Rezension zu "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" von Marina Lewycka

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Gelöschter Benutzer

Vor 2 Jahren

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Wenn der über achzig Jahre alte, seit zwei Jahren verwitwete, Vater plötzlich mit der Neuigkeit rausplatzt, dass er eine 36-jährige Ukrainerin heiraten werde, bringt das nicht nur das Leben der etwa gleich alten Tochter durcheinander, sondern auch die beiden Töchter endlich dazu, wieder einmal miteinander zu reden, um dieses in ihren Augen irre Vorhaben zu verhindern. Dabei findet Vera auch gleich Zugang zu ihrer eigenen Geschichte, die bis anhin weitgehend im Dunkeln gehalten wurde, von ihrer 10 Jahre älteren Schwester, der verstorbenen Mutter und ihrem heiratswilligen Vater. Einziger Kritikpunkt: ein bisschen unmotiviert schreibt der Vater ein Buch, aus dem hin und wieder zitiert wird. Es trägt den Titel 'Kurze Geschichte des Traktors auf ukrainisch'! Ansonsten aber eine anrührende Geschichte, zwischenzeitlich auch sehr spannend und sehr einfühlsam geschrieben. Eine wunderbare Stelle ist, als Vera, die in die 68er-Bewegung und den Höhepunkt der Feminismus-Bewegung hinein geraten ist, für sich denkt, dass der Feminismus sie gelehrt habe, alle Frauen als Schwestern zu sehen, einzig ihrer tatsächlichen Schwester wurde dieses Recht während ihres langjährigen Streites vorenthalten.

Autor: Marina Lewycka
Buch: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch
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