1. Fall Christian Bayer.
Es wird bereits die vierte Leiche eines Jungen gefunden, alle sind immer fürsorglich aufgebahrt, mit weißen Laken zugedeckt und der Mörder hinterlässt jedes Mal einen Psalm. Das Team der Hamburger Sonderermittlung, welches die Fälle bearbeitet, steht vor einem Rätsel. Der Mörder wird von den Medien bereits als „Bestatter“ betitelt und ist einfach nicht zu fassen.
Bereits im Prolog erfährt man von einer Familie, die in einem Musterhaus wohnt, und deren Sohn vom Vater, aber auch von anderen Personen, missbraucht wird. Während der ganzen Geschichte tauchen zwischendurch immer wieder kurze Szenen von dieser Familie auf, ohne dass man weiß, um wen es sich handelt.
Die Sonderermittlungsgruppe, die von Christian Beyer geleitet wird, hat alle Hände voll zu tun, um irgendeinen Anhaltspunkt zu finden, da der „Bestatter“ keinerlei Spuren hinterlässt. Es könnte sein, dass es sich um einen Pädophilenring handelt, da alle Opfer missbraucht wurden. Sie hoffen auf die Psychologien Anna Maybach, bei der vermutlich der „Bestatter“ in der Praxis aufgetaucht ist und ihr auch Psalmen schickt.
Das Team um Christian Bayer hat mir gut gefallen, die einzelnen Personen werden sehr detailliert beschrieben, mit all ihren Vor- und Nachteilen und ich konnte mir dadurch ein gutes Bild von jedem machen. Sie sind alle total unterschiedlich, aber in ihren speziellen Tätigkeiten hervorragend. Christian Beyer ist mir vielleicht einen Tick zu cholerisch, aber trotzdem mag ich ihn.
Die Geschichte an sich ist sehr erschütternd und ich musste einige Male tief durchatmen, wenn ich von den missbrauchten Jungen gelesen habe, vor allem von dem einen aus dem Musterhaus, der ja auch einen Teil aus seiner Sicht erzählt. Der Aufbau ist gut und geht systematisch voran, wobei sich die Spannung in Grenzen hält. Vordergründig steht die allgemeine Ermittlungsarbeit, über die sehr genau berichtet wird.
Es ist kein Buch, das einen vom Hocker haut, lässt sich aber trotzdem sehr flüssig lesen. Am Ende wird es etwas verwirrend, danach konnte ich aber alles gut nachvollziehen und da es sich um ein Debüt handelt, werde ich auch den nächsten Fall lesen.