Leser-Rezensionen zu „Judassohn” von Markus Heitz
Rezension verfasst vor 3 Wochen (4)
Hab selten ein so schlechtes Buch gelesen...Man hat den Eindruck das der Autor die Handlung fast vergessen und die Sexualität seiner Figuren in den Vordergrund stellt....
Rezension verfasst vor 2 Monaten (4)
Inhalt:
Theresia Sarkowitz, Sia, ist ein Vampir. Sie gehört den Judaskindern an und ist über 300 Jahre alt. Die letzten Jahre ihres Lebens hat sie sich zur Aufgabe gemacht, über ihre Nachkommen, eine Frau und deren Tochter, zu wachen.
Sie will vermeiden, dass den beiden etwas passiert, denn ihr Tod würde ihnen das gleiche Schicksal bringen, dass auch Sia erlitten hat - Sie würden zu Vampiren, Judaskindern, werden.
Doch Böses kehrt zurück in Sias Leben. Eine Gestalt taucht auf, die Sia an Kräften ebenbürtig ist. Eine Gestalt, die seit Jahrhunderten Rache nehmen möchte…
Meinung:
Es fällt mir schwer, dieses Buch von Heitz zu kommentieren und bewerten. Wer vorherige Rezensionen von mir zu seinen Büchern kennt, weiß, dass ich bisher dazu tendierte, begeistert zu sein. Doch kann ich diese Begeisterung nicht auf dieses Buch übertragen. Jedenfalls nicht auf das Ganze.
Wir tauchen in "Judassohn" wieder, wie bereits in "Kinder des Judas", durch Theresia Sarkowitz, Sia genannt, in das Geschehen ein. Ein weiterer, kurzer Einblick in ihr Leben und ihre Geschichte wird uns gewährt, bevor es richtig los geht und Heitz einen wieder mal in das Frankreich des 18. Jahrhunderts entführt. Und innerhalb kürzester Zeit ist man nicht nur wieder voll im Bilde, man ist fasziniert und so dermaßen gespannt, dass man das Buch nicht mehr aus den Händen legen kann.
Ab der Mitte des Buches, nahm das Geschehen eine Form an, die mir persönlich nicht gefiel. Erotik und Vampire sind zwei Themen, die irgendwie schon immer zusammengehört haben. Heitz macht daraus in keinem seiner Bücher einen Hehl, befand sich dabei aber immer in einem Rahmen, den ich persönlich harmlos fand. In "Judassohn" ist das jedoch nicht mehr ganz der Fall, solche Szenen häufen sich und dehnen sich zudem auch noch, ohne, dass es irgendetwas zum Geschehen beiträgt. Im Grunde nichts schlimmes, leider gehen diese Szenen jedoch auf Kosten der Spannung, die in all dem Gewirr verloren geht.
Dazu kommen unerwartete und auch äußerst eigenartige Wendungen in der Geschichte, die einen verwirren und die man auch erst einmal verdauen muss.
Äußerst gut umgesetzt ist jedoch der Wandel der Zeiten vom 18. Jahrhundert ins 21. Jahrhundert in Heitz' Sprache und Stil. Er greift den Unterschied von Lebensform und Sprache der Vampire und ihrer Umgebung auf und gibt ihn meisterlich wieder.
Wie immer findet man auch Vernetzungen zu anderen Werken von ihm, die dem Buch noch die letzte Würze geben. Der krönende Abschluss ist das Ende, mit dem man nicht gerechnet hatte und das, typisch Heitz, immer für eine Überraschung gut ist.
Im Endeffekt überragen die positiven Eindrücke die Negativen und "Judassohn" ist eine durchaus gelungene Fortsetzung der Vampirreihe "Kinder des Judas".
Fazit:
Twilight war gestern - Dieses Buch hat wirklich "Biss", wenn auch nicht so viel wie sein Vorgänger.
Rezension verfasst vor 2 Monaten (3)
Einleitung:
Irgendwie hab schaff ich es immer, in der Bücherei zu solchen Büchern zu greifen, die ziemlich dick sind und mehrteilig.
Da ich gerne Bücher über Fantasy und ganz besonders über Vampire und Werwölfe lese, führte mich mein Weg irgendwann bei den Neuerscheinungen unweigerlich zu dem Autor Markus Heitz und seinen Büchern „Ritus“ und „Sanctum“.
Nun war ich schon gefangen in seiner Welt der Vampire und Werwölfe, da entdeckte ich auch noch seine Bücher über Drachen („Die mächte des Feuers“).
Diese faszinierten mich jedoch nicht so sehr, wie der Band „Kinder des Judas“.
Deshalb war ich sehr erfreut, als ich wieder bei den Neuerscheinungen diesmal den zweiten Teil, nämlich „Judassohn“ entdeckte…
Ich hatte zwar schon einige Bücher daheim, die ich noch lesen sollte und das Buch war ganz schön dick.
In diesem Fall konnte ich jedoch einfach nicht widerstehen und nahm es mit.
Von meinen Erfahrungen mit diesem Buch möchte ich euch hier berichten.
Bevor es losgeht, gibt es jedoch erstmal ein paar Infos zum Autor und Fakten zum Buch.
Der Autor:
Wer mehr über Markus Heitz und seine Werke wissen möchte, kann sich im Internet unter www.pakt-der–dunkelheit.de und unter www.mahet.de informieren.
Die erstgenannte Seite ist sehr sehenswert.
Sie bietet einen Trailer zu Markus Heitz Buch „Blutportale“, diverse Interviews mit dem Autor, ein Mysteryquiz und zu jedem Buch ein Rezept zum Nachkochen mit Namen wie „ Tote Feinde in leckerer Soße“ oder „Inseln des Grauens“ und vieles mehr.
