Leser-Rezension zu „Inspektor Jury küßt die Muse, Großdruck” von Martha Grimes
am 11.09.2008
Im Shakespeare-Städtchen Stratford-upon-Avon geschehen beunruhigende Dinge: In einer öffentlichen Toilette wird eine amerikanische Touristin ermordet und ein Junge - Mitglied der selben Reisegruppe - verschwindet. Und das ist nur der Anfang ... Nach und nach sieht es so aus, als ob es ein Serientäter darauf abgesehen hätte, die Mitglieder der Reisegruppe einer nach dem anderen umzubringen.
Eigentlich lese ich nicht so gerne klassische Krimis, d. h. die reinen "Wer war der Täter"-Geschichten, auch "Cosys" (von "behaglich, gemütlich") genannt - ich glaube, darunter fällt auch die Reihe um Jury?
Nun bin ich aber hin- und hergerissen. Einerseits mag ich nicht, wenn über Verbrechen so locker-lässig-nonchalant geschrieben wird. Wenn ein Opfer z. B. Gwendolyn Bracegirdle heißt, kann man den Mord dann überhaupt noch ernst nehmen ...?!?
Andererseits kann das gerade den Reiz von solchen Kriminalromanen ausmachen. Anders als z. B. bei den düsteren und harten skandinavischen Romanen kann man dabei besser abschalten, sich spannend unterhalten lassen, ohne sich wirklich auf das Geschriebene einzulassen - es ist ja klar, dass es erfunden ist!
Letztendlich liegen mir persönlich die "realeren" Krimis mehr - mit der Option, mich manchmal von den eher "softeren" unterhalten zu lassen!

