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Vor 1 Jahr
(8)Marion Brasch erzählt in diesem Roman humorvoll, teils auch ironisch, über ihr Leben in der DDR, welches viel zu oft sehr schmerzlich in Bezug auf die Familie war. Ihre jüdischen Eltern zogen nach dem Krieg aus London zurück nach Ostberlin. Die Mutter weigerte sich zuerst, in den Osten überzusiedeln, denn sie stammte aus Wien und konnte sich nur schwer vorstellen, ausgerechnet im Ostteil von Deutschland zu leben. Der Vater wurde stellvertretender Kulturminister der DDR und war von der Partei und dessen Tun absolut überzeugt. Er wollte mit ein besseres Deutschland aufbauen. Die Partei stand für ihn an erster Stelle, erst danach kam die Familie. Es kam oft zu Streitereien zwischen dem Vater und den Söhnen, besonders mit dem ältesten Sohn hatte er sich schließlich ganz entzweit, als dieser auch noch in den Westen ging. Zwei der Brüder werden Schriftsteller, einer Schauspieler, nur Marion weiß nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie probiert die eine und andere Stelle aus und ist lange auf der Suche … Die Mutter stirbt früh an Krebs und auch der Vater und die Brüder kämpfen mit ihrer Gesundheit. Als die Grenzen geöffnet wurden, bekommt der Vater das nur noch am Rande mit; mit ihm stirbt auch die DDR. Und Marion schämt sich für ihre Landsleute, die die bunten Läden im Westen stürmen.
Diese überaus bewegende und tiefgründige Geschichte ist einfach geschrieben und lässt sich recht flüssig lesen. Man muss unbedingt wissen, wie es mit dieser Familie weitergeht. Wir erfahren hier vieles über das Leben in der DDR und wie diese Familie das Leben gemeistert hat. Es gibt sehr viele traurige Momente und kalte Emotionen seitens des Vaters, der damit sehr viel Leid über seine Familie gebracht hat. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an, wirkt noch lange nach, und ich werde es sicher nicht so schnell vergessen. Ich bewundere die Autorin, wie sie dieses Leben in dieser Familie gemeistert hat und niemals aufgab.
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