Die Seite www.mahet.de ist auch sehr interessant.
Dort gibt es harte Fakten, was zum Lachen und wieder ein paar Rezepte.
Ein sympathischer Autor…
Fakten zum Buch:
Das Taschenbuch erschien im März 2010 beim Knaur-Verlag.
Es umfasst 686 Seiten und ist im Buchhandel für 14,95 Euro zu haben.
Bisher erschien in dieser Reihe der erste Band „Kinder des Judas“.
Bei „Judassohn“ handelt es sich um Band zwei der Reihe.
Der Verlag über das Buch:
Sie glaubt, sie sei die Letzte ihrer Art: Theresia Sarkowitz, genannt Sia,
ein „Kind des Judas“, uralt und ewig jung.
Sorgfältig getarnt wacht sie über ihre Nachkommen, eine unschuldige junge Frau und ihr Kind, damit diese nicht dasselbe Schicksal erleiden wie sie- einst als Unsterbliche wiederauferstehen zu müssen.
Doch dann taucht eine Gestalt auf, die seit Jahrhunderten nach Sia sucht.
Eine Gestalt, deren Kräfte ausreichen, sie zu töten.
Und die voll Rachedurst ist….“
Zum Einstieg kurz etwas über Band 1 :
Die junge Sia nennt sich Theresis Sarkowitz.
Nachts wachts im Krankenhaus an den Betten derer, die dem Tod geweiht sind, um für sie da zu sein.
Ihren Unterhalt verdient sie sich mit illegalen brutalen Kämpfen, bei denen sie bis ans Äußerste geht.
Ein gefährlicher Gegner taucht auf und sie muss sich ihrer Identität als Vampirin der Spezies Kind des Judas stellen.
Ein uralter Kampf entbrennt zwischen den Vampiren und sie ist mittendrin…
Die Story von „Judassohn":
Bevor der eigentliche Vampirthriller beginnt, geht’s erstmal los mit dem lateinischen Begriff Dramatis Personae.
Da ich leider kein lateinisch kann, frage ich bei meinem Freund nach und erfahre, dass diese Bezeichnung wörtlich übersetzt in etwa eine Übersicht der handelnden Personen bedeutet.
Eben diese folgt nun als Aufzählung der im Buch vorkommenden Personen.
Unterteilt ist das Ganze in Personen aus der Gegenwart (z.B. Theresia Sarkowitz, Emma und Elena Karkow) und in Personen aus der Vergangenheit (Anjanka, Lydia Metunova).
Zuerst war ich etwas entsetzt über die Fülle der Personen, doch im Laufe des Buches war ich angenehm überrascht darüber, wie geschickt Markus Heitz sie mal wieder miteinander verwoben hat.
Besondere Vampirsorten:
entführt mich in die Welt der Vampire und ihrer verschiedenen Spezies.
Bei Markus Heitz gibt es nicht nur den blutsaugenden Vampir, nein, da gibt es die Kinder des Judas, die Viesczy, die Tenjak, die Nex, die Murony, die Umbra und die Nachzehrer.
Solch eine Fülle an Vampirarten kenne ich nicht mal aus den Warhammer Armeebüchern und war erstmal erschlagen von der Menge an Infos zu den Eigenschaften, den Stärken und den Schwächen der einzelnen Vampirarten.
Ich muss sagen, ich bin begeistert von der Phantasie des Autors.
Endlich gibt es mal richtige Vampire, die sich untereinander unterscheiden.
Die Kinder des Judas können zum Beispiel kein sichtbares fließendes Wasser überqueren, andere wiederum können sich verwandeln oder liegen im Grab und fressen sich selbst das Fleisch von den Knochen.
Sehr gut gefällt mir, dass alle diese Vampire im Buch vorkommen.
Lamento 1:
kann ich aus dem Italienischen als erste Wehklage übersetzen.
Eine mir erstmal unbekannte Kreatur klagt mir auf einer Buchseite ihr Leid.
Erst im Laufe des Buches erkenne ich, wer das ist und wen er sucht….
Praeteritum:
übersetze ich, meine Deutschlehrerin möge gnädig sein, als vorhergegangene Vergangenheit.
Wir befinden uns am 1. Januar 2008 in Sachsen, ausgerechnet im Winter.
Unsere alte Bekannte, das Judaskind Theresia Sarkowitz arbeitet dort als Türsteherin und hält vor Dienstschluss einen netten Plausch mit ihrem Kollegen.
Sie kann es kaum erwarten auf ihr Motorrad zu steigen und denkt dabei an ihre freiwillige Arbeit im Krankenhaus, die ihr oftmals nicht so leicht fällt, da sie den nahenden Tod spüren kann, selbst wenn die Ärzte noch lange keine Anzeichen dafür sehen.
Im ersten Band hat sie meines Wissen ihr Geld mit illegalen Cage-Fights verdient, hat diese nun jedoch aus privaten Gründen aufgegeben.
Nach und nach bin ich wieder gefangen in der Welt von Sia, erinnere mich an ihre Schützlinge Emma und Elena und was in Band 1 alles geschah.
Meine Erinnerungen mussten warten, als Sia plötzlich beinahe einen Unfall hatte und dem Verursacher und dem dazugehörigen Porsche Cayenne zum Friedhof und Krematorium folgt.
Gleich auf den ersten Seiten wird es spannend und so geht es auch weiter.
Wie in Band 1 und in den meisten Büchern von Markus Heitz begegne ich auch hier den Werwölfen.
