Leser-Rezension zu „Zweiunddieselbe” von Mary E. Pearson
am 2.11.2011
»Hass = Leidenschaftliche Abneigung«
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ZWEIUNDDIESELBE ist ein Roman, der in der Zukunft des 21. Jahrhunderts spielt der ein sehr interessantes Thema enthält und viel zum Nachdenken gibt.
Jenna lebt in einer Zeit, in der die Krankenversicherung einem Punktesystem gewichen ist. Jeder Mensch hat 100 Punkte mit denen er sich, wenn von Nöten, neue Organe oder medizinische Behandlungen „erkaufen“ kann. Jedoch darf die Punktezahl nicht überschritten werden. Auch gibt es ein wundersames Bio-Gel, das zum Beispiel ein geschädigtes Gehirn rekonstruieren kann. Jedoch sind die Grenzen gesetzlich eingeschränkt. Das Bio-Gel darf nur 49 % des Gehirns ersetzen.
Als Jenna nun aufwacht ist sie 17 Jahre alt und muss von Grund auf alles neu erlernen. Die Bedeutung von Wörtern, das Sprechen, Gehen und Verstehen. Wobei ihre Eltern ihr keine große Hilfe dabei sind, die Fragen, die Jenna über ihr altes Leben, den Unfall und ihren Körper hat, zu beantworten. Auch bei ihrer Großmutter Lily stößt sie auf Ablehnung und ihr bleiben nur einzelne Puzzleteile aus Erinnerungen, die ihr Gehirn von Zeit zu Zeit ausspuckt.
Das Buch wird aus der Sicht von Jenna erzählt, sodass man sich von Anfang an gut in ihre Lage hineinversetzen kann. Immer wieder werden nachgeschlagene Wörter aufgezeigt, nach denen Jenna sucht und deren Bedeutung sie herausfinden will. Ich finde das eine sehr gute Idee von der Autorin.
Hätte ich das Buch nicht in einer Woche gelesen, in der ich ziemlich viele Arbeiten geschrieben hätte, dann hätte ich es wahrscheinlich an einem Tag durchgelesen gehabt weil es einfach nie langweilig oder übertrieben gewirkt hat. Jenna hatte ein Geheimnis um sich selbst und ihre Vergangenheit aufgedeckt da wird ihr bereits wieder der Boden unter den Füßen weggezogen und ich konnte mir manchmal selbst nicht genau vorstellen was denn noch alles mit ihr passiert ist. Trotzdem wirkte das Buch keinesfalls überfüllt sondern einfach genau richtig.
Besonders gefallen hat mir das Thema. Es regt zum Nachdenken an, darüber ob die massiven Fortschritte heutzutage nicht irgendwann einmal verehrende Folgen haben könnten und ob es so etwas wie das Bio-Gel bei uns auch bald geben könnte. Auch das Punktesystem, was eine Art der Krankenversicherung darstellen soll, hat mich nicht losgelassen. Heutzutage haben wir viele Probleme mit unseren sozialen Versicherungen, wäre so ein Punktesystem die Lösung? Ich hoffe doch nicht, denn richtig kranke Menschen hätten schnell ihre Punkte aufgebraucht und würden somit auch keinen Anspruch auf Weiterbehandlung bekommen. So etwas kann man doch nicht einfach so verantworten. Ein Mensch kann doch nicht auf Punkte reduziert und mit ihnen seine Lebenszeit bestimmt werden. Wir haben alle ein Recht auf Leben und auf Hilfe wann und wo immer wir sie brauchen. Ich hoffe in dieser Hinsicht, dass es bei uns nie dazu kommen wird.
Wenn man das Buch liest merkt man, dass dafür nicht einfach irgendein beliebiges, hübsches Cover ausgesucht wurde sondern, dass sich die Hand und der Schmetterling in dem Buch wiederfinden und wichtig für die Geschichte sind. Das fand ich sehr schön, denn ich mag es, wenn ein Cover etwas zu bedeuten hat und nicht einfach nur hübsch ist um es oft zu verkaufen. Und hier gefällt mir das deutsche Cover um einiges besser als das englische, was bei mir selten vorkommt. Aber dieses Mädchen passt so gar nicht mit meiner Vorstellung von Jenna überein.
Mein Fazit zu diesem Buch ist, dass ich unbedingt mehr von der Autorin lesen werde! Das Buch hat alles, was ein sehr gutes Buch für mich braucht. Es fesselt einen von der ersten Seite bis zu letzten, baut immer wieder Spannung auf, wirkt aber nie überfüllt oder unrealistisch und hat eine richtig gute Botschaft über die man sich noch lange Gedanken macht.

