Leser-Rezension zu „Das Leben kleben” von Marina Lewycka
am 13.08.2011
“Wie viel besser wäre es zu lieben und geliebt zu werden, bis dass der Tod einen schied, anstatt zu spüren, wie die Liebe abstarb, während das Leben um einen herum weiterging – trostlos und ohne Liebe.“
Inhalt
Georgia ist verheiratet und schreibt für ein Online-Magazin über Klebstoffe. Ihr Leben plätschert so dahin, bis eines Tages ein nichtiger Grund Anlass eines großen Streits wird und ihr Mann sie verlässt. Als Rache schmeißt sie seine komplette Plattensammlung auf den Müll. Eine alte Frau kramt diese wieder herausl – es ist Mrs Shapiro. Und diese Mrs Shapiro soll ihr Leben bald kräftig verändern, denn schon bald erhält Georgia einen Anruf aus dem Krankenhaus – sie wurde als nächste Verwandte der alten Frau angegeben. Damit fängt die Geschichte erst so richtig an. Aber Georgia muss sich zudem auch noch mit ihrer zerstörten Ehe und dem heranwachsenden Sohn herumschlagen, der plötzlich von Weltuntergangs-Szenarien seltsam fasziniert ist...
Meine Meinung
„Das Leben kleben“ erzählt eine ungewöhnliche Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft, die an sich aber doch nicht so ungewöhnlich ist, weil sie in mehreren Büchern bereits beschrieben wurde. Trotzdem hat mich das Schicksal der einzelnen Personen seltsam berührt und besonders die Vergangenheit von Mrs Shapiro, die sich nach und nach entrollt, ist äußerst interessant. Neben den Themen Liebe, Freundschaft und Älter werden spricht die Geschichte aber auch den Konflikt im Gaza-Streifen und die Judenverfolgung in Europa während des 2. Weltkrieges auf sensible, ernste aber gleichzeitig auch humorvolle Weise an.
Die Sprecherleistung
Durch die markante Stimme von Katharina Thalbach hat die Geschichte ihren besonderen Charme erhalten. Erst musste ich mich an die Erzählweise ein wenig gewöhnen, dann aber half die Leseweise dabei, die verschiedenen Personen und Erzählstränge auseinanderzuhalten und hinterher zu einem großen Ganzen wieder zusammenzuführen. Besonders die urige Mrs Shapiro erhielt durch die Stimme der Sprecherin einen ganz besonderen Reiz und machte das Hören insgesamt zu einem großen Vergnügen.
Fazit
Insgesamt gibt es für von mir 4 Sterne, auch wenn mir das „Happy Ending“ etwas zu dick aufgetragen vorkam. Empfehlen kann ich dieses Hörbuch allen, die eine nette Geschichte über die Freundschaft mit einer grandiosen Sprecherin hören wollen. Vergleichen würde ich es vom Inhalt und vom Stil her am ehesten mit „Zusammen ist man weniger allein“ oder aber auch „Die Eleganz des Igels“ - wobei hier angemerkt werden sollte, dass die Geschichte nicht in Frankreich, sondern in England spielt und daher auch eher britischen Charme versprüht.

