterschiedlicher Begeisterung war. Emmanuel, als Medizinstudent, geht davon aus, dass er vollgestopft mit Medikamenten ist, und Simpel wächst Aria ans Herz, auch wenn sie keinen Schwanz hat, wie er später herausstellt.
Unbewusst ändert Simpel das Leben von der WG. Mit Corentin redet er über das Rauchen, dass das nicht gut sei, und Corentin fällt auf, dass er viel zu viel raucht. Enzo bringt Simpel etwas über die Liebe bei, da er unsterblich in Aria verleibt ist, die aber mit Emmanuel zusammen ist. Er schreibt eine Geschichte, seine Geschichte, und traut sich nicht, sie Aria zu zeigen, weil sie mit Emmanuel glücklich aussieht. Und die beiden wecken ihn morgens immer, da die Zimmer nebeneinander liegen…
Währenddessen muss Colbert zur Schule, und auch er lernt die Liebe kennen. Und als Simpel ein Buch mit einer Madame Hasehase sieht, lernt auch er die Liebe kennen, durch Monsieur Hasehase, der ihm beibringt wie man Liebe macht, sich küsst. Und die ganze Zeit bringt Simpel alle an den Rand des Wahnsinns, aber gleichzeitig haben sie ihn alle so ins Herz geschlossen, dieses Verrückten, Liebenswürdige Kind, das für immer Kind ist.
Meine Meinung:
Sprache, Ausdruck:
Super. Die Sprache ist so lustig, da das Buch Einblicke auf Simpels Handeln gibt. Da er seelisch ein Kind ist, redet er auch wie ein Kind, die Gedanken und das was er spricht heitert einen immer wieder auf. Und wie er über ernste Dinge redet… Das erwärmt einem das Herz.
Das Buch ist aus der Er-/Sie-Sicht geschrieben.
Jedes Kapitel hat einen Titel, wie zum Beispiel: „Kapitel 1 – In dem Monsieur Hasehase das Telefon kaputtmacht“ die Titel geben immer Aufschluss zu dem Inhalt des folgenden Kapitels und zaubern immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.
Figuren:
Wichtigste Figuren: Simpel, Colbert, Aria, Emmanuel, Corentin, Enzo, Amira.
Die Figuren werden herzlichst beschrieben. Die Handlungen und Gedanken werden manchmal durch die Erzählweise sehr gut deutlich und Simpels und Monsieur Hasehases Gespräche verdeutlichen die Figuren, die Charaktere noch mehr.
Aufmachung (Cover + Titel):
Das Cover passt. Mehr kann man nicht sagen. Man sieht einen scheinbar erwachsenen Mann, halb, vom Oberkörper bis zu den Schenkeln, nachsichtig gekleidet, mit einem Stoffhasen am Ohr. Die Schrift ist eine Klein-Kinder-Schrift, was den Zustand Simpels nochmal deutlich macht. Und der Titel – SUPER. Es geht um Simpel, der eigentlich gar nicht Simpel heißt, aber alle nur unter diesen Namen kennen.
Fazit:
Das Buch hat alle Preise verdient, die es bekommen hat und eigentlich noch mehr. Man versetzt sich in Simpel hinein, erinnert sich vielleicht an seine eigene Kindheit, Geschwister, Cousins, die noch Kinder sind und auch so handeln, alles hinterfragen und einen natürlichen Charme haben. Das Anderssein wird so dargestellt, als wäre es super, was es ja auch ist. Und das Dauerthema Liebe wird von einer anderen Seite beleuchtet, als die wir kennen. Ich kann das Buch nur Empfehlen, eigentlich Pflichtlektüre!!