Doch diesmal hat es was Beunruhigendes, da die Geschehnisse in der Moderne unserer Zeit stattfinden und auch noch in Deutschland.
Praesens 1:
versetzt uns einen Tag zurück und gibt den Blick frei auf das momentane Leben von Emma und Elena.
Die beiden erwarten am Silvestertag den Besuch von Sia.
Bevor diese jedoch eintrifft, taucht eine Fremde auf und behauptet, Sias Cousine zu sein.
Sia erscheint, die Fremde greift sie an und behauptet ihre Tochter zu sein.
Wer ist sie wirklich und was will sie von Sia?
Lamento 2:
lässt das Wehklagen der armen verdammten Kreatur erklingen und meine Neugier wuchs….
Bevor meine Neugier jedoch gestillt werden kann, geht es plötzlich mit dem Buch Tanguy weiter.
Es ist Spätsommer im Jahr 1781.
Wir befinden uns in Frankreich, genauer gesagt in der Süd-Bretagne, nahe Kerhinet.
Huch, was machen wir plötzlich im Frankreich der vergangenen Jahrhunderte mögt ihr euch fragen?
Ich war jedoch nicht überrascht, da ich solche genialen Zeitsprünge aus Markus Heitz anderen Büchern kenne.
Sie sind sehr unterhaltsam und machen aus einer einfachen Geschichte ein komplexes und sehr facettenreiches Werk.
Zurück zu Tanguy.
Der junge Mann hat von seinem Tagewerk auf dem Boot eine Pause eingelegt und gönnt sich eine Schäferstunde mit seiner Freundin Gwenn.
Wir begleiten ihn zu seiner Familienidylle.
Er bringt zwei Enten mit und verspeist diese mit seiner Mutter und beiden Brüdern.
Ein ungehobelter Fremdling erscheint und trübt das harmonische Beisammensein.
Nun sind wir in der Stadt Guerande, in der gerade ein Fest stattfindet.
Der ungehobelte Fremdling lässt Tanguy keine Ruhe und er stellt ihm nach.
Während des Fests macht er sich mit Gwenn davon, doch diesmal endet ihr Schäferstündchen anders als jemals geahnt.
Ein Räuber stellt Gwenn nach und Tanguy spielt den Retter mit Folgen.
Viel Zeit zum Trauern bleibt weder seiner Familie noch seiner jungen Freundin, denn auch sie werden von unerwarteten Ereignissen ereilt.
Nun es Winter und eine einsame, bluthungrige Kreatur watet durch das Moor.
Hilflos, orientierungslos und nicht wissend wer oder was sie ist landet sie schließlich bei dem sagenumwobenen Riesen des Moors.
Um ihn ranken sich viele Geschichten, doch welche davon wahr sind erfährt man erst nach und nach.
Vampire und Werwölfe treiben ihr Unwesen in der Süd-Bretagne und der vermeintliche Riese hilft der verdammten Kreatur ihrem Schicksal und ihrer Vergangenheit auf die Spur zu kommen.
Leider verfolgt auch er seine eigenen Pläne…
Die Kreatur, die nun weiß, wer sie ist und das sie ein Vampir ist verfolgt den jungen Comte des Morangies, dessen Familie ich schon aus einem anderen Buch von Markus Heitz kenne.
Die Kreatur will Rache, Rache für ihr Schicksal, doch der Werwolf ist ihm einen Schritt voraus. Noch.
Der Vampir lernt seine Verwandte Charlotte kennen, doch diese versucht ihn zu töten.
Warum erfahrt ihr im Laufe des Buchs.
Geschichten von Sandrine:
entführen mich nach Saint- Alban in Südfrankreich.
Wir schreiben nun das Jahr 1787.
Die junge Sandrine lebt ein beschauliches Leben.
Ihren Lebensunterhalt bestreitet sie durch selbst gemachten Käse und wirkungsvolle Flüche gegen Bezahlung.
Alte Bekannte treten auf und zwingen sie dazu, einen Fluch gegen Tanguy auszusprechen.
Welche Folgen das hat, erfährt man erst sehr spät.
Die bezaubernde Vampirin Anjanka kommt ins Spiel und sie verbindet eine innige Liebe mit Sandrine.
Die Liebesgeschichte der beiden ist sehr schön geschrieben.
Sie lieben sich und können nicht mit und auch nicht ohne einander sein.
Die Eifersucht Sandrines führt fasst zur Trennung.
Ihr Handwerk bringt beide immer wieder in gefährliche Situationen und zwingt sie dazu, ständig ihren Wohnsitz zu wechseln.
Verfolgt werden sie jedoch von einer Horde von Werwölfen mit dem Comte des Morangies an der Spitze.
Währenddessen forscht Anjanka nach, warum Sandrine Flüche wirken kann und einen immensen Blutdurst hat.
Ein normaler Vampir trägt das Mal des Dämons der ihn erschaffen hat an sich, doch warum hat Sandrine keines?
Die Geschichte der beiden ist von allem etwas.
Erotisch, heiter, interessant, aufregend, dramatisch, traurig…
Man muss sie einfach gelesen haben, denn die beiden ziehen einen in ihren Bann.
Das Buch Dominic De Marat:
spielt im Jahre 1789 in Frankreich, Paris.
Der junge Vampir Dominic De Marat liebt es mit brünetten Jungfrauen zu schlafen, mit seiner Räuberbande durch die Lande zu ziehen und das Leben als Untoter zu genießen.
Sein ihm bis dato unbekannter Onkel rettet ihn vor einer Horde von Werwölfen, als er sich gerade nach Wien absetzen will.
Sein Onkel Marek erzählt ihm von seiner Mutter Scylla.
