Leser-Rezension zu „Die Bücherdiebin” von Markus Zusak
am 26.01.2012
Januar 1939. Liesel und ihr kleiner Bruder Werner sind auf dem Weg nach Molching bei München, wo sie ihren Pflegeeltern übergeben werden sollen. Doch Werner kommt dort niemals an. Ein heftiger Hustenanfall. Ein letzter Atemzug. Und dann - nichts mehr. Werner findet sein Grab im Schnee, Liesel findet im Schnee ihr erstes Buch. Mit dem "Handbuch für Totengräber" und der Hilfe ihres Pflegevaters Hans Hubermann lernt Liesel lesen - und fortan stiehlt sie Bücher. Von der Straße, aus den Flammen der Nazis und der Bibliothek des Bürgermeisters. Liesel stiehlt, was Glück und Hoffnung schenkt in dunklen Tagen. Und sie teilt ihre Schätze: mit den Nachbarn im Bunker, als die Bomben auf München fallen, und mit ihrem besten Freund Rudi, dem Fußballer mit dem zitronengelben Haar.
Doch dies sind gefährliche Zeiten. Und als die Hubermanns einen jüdischen Faustkämpfer im Keller verstecken, ist der Tod Liesel näher als je zuvor ...
Der erste Satz:
Zuerst die Farben.
Das Flugzeug hustete noch. Rauch drang aus seiner Lunge. Als es hinabstürzte, hinterließ es drei tiefe Furchen in der Erde. Seine Flügel waren nur mehr abgesägte Arme. Auch das Leben des Flugzeugs war zu Ende. [...] Nach einer kurzen Ansammlung von Minuten hatte sich der Rauch erschöpft. Nichts war mehr geblieben. [...] Aus dem Werkzeugkasten nahm der Junge einen Teddybären. Ausgerechnet einen Teddybären.Er streckte seinen Arm durch die zersplitterte Windschutzscheibe und setzte den Teddy auf die Schulter des Piloten. Der lächelnde Bär saß gemütlich in dem Durcheinander aus Wrackteilen und im Blut des zerschmetterten Mannes. [...] Ich trat hinzu, löste seine Seele und trug sie sanft hinweg.Alles, was übrig blieb, waren der Körper, der schwächer werdende Geruch nach Rauch und der lächelnde Teddybär.
Kritik
Zuerst fand ich das Buch sehr komisch. Der Schreibstil sprach mich einfach nicht an und Bücher, die aus der Sicht des Todes geschrieben sind, sind jetzt nicht unbedingt die perfekte Samstag-Nachmittag-Lektüre.
Aber ich las weiter. Und dann gewöhnte ich mich an den Schreibstil. Ab und zu konnte ich nur noch weinen, nichts anderes mehr. Das Buch ist so traurig!
Und als ich fertig war, fühlte ich mich wie vor den Kopf geschlagen. Die ganze unvorhergesehenen Wendungen und Ereignisse! Die ganze Toten ...
Fazit:
Ein sehr tiefgründiges und trauriges, aber auch sehr schönes Buch. Man sollte es auf jeden Fall gelesen haben!

