Leser-Rezension zu „Inspektor Jury lichtet den Nebel” von Martha Grimes

Rezension als hilfreich gekennzeichnet: (8)

Wortklauber Wortklauber
Verfasst von Wortklauber
am 11.09.2008
 

Martha Grimes ist Amerikanerin, die ihre Romane in England spielen lässt.

Für mich das erste Buch der (mittlerweile 21 (!) Romane umfassenden Reihe), zeigte es sich, dass man bei dieser Serie wohl gut daran tut, die Romane in der Reihenfolge des Erscheinens zu lesen. Ungefähr in der Mitte dieses Romans wurde ich zunächst stutzig, als plötzlich ohne große Umschweife neue Figuren - der "entsagte" Adlige Melrose Plant und seine amerikanische Tante Agatha - eingeführt wurden, die für einen Kenner der Reihe längst alte Bekannte sein dürften und also auch nicht weiter erklärt werden mussten.

Zum Inhalt: Richard Jury von Scotland Yard wird zu einem Fall in Südengland hinzugezogen. Ein Junge, der Sohn des ortsansässigen Fleischers, wird erstochen aufgefunden. Kurz darauf ereignet sich ein zweiter Mord an einem Jungen: diesmals ist es der Neffe eines Pfarrers, der tot in der Sakristei aufgefunden wird. Wiederum kurz darauf fällt dem Mörder ein Mädchen, die Tochter eines Rechtsanwalts, zum Opfer. Zwischen den ermordeten Kindern scheint es keine Verbindung zu geben. Jury wie auch der örtliche Chief Superintendent Macalvie stehen vor einem Rätsel. Macalvie glaubt jedoch, dass die Morde an den Kindern mit einem ungeklärten Mord aus der Vergangenheit zusammenhängen.

Der Plot schließlich: Für meinen Geschmack arg an den Haaren herbeigezogen, die Zusammenhänge wirken sehr konstruiert, die angewandte Psychologie hausgemacht und platt - und vorhersehbar.

Erstaunlich dabei: Der Roman hat mir dennoch Spaß gemacht, die Figuren fand ich sympathisch (selbst das Kind - das gefürchtete 4. Opfer - fand ich nicht sooo nervig), mit seinen gut 250 Seiten war er auch schnell gelesen. Dabei hatte der Roman was von einer TV-Serien-Folge: Schnell konsumiert, sich gut unterhalten, schnell vergessen.

PS: Die Titelgebung des deutschen Verlags ("Inspektur Jury ..." - in Wahrheit ist der Gute längst befördert) finde ich einigermaßen einfallslos. Wenn es den Fans der Autorin auch erleichtert, die Bücher zuzuordnen, mag es auf der anderen Seite auch potentielle Leser abschrecken, für die gerade so eine "Serienproduktion" eher gegen ein Buch spricht ... Da finde ich die Originaltitel viel erfrischender (aber leider nicht zu übersetzen): Wie auf den Seiten der Krimi-Couch nachzulesen, ist jeder Band der Reihe nach einem real existierenden englischen Pub benannt :-)

 

Kommentare zu dieser Rezension

Wortklauber vor 10 Monaten

Oha - vielen Dank für den Tipp! Werd's gleich korrigieren!


HONEY vor 10 Monaten

Deine Rezi ist zwr schon etwas älter ....aber ich glaub du hast sie unter das falsche Buch gepostet ... sie gehört zur : Inspektor Jury küsst die Muse !!! :D


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Inspektor Jury lichtet den Nebel Inspektor Jury lichtet den Nebel
Martha Grimes

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Inspektor Jury lichtet den Nebel
von Martha Grimes

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