Sie ist wie er ein Judaskind und weiß um Dinge, die der Onkel selbst gerne wüsste.
Marek möchte Dominic in die Bruderschaft der Vampire, genannt die Cognatio einführen, doch Dominic hat da ganz andere Dinge im Sinn.
Sein Weg führt ihn über Umwege zur besten Freundin seiner Mutter, der alternden Vampirin Lydia Metunova.
Sie wird ihm Freundin und Mentorin, hat jedoch einen Verräter in den eigenen Reihen.
In den Wirren der französischen Revolution macht Dominic sich die politischen Hintergründe zu Nutze und nutzt die Menschen für seine eigenen Pläne.
Ob er sie je erreichen wird und wie sie genauer aussehen erfahrt ihr im Buch Dominic De Marat.
Nach jedem Buchabschnitt folgt ein Lamento der verdammten Kreatur.
Der Kreis wird enger, Verbindungen knüpfen sich und werden geschlossen.
Geschichten aus dem Leben von Sandrine:
beinhaltet Geschichten von der Rache und Geschichten vom großen kurzen Glück.
Man erfährt mehr aus dem Alltag von Sandrine und Anjanka.
Wie sie sich finden, verlieren, für wen sie arbeiten, wie sie getäuscht und verletzt werden, wie es zu einem kurzen Happy End kommt und dann schließlich zur traurigen, für Sandrine kaum aushaltbaren Wahrheit über sich selbst und den Stand der Dinge.
Will nicht leben, Will nicht sterben. Will doch töten und will doch lieben. Monstrum
klagt die Kreatur wieder ihr Leid.
Geschichten aus dem Leben von Harm Byrne:
führt mich weit fort, nach London im Jahr 2007.
Harm Byrne, ein wandelbarer reicher Vampir will Rache und spinnt sein Netz um Emma und Elena.
Sia greift ein, doch begreift sie erst viel zu spät, wen sie da vor sich hat.
Die kurze Geschichte von Tonja Umaschwili:
führt mich zurück in die Gegenwart.
Da ist diese Fremde, die Sia töten will und ihre Nachkommen gleich mit.
Es kommt zum Showdown und nichts ist mehr so, wie es vorher war.
Endlich schließt sich der Kreis und viele offene Fragen werden geklärt.
Der Schluss beunruhigte mich, gleichzeitig ließ er mich jedoch einen möglichen Verlauf von Band 3 erahnen…
Das Buch endet mit einer humorvollen Danksagung des Autors, sowie einer Leseprobe von Band 3....
Ein Ausblick:
Im Dezember 2010 erscheint „Judastöchter“, der dritte Band der Reihe.
Ich kann’s kaum erwarten, die Geschichte über die Kinder des Judas endlich weiter zu verfolgen…
Mein Fazit:
Mit „Judassohn“ ist es Markus Heitz wieder ein Buch gelungen, welches mit von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht.
Mir gefällt es sehr gut, dass er zu Beginn seines Buches erstmal die handelnden Personen vorstellt und einen Überblick über die vielen Vampirspezies gibt.
So kann man in diesem doch recht umfangreichen Buch immer wieder nachschlagen, wenn man nicht mehr weiß, um welchen Charakter es sich handelt oder welche Vampirspezies gerade beschrieben wird.
Mir gefallen die verschiedenen Vampirsorten sehr gut.
Endlich kommt mal Leben in die Blutsauger und endlich gibt es auch Differenzen zwischen den einzelnen Arten.
Die Vielfalt der Vampire erinnert mich an das Wahrhammer Armeebuch Vampire und an das PC- Spiel „Vampire –Die Maskerade“.
Das Wehklagen der unglückseligen Kreatur befindet sich zwischen jeder Geschichte des Buches und wird von mir als roter Faden wahrgenommen.
Immer wieder erinnert sie an ihr Schicksal und immer deutlicher wird es gegen Ende des Buches, wer mir das sein Leid klagt.
Die Tatsache, dass das Buch in der Moderne unserer Zeit in Deutschland beginnt, versetzt mir einen wohligen Schauer.
Ich finde, der Leser wird gut in das Leben von Sia, Emma und Elena eingeführt und kann sich so, sofern er ihn gelesen hat, gut an das Geschehen in Band 1 erinnern.
Der Wechsel des Schauplatzes und der Zeit machte mich neugierig.
Wer waren die vielen Charaktere und was hatten sie mit Theresia Sarkowitz zu tun?
Tanguy war mir sehr sympathisch und es tat mir Leid, als sich sein Leben zum Schlechten wendete.
Seine Familie und die Lebensumstände erinnerten mich an Szenen aus dem Auenland im Film „Herr der Ringe“.
Alles wirkte so idyllisch und einfach und doch waren sie alle glücklich.
Wahrscheinlich erschrak mich gerade deshalb der Wechsel in ihrem Leben.
Der vermeintliche Riese im Moor faszinierte mich und ich grübelte lange darüber nach, um was es sich bei ihm wohl handeln könnte.
Doch für das, was schließlich die Wahrheit war, hatte Herr Heitz mehr Phantasie als ich.
Der ewige Kampf zwischen Vampiren und Werwölfen ist sehr interessant dargestellt worden.
Besonders gut gefällt mir, dass die Werwölfe im Buch bis in die Jetztzeit präsent sind und immer wieder mit den handelnen Charakteren interagieren.
Die Geschichte von Sandrine und Anjanka hat mich sehr in ihren Bann gezogen.
Ich hab jede ihre Handlungen und jede Änderung mit Spannung verfolgt und mit ihnen gelitten, als ihr Schicksal sie ereilte.
