Rezension verfasst vor 10 Monaten
(8)
Jan ist auf der Flucht, auf der Flucht vor seiner Erinnerung. Er möchte über den Tod seines Sohnes hinwegkommen und reist deshalb nach Damaskus. Gleich am ersten Tag lernt er einen anderen Besucher der Stadt kennen, gemeinsam besichtigen sie die berühmte Kreuzfahrerburg.
Jan ist auf der Flucht, auf der Flucht vor Unbekannten. Er hat sie beobachtet, als sie in der Burg einen Jungen gefoltert haben. Jan hat ein Tagebuch und geheimnisvolle Schriftstücke an sich genommen, die der junge Araber bei sich trug.
Und damit steckt Jan mitten in einer Verschwörung, durch die der gesamte Nahe Osten erschüttert werden soll. Dabei ist er doch Arzt und kennt sich mit den politischen Verwicklungen in der Region gar nicht aus.
Hilfe bekommt er von einer österreichischen Polizisten, einem syrischen Geheimdienstler und einem jüdischen Agenten.
Zusammen finden sie heraus, wie brisant die gefundenen Papiere sind und welche Interessen welcher politischer Strömungen dadurch berührt werden. Leider erfahren sie das am eigenen Leib. Eine Verfolgungsjagd jagt die nächste, und die Protagonisten können nur mit viel Glück, Sachverstand und Hilfe der Bevölkerung überleben.
Denn sie haben es mit mächtigen und fanatischen Gegnern zu tun, darunter auch Anhängern der Dämonin Lilith.
Dieser Thriller ist unglaublich rasant, dabei aber auch realistisch. Ganz nebenbei wird vermittelt, warum die Situation im Nahen Osten schon so lange so unübersichtlich und verfahren ist. Der Autor kennt sich offensichtlich gut in der Region und ihrer Geschichte aus.
Die Charaktere sind authentisch, vielschichtig und sympathisch, und es gibt bei aller Gefahr auch witzige Situationen. Der flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass sich das nicht gerade dünne Buch sehr schnell lesen lässt.
Mir hat dieser Thriller ausgesprochen gut gefallen, und ich hoffe, dass ich die Szene am Ende richtig verstanden habe und es eine Fortsetzung geben wird.
Dieses Buch schreit übrigens geradezu nach einer Verfilmung. Dabei melde ich mich schon einmal freiwillig als Komparsin, wenn bei mir um die Ecke am Oskar-Helene-Heim gedreht wird.
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