Von lesbischen Vampiren hatte ich bisher noch nie etwas gelesen.
Ihre Liebe zueinander war so schön dargestellt, besonders Sandrines Bemühen zu Anjanka zu gelangen.
Ich denke, dass die Geschichte der beiden Männer wie Frauen in ihren Bann ziehen wird.
Dominic De Marat wirkte auf mich wie eine junge, fehlgeleitete Seele, haltlos und auf der Suche nach sich selbst.
Mir gefiel es gut, auch durchaus menschliche Züge an diesem Charakter zu entdecken (Rührung, Sorge, beinahe schon Liebe).
Marek war mir von Anfang an eher unsympathisch.
Die Rolle des zwielichten Onkels steht ihm gut.
Ich war überrascht darüber, wie sein Zusammentreffen mit Sia oder Scylla, wie er sie kennt verlief.
Überhaupt ist die Judastochter Scylla einer der faszinierendsten Charakter des Buches und gleichzeitig auch die Hauptperson, um die sich alles dreht.
Sie kämpft, forscht, droht, fährt Motorrad, beschützt die Kranken und Schwachen, wacht wie eine Löwenmutter über ihre Schützlinge und ist einfach zeitlos.
Sie lebt schon so lange, trug schon so viele Namen und doch ist sie sich selbst treu geblieben.
Das macht sie für mich sympathisch.
Emma und Elena lernte ich erst im Laufe des Buches kennen und besonders Elena hatte gegen Ende eine überraschende Seite an sich.
Toll fand, ich das auch alte Bekannte auftauchten, gewisse Artefaktjäger und Anhänger eines Dämons namens Belua.
Witzig fand ich, dass Markus Heitz durch seine Kenntnisse durch das Geschichtsstudium solche Inhalte wie die politische Stimmung zur Zeit der französischen Revolution einfließen lässt.
Dies ließ mich die Geschehnisse aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen:
Steckten etwa Vampire dahinter? ;-)
Sogar der bekannte Marquis de Sade gab sich ein Stelldichein und trat mit Dominic De Marat in den Dialog.
Die alternde Vampirin Lydia Metunova war mir auf Anhieb sympathisch.
Eine gelehrte Vampirin, die Kenntnisse in der Dämonenkunde und Alchemie sammelt…
Schade, dass sie verraten wurde.
Anjanka und Sandrine hatten ebenso beide für sich einen interessanten Charakter und ich freute mich immer wieder von ihnen zu lesen.
Die Räuberbande um Dominic De Marat fand ich auch sehr unterhaltsam.
Eine tolle Idee, so viele verschiedene Vampirarten zusammen zu stecken.
Harm Byrne erwies sich als ein sehr interessanter Vampir, mit vielen Facetten.
Sein Butler Joeffray Charles Wilson war mir sehr sympathisch.
Von seiner Art her erinnerte er mich an den Darsteller von Batmans Mentor aus „Batman The dark knight“.
Ich gönnte ihm die im zum Schluss zugedachte Rolle aus ganzem Herzen, da er immer loyal gehandelt hatte.
Die Werwolffamilie de Morangies kam schon in einigen Büchern von Markus Heitz vor.
Sie knüpft an die Werwolflegende aus dem Gevaudan, die sich bis heute hartnäckig hält und zu der es viele Mutmaßungen gibt…
Der Schluss des Buches war in meinen Augen genial.
Alle Fäden wurden zueinander geführt, Zusammenhänge wurden nun endlich deutlicher und der unvermeidliche Auftakt des Geschehens folgte.
Ich finde es immer wieder interessant, wie Markus Heitz seine Charaktere interagieren lässt.
Manche von ihnen überdauernd Jahrhunderte und wenn nicht sie, dann Teile ihrer Familie.
Bei seinen Charakteren trifft das Sprichwort „Man trifft sich immer zwei Mal im Leben“ wörtlich genommen zu.
Die Charaktere aus der Gegenwart und der Vergangenheit haben in ihrem Tun und Denken miteinander zu tun und manch einer spielt später eine wichtige Rolle.
So, abschließend kann ich nur meine vollste Empfehlung für das Buch
aussprechen und warte gespannt auf Teil 3 „Judastöchter"
Viel Spaß beim Lesen wünscht Alchemilla
Rezension verfasst vor 5 Monaten (2)
Anfangs fand ich es etwas schwierig, in das Buch hineinzukommen. Es begann zwar mit Sia und alles war schicki, aber im zweiten Band dieser Reihe ändern sich nicht nur die Zeiten, sondern auch die Erzählperspektiven und viele Personen tauchen auf. Hat man sich gerade an eine neue Person gewöhnt, ging es zur nächsten. Irgendwann kannte man die Hauptcharaktere natürlich besser und es wurde somit auch leichter, in die jeweilige Situation wieder hineinzukommen.
Das war auch der Punkt, an dem mich die Geschichte wieder fesselte. Der Schreibstil ist großartig, die einzelnen Charaktere gut durchdacht. Das Lesen machte Spaß.
Was ich an Judassohn auch gut fand, war, dass am Anfang alle Vampirarten einmal kurz erläutert wurden. Das hätte ich mir schon beim ersten Band gewünscht, dann wäre auch einem Vampir-Laien das Wort „Upir“ nicht gänzlich unbekannt gewesen ;) .
Rezension verfasst vor 1 Jahr (9)
Markus Heitz entführt dich wieder mal in die Welt der Vampire, aber auch in die Welt seiner anderen Werke, die mit liebe zum Detail verknüpft worden sind. Dieses Buch hat solch eine extreme Wendung, mit der niemand gerechnet hat!
Inhalt:
Theresia (Sia) wacht über ihre letzten Nachkommen, Elena und Emma und versucht alles Mögliche, um ihre Familie zu schützen. Doch in der Vergangenheit ist ihr ein Fehler unterlaufen, der das Leben einer Person vollkommen zerstört hat....Sie will nun Rache und schreckt nicht davor zurück, alle zu töten, die Sia wichtig sind.
Bewertung:
Markus Heitz hat mich ein ums andere Mal in seine Welt entführt und besonders gut haben mir die Verbindungen zu den anderen Büchern (Ritus, Sanctum, Blutportale) besonders gut gefallen. Der 1. Teil war schon gut gelungen und der 2. hat mich nur noch mehr begeistert! Ich freue mich schon darauf, den 3.Teil der Reihe zu lesen! Kann es nur empfehlen!
Rezension verfasst vor 1 Jahr (21)
Vampire wie sie sein sollten
Judassohn ist ein Teil des Komplexes "Pakt der Dunkelheit". Dieser setzt sich aus den folgenden drei zusammen:
dem Werwolf-Zweiteiler "Ritus" und "Sanctum",
der Vampir-Trilogie:
"Judas 1: Kinder des Judas"
"Judas 2: Judassohn"
"Judas 3: Judastöchter"
und dem Roman "Blutportale"
Jeder Teil des Komplexes lässt sich ohne Probleme unabhängig von den anderen lesen. Wenn man jedoch alle Teile lesen möchte, dann schlage ich folgende Reihenfolge (nach Erscheinungsdatum) vor: Ritus, Sanctum, Kinder des Judas, Blutportale, Judassohn, Judastöchter.
Heitz schafft es abermals einen Vampirroman zu schreiben der einem, jenseits der populären Romantic-Fantasy, ein realistisches Bild von Vampiren vor Augen führt. Schonungslos stellt er diese Kreaturen in allen Facetten ihres Daseins dar und verfällt zu keiner Zeit in kitschige Beschreibungen.
Die Geschichte geht da weiter, wo sie in Kinder des Judas aufhört. Sia, eine über dreihundert Jahre alte Vampirin, wacht über ihre Nachkommen Emma Karkow und deren Tochter Elena. Sie möchte verhindern, dass sie so werden wie sie. Doch ihre Vergangenheit holt sie ein, als eine Frau erscheint, die sich nichts mehr wünscht als ihren Tod. Sia wähnt sich bis dahin als letzte Judastochter, doch ihr plötzlich aufgetauchter Feind verfügt über ganz ähnliche Fähigkeiten wie sie selbst und scheinbar noch über einige mehr.
Zurück in der Vergangenheit, im späten 18. Jahrhundert, sind die drei Vampire Tanguy Guivarch, Sandrine und Dominic de Marat auf der Suche nach dem Sinn ihrer Existenz. Auf ihren Fersen ist stets ein unerbittlicher Feind. Ein Wesen, das ihnen den Tod wünscht, den endgültigen Tod und ewige Qual.
In Judassohn sind die Erzählperspektiven etwas übersichtlicher als im Vorgänger. Das Buch beginnt in der Gegenwart, schwenkt dann in die Vergangenheit, um zuletzt in der Gegenwart den Kreis zu schließen. Leider ist dies zunächst nicht erkennbar gewesen und so wartet man knappe 600 Seiten darauf wie es in der ersten Erzählperspektive weitergehen wird. Die Geschichten der drei Vampire im großen Mittelteil des Buches sind stellenweise etwas langatmig geraten. Wenn man sich dort zu viel Zeit mit dem Lesen lässt kann durchaus etwas Frust aufkommen, da man manchmal kein wirkliches Vorankommen der Handlung erkennen kann. Aber wie dann letztendlich alles am Schluss zusammenläuft ist einfach nur genial konstruiert. Das Durchhalten lohnt sich dafür in jedem Fall. Das Finale ist dann zwar etwas knapp geraten, aber dafür allemal spannend. Wobei die letzte Überschrift schon einiges vorwegnimmt.
Heitz lässt seine Vampire wieder einmal mit ordentlicher Brutalität zur Sache gehen. Einige Kämpfe haben es in sich. Kehlen werden aufgerissen, Blut spritzt und Knochen knacken. Aber man darf sich nicht wundern, schließlich hat man es hier mit Vampiren zu tun, die weder Zeit noch Interesse daran haben sich ein Lätzchen umzubinden und ein Tischgebet zu sprechen, zu wem auch? Hinzu kommen einige deftige Sexszenen, bei denen sich nicht erschließt warum sie in dieser Ausführlichkeit präsentiert werden. Hätte man sicherlich anders lösen können, aber an derartiges ist man aus anderen Romanen des Pakts der Dunkelheit schon gewöhnt.
Wenn man neben Kinder des Judas auch noch Ritus, Sanctum und Blutportale gelesen hat, gibt es zudem einige feine Details zu entdecken.
Fazit: Judassohn kann, wie auch sein Vorgänger, auf ganzer Linie punkten. Vampire wie sie sein sollten. Einzig der lang unterbrochene Handlungsstrang in der Gegenwart ist ein wenig ärgerlich. Aber rückblickend ist das gesamte Werk einfach sehr stimmig. Die geniale Auflösung am Ende entschädigt für das ein oder andere kleinere Manko.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (11)
Aus vielen kleinen Puzzleteilen ergibt sich ein großes Ganzes, aber natürlich erst am Ende! Beim Lesen fragt man sich recht häufig, wie die kleinen Geschichten denn nun alle zusammenhängen, aber das Ende erklärt dies gradios. Heitz hat dieses Buch wirklich gut konstruiert, denn durch die ganzen Wendungen und immer mehr Einschübe ist die Geschichte sehr komplex, aber auch wahnsinnig spannend! Was mit besonders gefällt, sind die einzigartigen Charaktere, in einem Moment sind sie mir sympathisch und schon im nächsten Kapitel wechseln sie die Seite; so undurchschaubar wie reale Menschen zeichnet auch Heitz seine Romanfiguren.
"Judassohn" ist - von der Thematik her - eigentlch vor "Kinder des Judas" anzusiedeln, denn es beschreibt größtenteils die Vorgeschichte und die Vergangenheit der Vampire. Deswegen hätte ich mir in diesem Band auch etwas mehr Handlung von der Figur Sia gewünscht, aber trotz allem ist die Geschichte empfehlenswert!
Rezension verfasst vor 1 Jahr (13)
"Judassohn" von Markus Heitz ist die Fortsetzung zu seinem Werk "Kinder des Judas". Es knüpft sich gut an die Vorgeschichte an und schafft es den Leser von Beginn an in seinen Bann zu ziehen. Markus Heitz führt den Leser in eine Welt von Vampiren, Wölfen, Dämonen, Liebe und Hass.
Sia ist ein "Kind des Judas" und lebt 2008 in Leipzig. Sie denkt sie ist die einzige ihrer Art, bis plötzlich ein Vampir auftaucht. Er behauptet ihr Kind zu sein und will sich an ihr Rächen.
Anschließend wird der Leser zurück in die Vergangenheit geführt und erfährt die Geschichten von Tanguy Guivarch, Sandrine, Dominic de Marat und Harm Byrne. Geschichten voraller Hass, Leid, Verzweiflung, Angst und Tod aber auch von der Liebe und von großer Leidenschaft.
Schon die ersten Seiten haben mich sofort gefesselt und ich musste mich regelrecht dazu zwingen Lesepausen einzulegen. Ein spannendes und einfach geniales Buch.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (13)
Kurzbeschreibung:
Sie glaubt, sie sei die Letzte ihrer Art: Theresia Sarkowitz, genannt Sia, ein "Kind des Judas", uralt und ewig jung. Sorgfältig getarnt wacht sie über ihre Nachkommen, eine unschuldige junge Frau und ihr Kind, damit diese nicht dasselbe Schicksal erleiden wie sie - einst als Untote wiederauferstehen zu müssen.
Doch dann taucht eine Gestalt auf, die seit Jahrhunderten nach Sia sucht. Eine Gestalt, deren Kräfte ausreichen, sie zu töten. Und die voll Rachedurst ist...
Zum Autor:
Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte und lebt mit seiner Familie in Zweibrücken. Seit er mehrfach mit dem Deutschen Phantastikpreis ausgezeichnet wurde, gilt er zu Recht als "die deutsche Geheimwaffe für fantastischen Horror und herausragende Fantasy" (Bild am Sonntag). Mit seiner Bestsellerserie um "Die Zwerge" drückte er der klassischen Fantasy seinen Stempel auf und eroberte mit dem Werwolf-Zweiteiler "Ritus" und "Sanctum" sowie den Vampirthrillern "Kinder des Judas" und "Blutportale" auch die Urban Fantasy.
Schade um sie. Mit ihr als meine Stellvertreterin hätten wir es als Bande weit bringen können. Der beißende, dünne Säurerauch brachte ihn zum Husten. Er schloss zuerst ihr, dann den anderen die Augen. "Es tut mir leid", entschuldigte er sich laut bei den vernichteten Vampyren. "So war euer Ende nicht vorgesehen." (Seite 449)
Rezension:
"Judassohn" ist der zweite Band der "Judas"-Reihe von Markus Heitz. Die Geschichte beginnt mit Theresia Sarkowitz, genannt Sia, einer Judastochter, die sich im Leipzig des Jahres 2008 um ihre Nachfahren Emma und Elena kümmert und die man bereits aus dem vorangegangenen Band "Kinder des Judas" kennt. Am Silvesterabend wird sie Zeugin eines Massakers in der Wohnung Emmas, das eine gewisse Tonja Umaschwili dort anrichtet, bei dem mehr als 50 Menschen umgebracht werden. Tonja behauptet, Sia sei ihre Mutter.
Nach diesem Paukenschlag geht es mit einem zweiten Erzählstrang weiter, der den Leser ins Frankreich des Jahres 1781 führt. Dort lebt Tanguy Guivarch, ein junger Schilfbauer, der durch vermeintliche Strauchdiebe zu Tode kommt, aber doch nicht tot zu sein scheint...Weitere Protagonisten sind Sandrine und Anjanka, die als Liebespaar immer auf der Flucht zu sein scheinen und rastlos durch ganz Europa reisen, Dominic de Marat, ein Hochstapler, der allerdings ein Judassohn zu sein scheint und von seinem Onkel ausgebildet werden soll und zu guter Letzt Harm Byrne, ein brutaler Verbrecher, der in der Londoner Unterwelt das Sagen hat und sich die Liebe von Emma erschleichen will.
Die vielen Personen und Handlungsstränge wirken auf den ersten Blick sehr komplex, doch Markus Heitz versteht es wie im ersten Buch wieder meisterhaft, dies alles zu einem schlüssigen Ganzen zusammenzuweben. Meiner Meinung nach ist es vorteilhaft, "Kinder des Judas" gelesen zu haben, denn es tauchen gerne mal "Bekannte" aus diesem Buch auf.
Da ich bereits die Werwolf-Bände "Ritus" und "Sanctum" sowie die Vampir-Romane "Kinder des Judas" und "Blutportale" gelesen habe, war ich sogleich wieder im Geschehen gefangen, denn hier sucht man die momentan hippen Vampire à la Twilight vergebens: Die Judaskinder bzw. Werwölfe sind alles andere als zahm, sie sind blutrünstig, brutal, grausam und nur auf ihren Vorteil fixiert, so wie man sie aus Legenden und Erzählungen kennt. Kampfszenen sind sehr ausführlich und anschaulich beschrieben, deshalb empfehle ich das Buch Lesern, die mit solchen Ausführungen keine Probleme haben und sich einmal richtige Gänsehaut über dem Rücken wünschen.
Gefallen haben mir die geschichtlichen Einstreuungen, z.B. die Französische Revolution mit der Stürmung der Bastille und die fiktive erste U-Boot-Fahrt von Sandrine, die sich dank Heitz' Erzählkunst sehr plastisch darstellten, so als wäre man selbst dabei. Ich bin erneut restlos begeistert von diesem zweiten Band der "Judas"-Reihe und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung "Judastöchter", die bereits für Dezember 2010 angekündigt ist.
Zur Gestaltung des Buchs: Eine stabile Klappbroschur, deren Cover eine unheimliche Maske (die auch im Buch mehrfach erwähnt, deren Geheimnis aber noch nicht gelüftet wird) mit Fangzähnen ziert. Autorenname (in Hellgrau) und Buchtitel (in Feuerrot) wurden durch Spotlackoptik hervorgehoben. Am Anfang des Buches wartet "Judassohn" mit einer hilfreichen "Dramatis Personae" auf und es werden besondere Vampirspezies und ihre Eigenschaften näher erklärt. Am Ende des Buches erwartet den Leser eine kurze Leseprobe zu "Judastöchter".
Fazit: So sollten Vampire und Werwölfe sein, fernab von zahmem Gebaren à la "Twilight": Grausam, durstig, brutal, ohne Skrupel - Markus Heitz hat mit "Judassohn" einen würdigen Nachfolger zu "Kinder des Judas" geschrieben, der im wahrsten Sinn des Wortes Durst auf mehr macht - absolutes Lese-Muss!
Wertung: 5 von 5 Punkten
Rezension verfasst vor 1 Jahr (16)
Wie sein Vorgänger fängt auch "Judassohn" rasant und blutgeschwängert an. Die Lebensgeschichten der einzelnen Charaktere vermögen zu fesseln, obwohl lange nicht klar ist, wo der Zusammenhang zwischen den einzelnen Personen besteht. Auf den ersten Seiten gibt es übrigens eine gute Zusammenfassung über die einzelnen Dämonen-Spezies.
Interessant finde ich auch die atmosphärisch dicht gezeichneten, geschichtlichen Ausflüge in das Europa des 18. Jahrhunderts, wie z.B. die französische Revolution oder den Bau des U-Bootes, welches von Sandrine in Auftrag gegeben wurde. Dies ist eine nette Abwechselung zu all dem blutigen Horror, Gemetzel und der Grausamkeit, mit der Markus Heitz seinen Vampirthriller pflastert.
Wer schon Bücher von Markus Heitz gelesen hat, weiß, dass dieser mit Blut, Leichen, Gewalt und Gemetzel nicht zimperlich umgeht. Menschen mit schwachen Mägen & Nerven würde ich „Judassohn“ nicht empfehlen. Es geht oftmals schon sehr brutal zu und eine Verfilmung würde ich mir sicher nicht ansehen.
Äußerst düster, actionreich und maßlos blutig wird der Leser die Handlung geführt, wobei anfangs die einzelnen Figuren scheinbar keinen Bezug zueinander aufweisen. Wie bereits in „Kinder des Judas" finden viele Handlungsstränge in der Vergangenheit statt und werden aus der Sicht der jeweiligen Hauptperson erzählt.
Das "Buch Tanguy" versetzt uns in das Frankreich um 1781/1782. Die "Geschichten aus dem Leben von Sandrine" fangen1787 in Südfrankreich an, führt die Leser 1791/1792 nach Pozarevac und schließlich 1797 nach Irland (wobei sich Sandrine ein U-Boot bauen lässt, damit sie durch das –für sie tödliche Wasser- zu ihrer geliebten Anjanka gelangen kann).
Das "Buch Dominic de Marat" entführt uns 1797 von Paris über Bayern und Serbien (1790), bis wir schließlich 1791 in der Südbretagne landen.
Mit Harm Byrne finden wir uns im London des Jahres 2007/2008 in der Gegenwart wieder, bis wir schließlich die Bekanntschaft der Vampirin Tonja Umaschwili machen und dem Leser vollends die Zusammenhänge klar werden.
Der Schreibstil und die Sprache von Markus Heitz lässt sich nur rasant, extrem spannend und temporeich nennen. Die Geschichte ist ausgewogene Mischung aus Spannung, Geschichte und etwas Erotik darf natürlich auch nicht fehlen. "Judassohn" gefällt mir sogar noch besser als sein Vorgänger "Kinder des Judas" - und das war (bis auf die blutigen Szenen im Übermaß) schon ein Knaller!
FAZIT:
Mit unermesslichem Tempo und Spannung wird der Leser quasi durch die Seiten getrieben und kann nicht eher aufhören, bis der (zu Recht so genannte) Vampirthriller ausgelesen ist.
Bei mir hat es etwas über 1 Tag gedauert, bis ich das 686 Seiten starke Werk durch hatte. Blutige & rasante 5 (von 5) STERNE!










